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Gute Aussichten für die bevorstehende Grünkohlsaison

Webcode: 01045913
Stand: 04.11.2026

LWK erwartet trotz Herausforderungen gute Erträge und Qualitäten bei der Grünkohlernte

Erntereife Grünkohlpflanzen auf einem Feld des Betriebs Gottfried Gerken aus Langförden (Stadt Vechta).
Die Aussichten für die anstehende Grünkohlsaison sind gut: Voraussichtlich wird es reichlich Grünkohl in guten Qualitäten geben. Wolfgang Ehrecke
Oldenburg – Nach Einschätzung der Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) könnte es dieses Jahr eine gute Grünkohlernte geben: „Die Bestände stehen gut“, erklärte Erich Klug, Berater für Prozessqualität im Gartenbau bei der LWK – und dass, obwohl das Jahr für die Anbaubetriebe nicht ideal war. Denn wegen des heißen und trockenen Sommers mussten die Betriebe besonders auf den leichteren Böden beregnen, um entsprechende Qualitäten und Quantitäten zu erreichen, so Klug. Generell profitiert der Grünkohl von einem eher feucht-warmen Klima in der Wachstumsphase.

Starker Schädlingsdruck

Das warme und trockene Wetter begünstigte außerdem den Schädlingsbefall: Die schwer zu bekämpfende Kohlmottenschildlaus (Weiße Fliege = Aleyrodes proletella) dürfte auf manchen Beständen für Ertragsminderungen sorgen. „Auch im Oktober war es teils warm und trocken. Dadurch haben sich große Populationen der Weißen Fliege aufgebaut“, so Klug.

Kosten für Betriebe sind gestiegen

Die Aufwendungen der Betriebe für den Grünkohlanbau sind in diesem Jahr gestiegen: Infolge des Irankrieges und den damit einhergehenden Preissteigerungen bei Diesel und Dünger, dürfte es auch beim Grünkohl Preisaufschläge geben – zumal im Sommer vielerorts mit Hilfe von Dieselaggregaten beregnet wurde.

Ernte geht langsam los

Die Grünkohlernte läuft langsam an. Jetzt, wo es kälter wird, steigt auch die Nachfrage nach Grünkohl. Bei kühlen Temperaturen lagert der Grünkohl Zucker ein. Damit wird er schmackhaft und bekömmlich und obendrein frostresistent, weil der Zucker in den Zellen wie ein Frostschutzmittel wirkt. Anders als oft behauptet, braucht der Grünkohl keinen Frost, damit er schmeckt. Etwa ab dem Buß- und Bettag (19. November) geht es dann mit der Ernte richtig los.

Ein Großteil des niedersächsischen Grünkohls wird in Langförden im Landkreis Vechta angebaut. Dort wird er maschinell verarbeitet und gefrostet. Der Kohl gelangt dann als Tiefkühlware in den Lebensmitteleinzelhandel. Im Bereich Bardowick, wo generell viel Gemüse angebaut wird, wächst auch viel Grünkohl. Ansonsten wird rund um die großen Städte (Bremen, Hannover, Hamburg) vergleichsweise viel Grünkohl angebaut.

In kleineren Betrieben wird nicht maschinell, sondern von Hand geerntet. Die Blätter werden entweder abgeschnitten oder die Blattspreiten werden von den Strünken komplett per Hand abgestribbelt. Bei der maschinellen Ernte werden die Blätter gerissen und zum Teil auch gekuttert. Von Hand geernteter Grünkohl wird als Schnitt- oder Stribbelware meist in der Direktvermarktung vertrieben.


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