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Hauswirtschaft bietet Chancen für geflüchtete Menschen

Mit dem Projekt „Integration von Geflüchteten im ländlichen Raum“ werden geflüchtete Menschen für hauswirtschaftliche Tätigkeiten qualifiziert, erhalten berufliche Orientierung sowie Unterstützung bei der Integration in den deutschen Arbeits- oder Ausbildungsmarkt. Durchgeführt wird das vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz geförderte Projekt mit einer Laufzeit von Februar 2017 bis Ende 2018 von der Landesarbeitsgemeinschaft Hauswirtschaft Niedersachsen e.V. in Kooperation mit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Hochschule Osnabrück.


Der grundlegende Projektaufbau sieht vor, dass in den Modellregionen Hannover, Oldenburg und Osnabrück von Experten geschulte Multiplikatoren (hauswirtschaftliche Fachkräfte) die geflüchteten Menschen fachlich schulen und im Rahmen von Exkursionen zu hauswirtschaftlichen Betrieben im ländlichen Raum berufliche Möglichkeiten aufzeigen und bei der Vermittlung in Arbeit, Praktikum oder Berufsausbildung unterstützen.

Experten der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und der Hochschule Osnabrück bereiteten die hauswirtschaftlichen Fachkräfte im Rahmen einer Multiplikatorenschulung auf die spezielle Schulungssituation mit Geflüchteten vor. Dies beinhaltete insbesondere die Vermittlung eines fachlich fundierten Verständnisses über die Ausgangssituation von Geflüchteten sowie interkulturelle Kommunikationskompetenz. Akquiriert wurden die geflüchteten Menschen in enger Zusammenarbeit mit der Willkommenslotsin der Landwirtschaftskammer Niedersachsen, Lydia Vaske, Jobcentern, Integrationsbeauftragten und Ehrenamtlichen. Ein sicherer Aufenthaltsstatus, Deutschkenntnisse auf B1-Niveau, Wohnsitz im ländlichen Raum, Interesse an der professionellen Hauswirtschaft sowie an einer beruflichen Perspektive in Deutschland gehörten zu den Teilnahmevoraussetzungen.

Zwischen November 2017 und Februar 2018 fanden die Schulungen der Geflüchteten durch die Multiplikatoren in den Modellregionen statt. Die Geflüchteten zeigten großes Interesse an den hauswirtschaftlichen Fachinhalten wie Ernährung und Hygiene, Einkauf, Einkommen und -verwendung, Nahrungszubereitung, Raum- /Wäschereinigung, Arbeitsorganisation und Ressourceneinsatz im Haushalt. Gerade bei der praktischen Vermittlung ergaben sich viele Anknüpfungspunkte an die Fähigkeiten und Kenntnisse in der Hauswirtschaft der geflüchteten Menschen aus ihren Heimatländern und sie erleichterten die Orientierung in diesem Berufsfeld. Besonderes Augenmerk lag auf den Bezug der Fachinhalte zum Dienstleistungsbereich im Privat- und Großhaushalt. Unterstützt wurde die Berufsorientierung durch Betriebsbesichtigungen, je ein Großhaushalt/Dienstleistungsunternehmen (z.B. Seniorenwohnheim) und ein ländlicher Haushalt/landwirtschaftlicher Familienbetrieb. Ziel der Exkursionen: Das Aufzeigen unterschiedlicher Haushaltstypen sowie der professionellen Beschäftigungsmöglichkeiten in der Hauswirtschaft. Sie boten zudem neue Erfahrungen und Einblicke in zukunftsträchtige Arbeitsfelder.

Erste Evaluationsergebnisse sowie Erkenntnisse der Projektbeteiligten wurden am 13.06.2018 bei der Abschlusstagung des Projekts „Hauswirtschaftliche Qualifizierung – Chancen für Geflüchtete im ländlichen Raum“ in Hannover vorgestellt (siehe Anhang). Das Schulungskonzept zeigt Erfolg: Die Multiplikatoren profitierten vom fachlichen und methodischen Erkenntniszuwachs vor interkulturellem Hintergrund und sind aufgeschlossen für die zukünftige Zusammenarbeit mit Geflüchteten in der Praxis. Die Geflüchteten wiederum lernten in Anlehnung an die eigene Haushaltsführung die Übertragung auf den Großhalthalt sowie die Qualifizierungsmöglichkeiten im zuvor unbekannten Berufsfeld Hauswirtschaft kennen. Erste Vermittlungen in Praktika und Ausbildung zeichnen sich bereits ab.


Kontakt:
Kristina Stojek
Beraterin Frauen in der Landwirtschaft, Hauswirtschaft
Telefon: 0441 801-344
Telefax: 0441 801-819
E-Mail:





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PDF: 30212 - 297.28515625 KB   Tagungsdukumentation_13.06.2018   - 297 KB