Bezirksstelle Emsland war Gastgeberin bei den Runden Tischen Nährstoffmanagement für den Landkreis Emsland und den Landkreis Grafschaft Bentheim
Die Getreide- und Rapsernte in der Region ist abgeschlossen. Die Trockenheit zollt ihren Tribut, die Erträge sind bescheiden. Spitzenresultate sind die Ausnahme und es überwiegt der Eindruck eines insgesamt mittelmäßigen bis enttäuschenden Ernteergebnisses. Auch die Aussichten für die anstehende Kartoffel-, Mais- und Rübenernte sind in vielen Regionen, besonders im südlichen Dienstgebiet, nicht gut. Während beregnete Flächen noch ein gewisses Ertragsniveau halten, sind auf trockenen Standorten teilweise bereits die Häcksler unterwegs, um nicht mehr regenerationsfähige Bestände zu beernten - teilweise ist hier mit bis zu 50 % Minderertrag im Silomais zu rechnen.

Es tagten die Runden Tisch Nährstoffmanagement für den Landkreis Emsland im Großen Sitzungssaal an der Feuerwache in Meppen und für den Landkreis Grafschaft Bentheim im Seminarraum an der Berliner Straße in Neuenhaus. Vertreter der regionalen Verwaltungsdienststellen, der Beratungsorganisationen, des Berufsstands und der Wasserwirtschaft nahmen zahlreich an den Terminen teil. Die Erfolgsgeschichte mit rückläufigen Gesamtnährstofffrachten und dem bewährten Verbringungssystem für Wirtschaftsdünger aus der Region heraus wird fortgesetzt. Es wird deutlich unterhalb des zulässigen Düngebedarfs mit Stickstoff gedüngt. Die Werte der Nitrat-Messstellen bestätigen diesen positiven Trend in den tiefen Bodenschichten aber noch nicht. Laut Erfahrungen aus den Trinkwassergewinnungsgebieten kann es Jahrzehnte dauern, bis die sinkenden Nitrateinträge an der Bodenoberfläche als Messwerte im Unterboden sichtbar werden. In der Region hält auch die Diskussion über zu hohe Phosphatwerte an. Die Böden sind überwiegend gut bis sehr gut mit Phosphor versorgt. Hier werden insbesondere die Flächenkulissen an den Gewässern wie Ems und Vechte, aufgrund der Forderungen der Wasserrahmenrichtlinie, in den Fokus genommen. Entlastung für das Nährstoffkonto der Region kann der Ausstieg von Biogasanlagen mit einhergehendem sinkendem Maisinput bringen. ENNI bietet als Online-Plattform für die Düngung in Niedersachsen immer bessere Daten und kann als Monitoring die Landwirtschaft als Verursacher entlasten und damit die „Rote-Gebiete-Regeln“ ersetzen – so lautet eine politische Forderung der Teilnehmerschaft. Als Fachleute der Landwirtschaftskammer Niedersachsen trugen Heinz-Hermann Wilkens als Fachreferent der Düngebehörde und Julia Wellinghoff für den Fachinspektionsdienst Düngung vor. Die Kreislandwirte Hermann Hermeling und Johann Limbeck freuten sich über die jeweils gute Beteiligung und spannenden Diskussionen. Die jährlichen Runden Tische sollen als organisationsübergreifende Netzwerke erhalten bleiben.











