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Hochschule Osnabrück und Landwirtschaftskammer Niedersachsen stärken Zusammenarbeit im Pflanzenbau

Webcode: 01045920
Stand: 06.11.2026

Langjährige Kooperation im Ökolandbau erhält verbindlichen Rahmen – Gemeinsame Versuche liefern wichtige Entscheidungsgrundlagen für die landwirtschaftliche Praxis

Kooperationsvertrag für den Ökolandbau (v.l.): Prof. Dr. Bernd Lehmann (Hochschule Osnabrück), Dr. Jürgen Kauke (LWK/Ressort Pflanze, Umwelt), Prof. Dr. Karin Schnitker, Mareike Beiküfner (LWK/Ökologischer Landbau), Kammerdirektor Dr. Bernd von Garmissen.
Kooperationsvertrag für den Ökolandbau (v.l.): Prof. Dr. Bernd Lehmann (Hochschule Osnabrück), Dr. Jürgen Kauke (LWK/Ressort Pflanze, Umwelt), Prof. Dr. Karin Schnitker, Mareike Beiküfner (LWK/Ökologischer Landbau), Kammerdirektor Dr. Bernd von Garmissen.Wolfgang Ehrecke
Osnabrück/Oldenburg – Die Hochschule Osnabrück und die Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) haben ihre langjährige Zusammenarbeit im Bereich des pflanzenbaulichen Versuchswesens mit einem Kooperationsvertrag auf eine verbindliche Grundlage gestellt. Ziel ist es, die gemeinsame Versuchsarbeit weiterzuentwickeln, wissenschaftliche Erkenntnisse und praktische Erfahrungen noch enger miteinander zu verzahnen und damit die ökologisch wirtschaften Betriebe in Niedersachsen bei ihren Anbau-Entscheidungen zu unterstützen.

Die Zusammenarbeit zwischen dem LWK-Fachbereich Ökologischer Landbau und der Hochschule Osnabrück besteht bereits seit mehr als 20 Jahren. Initiiert wurde sie von Prof. Dr. Dieter Trautz von der Hochschule Osnabrück und Armin Meyercordt aus dem damaligen Fachbereich 3.12 der Landwirtschaftskammer. Beide Initiatoren sind inzwischen im Ruhestand. Über die Jahre ist die Kooperation kontinuierlich gewachsen und hat sich fachlich wie organisatorisch weiterentwickelt. Die jetzt geschlossene Vereinbarung dokumentiert diese erfolgreiche Zusammenarbeit und schafft einen verlässlichen Rahmen für ihre langfristige Fortsetzung.

Versuchsanstellungen werden gemeinsam geplant

Im Mittelpunkt der Kooperation stehen pflanzenbauliche Versuche auf den Flächen der Hochschule Osnabrück. Die Versuchsanstellungen werden von beiden Partnerinnen gemeinsam geplant und mindestens einmal jährlich hinsichtlich ihrer Fragestellungen und ihres Umfangs abgestimmt. Inhaltlich geht es unter anderem um die Sortenwahl, die Beikrautregulierung, unterschiedliche Düngestrategien und Bodenbearbeitungsverfahren.

Zentrale Aufgabe für die Praxisbetriebe

Das Pflanzenbau-Versuchswesen erfüllt eine zentrale Aufgabe für die landwirtschaftliche Praxis. Landwirtschaftliche Betriebe müssen Jahr für Jahr zahlreiche Anbauentscheidungen treffen: Welche Sorten eignen sich für die jeweiligen Standortbedingungen? Welche Anbau- und Bewirtschaftungsverfahren versprechen gute Ergebnisse? Wie lassen sich Nährstoffversorgung, Bodenbearbeitung und Beikrautregulierung möglichst effizient und nachhaltig gestalten?

Versuchsergebnisse helfen Chancen und Risiken besser einzuschätzen

Pauschale Empfehlungen reichen dafür häufig nicht aus. Unterschiedliche Böden, Witterungsverläufe und betriebliche Voraussetzungen erfordern standortangepasste Lösungen. Systematisch angelegte Feldversuche liefern hierfür eine wichtige Entscheidungsgrundlage. Sie machen sichtbar, wie sich Sorten und Anbauverfahren unter konkreten Bedingungen bewähren, und helfen dabei, Chancen und Risiken besser einzuschätzen. Die Versuchsergebnisse unterstützen die Betriebe dabei, ihre Produktionssysteme weiterzuentwickeln und möglichst fundierte, wirtschaftlich und pflanzenbaulich sinnvolle Entscheidungen zu treffen.

Die enge Zusammenarbeit von Hochschule und LWK verbindet dabei wissenschaftliche Fragestellungen mit den Anforderungen der Beratung und der landwirtschaftlichen Praxis. Die Hochschule bringt insbesondere ihre Versuchsflächen und wissenschaftliche Expertise ein. Die Landwirtschaftskammer ergänzt dies durch ihre Versuchskompetenz, ihre Mitarbeitenden und die vorhandene Versuchstechnik.

Forschung, Beratung und Ausbildung profitieren gleichermaßen

Ein weiterer wichtiger Bestandteil der Kooperation ist die Einbindung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Gemeinsame Versuche können in Projekte sowie Bachelor- und Masterarbeiten eingebunden werden. Studierende erhalten dadurch die Möglichkeit, praxisrelevante Fragestellungen unter realen Versuchsbedingungen zu bearbeiten und wissenschaftliche Methoden unmittelbar im landwirtschaftlichen Kontext anzuwenden.

Erkenntnisse gemeinsam nutzen

Auch beim Umgang mit den Versuchsergebnissen ist eine enge Zusammenarbeit vorgesehen: Die erhobenen Daten stehen grundsätzlich beiden Partnerinnen sowohl als Rohdaten als auch in ausgewerteter Form zur Verfügung. So können Erkenntnisse gemeinsam genutzt und für Forschung, Lehre, Beratung und die Weiterentwicklung pflanzenbaulicher Verfahren eingesetzt werden.

An der Abstimmung und Ausgestaltung der Vereinbarung waren aufseiten der Hochschule Prof. Dr. Bernd Lehmann, Vizepräsident für Forschung, Transfer und wissenschaftliche Qualifizierung, und Prof. Dr. Karin Schnitker, Dekanin der Fakultät für Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur, sowie Prof. Dr. Kathrin Deiglmayr, Beauftragte für den Versuchsbetrieb, und Prof. Dr. Matthias Westerschulte, der die Nachfolge von Prof. Dr. Dieter Trautz übernommen hat, beteiligt. Für die LWK wirkten unter anderem Dr. Jürgen Kauke (Ressortleiter Pflanze, Umwelt) sowie Mareike Beiküfner (Leiterin des Fachbereichs Ökologischer Landbau) an der Vereinbarung mit.


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