Bezirksstelle Uelzen

Für (d)eine bessere Zukunft

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Vom 16.03. – 21.03.2026 haben die Schülerinnen und Schüler der Berufsfachschulklassen Hauswirtschaft gemeinsam mit ihren Lehrkräften an der Berufsbildenden Schule Lüchow eine Aktionswoche rund um die Vielfalt in der Hauswirtschaft angeboten. Von einer Ausstellung über tägliche Kioskangebote zu Mitmach Stationen wurde Interessierten ein buntes Programm geboten. Wie die Idee zu der Aktion entstanden ist und ob es AHA-Momente gab, berichtet uns die junge, engagierte Lehrerin Anne Zacharias. 

Anne, wie ist die Idee einer Aktionswoche rund um die Hauswirtschaft mit dem Motto „Für (d)eine bessere Zukunft entstanden?

Ich wurde auf die Aktionswoche Hauswirtschaft aufmerksam, als ich Werbung dafür vom Deutschen Hauswirtschaftsrat e.V. sah. Das Motto sprach mich sofort an und die Idee entstand, unseren Fachbereich der Schülerschaft und dem Kollegium näher zu bringen. Mit meiner Teamleitung Anja Mahnke hatte ich direkt eine weitere Begeisterte an meiner Seite und gemeinsam starteten wir in die Planungen. Dass sich daraus eine so tolle Aktionswoche entwickelte, war uns zu diesem Zeitpunkt nicht bewusst.

Das klingt spannend! Was genau wurde bei der Ausstellung „Die bunte Welt der Hauswirtschaft“ gezeigt?

Wir haben zum einen unseren Schulalltag dargestellt. Die Ausstellung zeigte zum Beispiel Fotos von vergangenen Aktionen wie der Blutspende, die wir gemeinsam mit dem DRK bei uns an der Schule ausgerichtet haben, oder auch unseren großen Adventsmarkt. Zudem wurden natürlich typische fachtheoretische Inhalte präsentiert. Wir stellten auch die Berufsausbildung dar, da viele unserer SchülerInnen nach dem Besuch der Berufsschule in eine Ausbildung münden möchten. Weiterhin haben wir Stationen ausgearbeitet, an denen die SchülerInnen, aber natürlich auch die KollegInnen aktiv werden konnten. So gab es ein Quiz über die Hauswirtschaft, eine Stadt-Land-Vollpfosten-Hauswirtschaft-Version und ein Legespiel, bei dem zugeordnet werden sollte, an welcher Stelle im Kühlschrank einzelne Lebensmittel fachgerecht gelagert werden.

Welche Ziele habt ihr mit den täglichen Kioskangeboten verfolgt?

Der Kiosk läuft bei uns immer an zwei Wochentagen, mittwochs und donnerstags. Wir möchten unseren SchülerInnen die Möglichkeit eines gesunden, nachhaltig produzierten Snacks bieten. Wir stellen im Unterricht die Speisen her, und die SchülerInnen des Fachbereiches Hauswirtschaft verkaufen sie dann im Eingangsbereich des Schulgebäudes. Da es uns bei der Aktionswoche um mehr Präsenz ging, entstand die Idee, das Angebot auf die ganze Woche auszuweiten. Mehr Präsenz geht ja quasi kaum… Der Kiosk wurde erweitert, die SchülerInnen bauten Sitzmöglichkeiten rund um den Verkaufsstand auf. Es entstand eine Cafeteria-Atmosphäre. Wir schafften es, SchülerInnen und KollegInnen zusammenzubringen. Es wurde gelacht, geklönt, die Atmosphäre war einfach klasse. Ich finde, das ist ein schönes Sinnbild für die Hauswirtschaft: Es geht zum einen um die Verpflegung von Personengruppen, aber definitiv auch darum, Menschen zu verbinden und ihren Alltag positiver zu gestalten.

Die Lehrerinnen Anja Mahnke und Anne Zacharias (von links) der BBS Lüchow haben die Aktionswoche geplant und durchgeführt.
Die Lehrerinnen Anja Mahnke und Anne Zacharias (von links) der BBS Lüchow haben die Aktionswoche geplant und durchgeführt.Anne Zacharias / BBS Lüchow

Wie wurden die Schülerinnen und Schülern aus eurem Fachbereich in die Aktionen eingebunden?

Wie schon beschrieben, haben sie den Kiosk geplant, die Speisen produziert und verkauft. Sie waren aber auch an der Ausstellung beteiligt, die sich ebenso wie der Kiosk im Eingangsbereich des Schulgebäudes befand. Die SchülerInnen erstellten Plakate und überlegten sich, wie sie ihren Schulalltag präsentieren können. Für uns als Lehrkräfte war es toll zu sehen, mit welcher Euphorie die SchülerInnen dabei waren, wie sie sich mit den Unterrichtsthemen auseinandersetzten, darüber diskutierten, wie sie zum Beispiel die Stellwände am besten positionieren, aber auch, mit welchem Stolz sie aus der Schule gingen, als sie die Ausstellung fertig gestellt hatten.

Und wie war die Resonanz bei den Besucherinnen und Besuchern?

Ist Resonanz, wenn es etwas zu essen gibt, nicht immer gut ?! Ich würde das zumindest für unsere Aktionswoche so unterschreiben. Es lief in jeglicher Hinsicht genau so, wie wir uns das erhofft hatten. Egal, mit wem wir sprachen - alle fanden unsere Aktionswoche toll. Ganz tolle Rückmeldungen haben wir zudem bekommen, als wir SchülerInnen der Jeetzel-Oberschule aus Lüchow als unsere Gäste begrüßen durften. Viele SchülerInnen der Oberschule finden den Weg zu uns an die BBS, ein Bruchteil davon aber leider nur in die Hauswirtschaft. Um uns vorzustellen und vielleicht auch ein bisschen attraktiver zu machen, haben wir die SchülerInnen zu einem „Meet and Greet“ eingeladen. Unsere Gästen hatten Zeit, sich die Ausstellung anzuschauen, und wurden danach bei "Kaffee und Wasser“ von meiner Kollegin Anja Mahnke und mir über unseren Fachbereich informiert. Ein Highlight war außerdem, dass sich auch eine jetzige Schülerin, die im Sommer ihre Ausbildung in der Hauswirtschaft beginnen möchte, bereit erklärt hat, ihren Weg von der Oberschule über die BBS und dann hoffentlich in die Ausbildung zu beschreiben.

Was sollte mit der Aktionswoche vermittelt werden?

Die Vielfalt, die Wichtigkeit, die Attraktivität, die Lebendigkeit, die Strukturiertheit, die Alltagsnähe, die Berufsausbildung, die vielen Weiterbildungs - bzw. Entwicklungsmöglichkeiten - wie wertvoll, wie sozial, wie nachhaltig, wie cool, wie kreativ und wie selbstbestimmt die Hauswirtschaft ist.

Warum ist das Thema Hauswirtschaft aus deiner Sicht gerade für junge Menschen wichtig?

In meinem Alltag stelle ich immer wieder fest, wie wenig junge Menschen mit einer gesunden Lebensweise konfrontiert sind bzw. über Alltagskompetenzen verfügen. Da stellt sich doch die Frage: „Wie wollen die Jugendlichen allein klarkommen?“ Sicherlich gibt es Lieferdienste, Fast-Food-Ketten oder Wäschereien, aber diese täglich in Anspruch zu nehmen, das kann es doch nicht sein?! Meiner Meinung nach - und ich bin mir ziemlich sicher, dass ich hier auch im Namen meiner Kolleginnen spreche - ist das der Ansatz, an dem wir lehren müssen und dies auch tun. Bei uns in der Hauswirtschaft erlernen unsere SchülerInnen, wie sie gesundes Essen zubereiten und das auch noch kostengünstig. Sie lernen, wie unser Körper funktioniert und wie man Abhilfe schaffen kann, wenn es mal nicht so richtig rundläuft. Alltagskompetenzen wie das fachgerechte Waschen von Wäsche, das Entfernen von Flecken oder eben auch die Reinigung von einer Kaffeemaschinen gehören dazu. Wir möchten, dass die SchülerInnen ein Bewusstsein dafür entwickeln, dass unser Körper, aber auch unsere alltäglichen Gebrauchsgegenstände durch die richtige Pflege langlebiger sind.

Gab es ein Highlight der Woche, das dir besonders in Erinnerung geblieben ist?

Vorab finde ich wichtig zu sagen, dass die ganze Woche ein absolutes Highlight war. Aber in der Tat gab es ein Ereignis, an das ich besonders gerne zurückdenke. Ich war in der Schule unterwegs und kam in den Eingangsbereich, in dem unsere Ausstellung war. Es war viel los, einige Klassen schauten sich die Ausstellung an. An einem Tisch saßen vier SchülerInnen des 13. Jahrgangs. Alle waren verkleidet, da sie sich gerade in ihrer letzten Schulwoche - der „Mottowoche“ befanden. In diesem ganzen Trubel spielten die vier voller Euphorie unser Stadt-Land-Vollpfosten-Hauswirtschaft-Spiel. Sie lachten, fachsimpelten und vergaßen für einen kleinen Augenblick die Welt um sich herum. Klingt kitschig, war es aber gar nicht. Für mich war das der Moment, in dem mir klar wurde, dass sich das alles gelohnt hat. Die Planungen im Vorfeld, jeglicher Mehraufwand, alles, was die Aktionswoche so mit sich brachte - haben wir genau für solche Momente gemacht!

Vielen herzlichen Dank, Anne, für das offene Gespräch und den spannenden Einblick in eure engagierte und erfolgreiche Aktionswoche rund um die Hauswirtschaft. Es war inspirierend zu sehen, mit wie viel Herzblut ihr die Hauswirtschaft sichtbar macht.