Bezirksstelle Uelzen

Warum ein junger Ökolandwirt einen Arbeitskreis will

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Der 30-jährige Landwirt Mirko Stute aus Groß Thondorf (Landkreis Uelzen) ist überzeugt, dass der regelmäßige Austausch mit anderen Ökobetrieben neue Ideen liefert und dabei hilft, Herausforderungen gemeinsam zu meistern. Im Interview erzählt er, welchen Mehrwert ein solches Netzwerk haben könnte.

Wie sieht dein beruflicher Werdegang aus, und was macht euren Betrieb aus?

Mirko Stute aus Groß Thondorf (Landkreis Uelzen)
Mirko Stute aus Groß Thondorf (Landkreis Uelzen)Keine Urheberangabe gewünscht
Wir sind ein Familienbetrieb, meine Eltern sind dabei, und wir haben eine Angestellte. Mein Zwillingsbruder Lars arbeitet auf einem anderen Betrieb, aber der Plan ist, dass wir Brüder den Betrieb auf Dauer gemeinsam wuppen.
Wir haben drei Mobilställe mit 1.600 Legehennen, ansonsten sind wir im Ackerbau unterwegs mit dem Schwerpunkt Kartoffel. Außerdem bauen wir Getreide und Leguminosen an, gerade probieren wir uns auch an der Sojabohne.
2018 haben wir auf Bio umgestellt, damals war vor allem mein Vater die treibende Kraft. Am Ende haben wir als Familie gemeinsam entschieden, umzustellen, vor allem wegen der höheren Wertschöpfung. Bereut haben wir das bis heute nicht.
Zu meinem Werdegang: Nach der Realschule habe ich eine landwirtschaftliche Ausbildung gemacht, danach die einjährige Fachschule, und 2019 den Meisterkurs abgeschlossen, zusammen mit meinem Bruder Lars. Mein Herz schlägt für die Kartoffel, darüber habe ich auch meine Meisterarbeit geschrieben.

Gab es einen Moment, in dem du dachtest: "Jetzt brauche ich den Austausch mit anderen Öko-Betrieben"?

Den einen Moment gab es nicht, das hat sich eher entwickelt. Ich habe mir über die Jahre ein kleines Netzwerk aufgebaut: Betriebe, die ich anrufe, wenn ich wissen will, wie andere bestimmte Dinge regeln. Einer war mit mir im Meisterkurs, den anderen habe ich auf einem Feldtag kennengelernt. Wichtig ist mir, dass sie ähnliche Kulturen anbauen wie ich, damit der Austausch etwas bringt.
Ich war auch mal im Arbeitskreis Betriebsführung Südost der Landwirtschaftskammer, fachlich wirklich interessant. Nur war ich da der einzige Ökobetrieb, alle anderen waren konventionell. Da merkt man, dass vieles nicht eins zu eins vergleichbar ist. Der Arbeitskreis an sich war gut, aber mir hat das spezielle Ökothema gefehlt.

Wenn du drei erfahrene Öko-Landwirte an einen Tisch holen könntest, welche Frage würdest du ihnen als Erstes stellen?

Das Thema, das mich am meisten interessiert, ist das Düngemanagement. Wie handhabt ihr das? Welche Erträge erreicht ihr damit? Wie kommt ihr an genug Dünger ran? Das ist am Ende auch das, womit wir als Betrieb wirklich Geld verdienen. Futter-Mist-Kooperationen finde ich total spannend.

Warum tauschen sich viele Öko-Betriebe noch zu selten untereinander aus?

Die Frage habe ich meinem Vater vorgelesen. Er meinte, der Austausch im Ökobereich sei eigentlich viel besser als im konventionellen Bereich, da er beides kennt. Ich würde das bestätigen: Ökolandwirte sind grundsätzlich offener, man teilt mehr, tauscht sich über Herausforderungen aus.

Welches Vorurteil über Arbeitskreise würdest du gerne widerlegen?

"Arbeitskreise bringen sowieso nichts". Ich gebe zu, den Gedanken hatte ich früher auch. Aber ich habe es ein Jahr ausprobiert, und im Nachhinein muss ich sagen: Es bringt wirklich was. Es hilft, über den Tellerrand zu schauen. Dieses Vorurteil würde ich gerne widerlegen, denn im Austausch lernt man immer etwas dazu.

Welche Entscheidung wäre dir mit einem funktionierenden Öko-Arbeitskreis vermutlich leichter gefallen?

Wahrscheinlich der Anbau von Hanf. Da fehlen uns Erfahrungen von anderen Betrieben. Ähnlich war es bei Zwiebeln und Soja. Auch beim Unkrautmanagement oder bei Investitionsentscheidungen hätte der Austausch geholfen. Bei drei Hektar Zwiebeln zum Beispiel, das ist wahnsinnig viel Handarbeit. Solche Entscheidungen muss man vorher durchdenken, und genau da hätte ein Arbeitskreis weitergeholfen.

Was wünschst du dir von den Menschen, die künftig im Arbeitskreis zusammenkommen?

Dass die anderen Betriebe offen und ehrlich sind. Manchmal hört man Ertragszahlen und denkt, das kann doch gar nicht sein. Offenheit und Ehrlichkeit sind mein größter Wunsch.

Was sollte sich in fünf Jahren durch den Arbeitskreis verändert haben?

Ich wünsche mir, dass mein Betrieb gewachsen ist, mit weiteren Kulturen im Anbau und finanziell gut dastehend. Neuen Ideen stehen wir offen gegenüber. Was ich mir sonst noch wünsche, darauf hat der Arbeitskreis leider keinen Einfluss: weniger Bürokratie.

Das Interview führte Anne Dirking am 29.7.2026

Am 26. Oktober 2026 (9:30-12:30 Uhr) findet in Uelzen die Grünungsveranstaltung eines Arbeitskreises Betriebswirtschaft und Kartoffelanbau für ökologisch wirtschaftende Betriebe statt. 
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