Mit dem menschengemachten Klimawandel ändern sich auch die Umweltbedingungen für unsere Pflanzen und die sie besiedelnden Schaderreger. Von höheren Durchschnittstemperaturen, milderen Wintern und längeren Wachstumsperioden profitieren entsprechend angepasste Organismen. Auch Pflanzenschädlinge sind darunter zu finden. Sie erweitern ihr Verbreitungsgebiet von Süden Richtung Norden oder werden mit dem Warenstrom bei uns eingeschleppt. Aufgrund günstiger erscheinender Lebensbedingungen etablieren sie sich bei uns als Neubürger, sogenannte Neobiota. Dafür gibt es zahlreiche Beispiele. Drei bedeutende sollen kurz Erwähnung finden, da sie zum einen auffällig sind und zum anderen in den nächsten Jahren häufiger thematisiert werden.

Wanzen: Verschiedene Arten machen auf sich aufmerksam, u. a. die Grüne Reiswanze (Nezara viridula) und die Marmorierte Baumwanze (Halyomorpha halys). Beide Arten treten an verschiedensten Pflanzen auf. Neben der unterschiedlichen Färbung unterscheidet sich die Grüne Reiswanze durch das etwas frühere Auftreten und die Ausprägung einer zweiten jährlichen Entwicklungsgeneration.
Engerlinge: Die Larven von Blatthornkäfern, z. B. von Mai- und Junikäfer, werden Engerlinge genannt. Besonders dem Japankäfer (Popilla japonica) wird derzeit viel Beachtung geschenkt, da seine baldige Ausbreitung in Deutschland von Süd nach Nord erwartet wird. Die adulten Tiere haben auffällige weiße Haarbüschel unter den Flügeldecken und strecken als Alarmverhalten typischerweise beidseits vom Körper ein Bein ab. Während die Engerlinge gerne unterm Rasen sitzen, fressen die Käfer sowohl an Gehölzen als auch krautigen Pflanzen bis hin zu einem gefürchteten Kahlfraß.
Borkenkäfer: An den durch Trockenheit gestressten Fichten in vielen Regionen führten u. a. auch Borkenkäfer zum frühzeitigen Absterben. Erst Stressbedingungen, vor allem durch Verpflanzung, Trockenheit und Sturmschäden ausgelöst, locken die Käfer an. Im öffentlichen Grün und im Garten besonders relevant sind u. a. der Eichensplintkäfer (Scolytus intricatus) sowie der Thuja-Borkenkäfer (Phloeosinus sp.). Bohrlöcher im Stamm sowie Fraßgänge der Larven unter der Rinde sind typische Symptome eines Befalls. Folgeschäden durch Spechte und pilzliche Erreger können sich zusätzlich einstellen.
Weitere Informationen zu zugelassenen Pflanzenschutzmitteln finden Sie hier. Zudem bieten die Kolleg*innen vom Pflanzenschutzdienst einen monatlichen Pflanzenschutz-Hinweis für den Haus- und Kleingarten an. Dieser informiert über aktuelle Themen rund um den Pflanzenschutz. Diesen erhalten Sie dann ganz bequem per Email.
Von März bis September können Sie Ihre Fragen zum Pflanzenschutz auch direkt über die Pflanzenschutz-Hotline stellen. Immer dienstags von 10 bis 12 Uhr sind die Kolleg*innen unter der Telefonnr.: 0441 801-789 zu erreichen.
Bei allgemeinen Fragen zum Garten über Gehölze, Stauden, Obst und Gemüse oder Rasen helfen Ihnen die Kolleg*innen der Niedersächsischen Gartenakademie gerne weiter. Sie erreichen diese immer montags von 9 bis 12 Uhr am Gartentelefon oder per Mail an gartenakademie@lwk-niedersachsen.de.











