Giersch (Aegopodium podagraria) ist sehr beständig und verbreitet sich durch unterirdische Ausläufer (Rhizome). Erstmal etabliert, ist er nur mit großem Aufwand zu beseitigen, denn auch kleine Rhizomstücke wachsen zu einem neuen Bestand auf.
Giersch ist ein mit Möhren und Petersilie verwandtes Doldengewächs, das vor allem auf eher feuchten, schattigen und nährstoffreichen Böden anzutreffen ist. Meist wächst dieses Unkraut am Rand von Hecken und Gräben. Von dort aus verbreitet es sich in Beete und Wiesen hinein. Die zahlreichen Ausläufer wachsen flach im Boden. Die oberirdischen Sprosse mit dem bekannten dreizähligen Laub bilden rasch flächige Bestände. Die weißen Einzelblüten stehen in vielblütigen Dolden und sind von Mai bis August für viele Insekten attraktiv. Vorbeugend muss man bei Neuanlagen darauf achten, dass der Boden befallsfrei ist, bevor die Kulturpflanzen gepflanzt werden. Pflanzgut ist gründlich auf Besatz zu prüfen und gegebenenfalls zurückzuweisen.
Falls ein Befall auf der Fläche bereits bekannt ist, sollte geprüft werden, ob diese durch eine anderweitige Nutzung unkrautfrei gemacht werden kann. Auf Rasenflächen z. B. hat der Giersch aufgrund intensiver Pflege (wöchentliches Mähen) keine dauerhafte Chance.
Der Einsatz von Unkrautvlies kann den Giersch unterdrücken. Hierauf wird Mulch ausgebracht, um die Fläche natürlicher erscheinen zu lassen. Mindestens ein Jahr lang muss der Durchwuchs verhindert werden, dann sind die Rhizome zumeist erschöpft. Einfache Mulchschichten sind dazu in aller Regel nicht in der Lage, da die Rhizome diese durchwachsen. Generell gilt jedoch, dass Wurzelunkräuter in gemulchten Flächen leichter zu jäten sind als auf bloßer Erde.
Mit Jäten, Mähen und Hacken kann eine nicht zu unterschätzende Wirkung erzielt werden, wenn sie sehr häufig (in der Vegetationszeit etwa alle zwei bis drei Wochen) durchgeführt werden. Durch das regelmäßige Stören des Rhizoms und Abtrennen des Sprosses wird der Giersch geschwächt und zurückgedrängt.
In Zierbeeten ist der Giersch mit verschiedenen Totalherbiziden bekämpfbar, wenn sie in der höchsten zulässigen Aufwandmenge angewandt werden. Dennoch ist die Wirkung teilweise nur relativ kurzfristig befriedigend (z. B. Roundup Easy, Finalsan Plus).
Weitere Informationen zu zugelassenen Pflanzenschutzmitteln finden Sie hier. Zudem bieten die Kolleg*innen vom Pflanzenschutzdienst einen monatlichen Pflanzenschutz-Hinweis für den Haus- und Kleingarten an. Dieser informiert über aktuelle Themen rund um den Pflanzenschutz. Diesen erhalten Sie dann ganz bequem per Email.
Von März bis September können Sie Ihre Fragen zum Pflanzenschutz auch direkt über die Pflanzenschutz-Hotline stellen. Immer dienstags von 10 bis 12 Uhr sind die Kolleg*innen unter der Telefonnr.: 0441 801-789 zu erreichen.
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