Die Seminarreihe „Nachhaltige Wirtschaftsweisen und Ökolandbau“ geht weiter. Im Mittelpunkt stehen aktuelle Themen rund um Nachhaltigkeit in der Landwirtschaft: von Digitalisierung und Klimacheck über nachhaltige Unternehmensführung bis hin zu moderner Tierhaltung und der Ausbildung von morgen. Die neue Veranstaltungsreihe vermittelt praxisnahes Wissen für die Zukunft der Landwirtschaft.
Mache mit: Neue Web-Seminarreihe startet im Herbst 2026
Nach dem großen Erfolg der Seminarreihe„Nachhaltige Wirtschaftsweisen und Ökolandbau“ wird das Angebot 2026 fortgesetzt. Mehr als 850 Teilnehmende nutzten die bisherigen Veranstaltungen, um sich praxisnah zu Themen wie Biodiversität, Klimaschutz, Tierwohl, ressourcenschonender Landbewirtschaftung, Ökolandbau und nachhaltiger Unternehmensführung weiterzubilden. Die Seminarreihe bietet 2026 wieder aktuelle Impulse für Ausbilderinnen und Ausbilder, Lehrkräfte, Fachkräfte und alle, die die Zukunft der Landwirtschaft aktiv mitgestalten möchten.
Unter dem Motto„Von A wie Ausbildung bis Z wie Zukunftskompetenz“ werden in sechs Web-Seminaren zentrale Zukunftsthemen der Landwirtschaft aufgegriffen.In sechs praxisnahen Modulen stehen die großen Herausforderungen und Chancen der Branche im Mittelpunkt: von nachhaltiger Tierhaltung über Klimabilanzierung, Humusaufbau und Agroforstsysteme, Wasserschutz bis hin zu moderner Unternehmensführung. Darüber hinaus werden digitale Innovationen wie Künstliche Intelligenz, Robotik, kameragestützte Technik und Drohneneinsatz im Acker- und Gemüsebau vorgestellt.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Menschen im Betrieb: Wie lassen sich Fachkräfte gewinnen, Beschäftigte langfristig binden und Potenziale durch Integration und Inklusion stärken? Abschließend werden die bevorstehenden Neuerungen in der landwirtschaftlichen Ausbildung vorgestellt und deren Bedeutung für Nachhaltigkeit und Digitalisierung beleuchtet.
Die Seminarreihe verbindet aktuelles Fachwissen, praktische Beispiele und den Austausch mit Expertinnen und Experten. Sie zeigt, wie ökologische, ökonomische und soziale Nachhaltigkeit erfolgreich in die landwirtschaftliche Praxis und Ausbildung integriert werden können. Gefördert wird die Seminarreihe vom Niedersächsischen Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
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13. Okt. 2026🕒 14:00 bis 17:00 Uhr
➡️ Tierhaltung nachhaltig gestalten: Bewährte Maßnahmen und neue Ideen
2. Nov. 2026🕒 09:30 bis 12:30 Uhr
➡️ Den eigenen CO2- Fußabdruck bewerten, die gesamtbetriebliche Nachhaltigkeit im Blick behalten
5. Nov. 2026🕒 09:30 bis 12:00 Uhr
➡️ Unternehmensführung im Kontext der Nachhaltigkeit
11. Nov. 2026🕒 09:30 bis 13:00 Uhr
➡️ Digitalisierung und innovative Technologien: ihre Bedeutung für Nachhaltigkeit im konventionellen und ökologischen Ackerbau
18. Nov. 2026🕒 09:30 bis 12:00 Uhr
➡️ Nachhaltige Beschäftigung, Fachkräftesicherung und inklusive Arbeitsgestaltung
11. Dez. 2026🕒 09:30 bis 12:00 Uhr
➡️ Der "neue" Ausbildungsberuf Landwirt/in - Was ändert sich? Was bleibt?
Die Seminarreihe richtet sich insbesondere an Ausbilderinnen und Ausbilder, Lehrkräfte, Meisterinnen und Meister, Fachschülerinnen und Fachschüler, Prüferinnen und Prüfer sowie weitere Interessierte aus Landwirtschaft, Beratung und Bildung.
Programmübersicht: Die sechs Web-Seminare im Überblick
13.10.2026 | 14:00 – 17:00 Uhr
Tierhaltung nachhaltig gestalten: Bewährte Maßnahmen und neue Ideen
Nachhaltigkeit in der Tierhaltung steht heute mehr denn je im Spannungsfeld von Tierwohl, Umwelt- und Klimaschutz sowie wirtschaftlicher Tragfähigkeit. In diesem Seminar werden aktuelle Ansätze und praxisbewährte Maßnahmen vorgestellt, welche die Nachhaltigkeit in der Haltung von Rindern, Geflügel und Schweinen gezielt beeinflussen können.
Im Rinder-Teil dieses Seminars geht es u.a. um die Milchrinderzucht. Die Erfassung von Merkmalen und die Zuchtwertschätzung haben sich im Verlaufe der letzten Jahre deutlich verändert. Stand anfangs die Steigerung der Milchleistung im Vordergrund, so stehen heute Gesundheits- und weitere Merkmale im Fokus, die die Lebensdauer und Effizienz der Kühe verbessern. Weitere neue Ansätze für eine ressourcen- und umweltschonende Milcherzeugung sind die Zuchtwertschätzungen auf erhöhte Futtereffizienz und Methanreduzierung. Ein weiteres Thema wird das optimierte Parasitenmanagement in Weidebetrieben sein, mit welchem sowohl die Tiergesundheit gefördert als auch Einfluss auf die Ökosystem und die Insektenvielfalt genommen werden kann.
Die mobile ökologische Geflügelhaltung bietet neue Möglichkeiten, Eier und Fleisch tiergerecht und nachhaltig zu erzeugen. Gleichzeitig stellt sie landwirtschaftliche Betriebe vor besondere produktionstechnische und wirtschaftliche Herausforderungen. Der Vortrag beleuchtet die wesentlichen Erfolgsfaktoren mobiler Haltungssysteme für Geflügel – von Stallkonzepten, Weidemanagement und Tiergesundheit bis hin zu Arbeitsaufwand und Vermarktungsstrategien.
Die ökologische Schweinehaltung verbindet hohe Anforderungen an Tierwohl, Umweltverträglichkeit und Wirtschaftlichkeit. Der Vortrag beleuchtet zentrale Aspekte einer nachhaltigen Schweinehaltung mit besonderem Fokus auf die Fütterung, Zucht und Arbeitserledigung.
02.11.2026 | 09:30 – 12:30 Uhr
Den eigenen CO2- Fußabdruck bewerten, die gesamtbetriebliche Nachhaltigkeit im Blick behalten
„Haben Sie eine Klimabilanz für Ihren Betrieb?“ Diese Frage wird immer öfter auch an die Landwirtschaft adressiert, sei es von Molkereien, Schlachtereien, Banken oder dem Lebensmitteleinzelhandel. Um den CO2-Fußabdruck von landwirtschaftlich erzeugten Produkten oder dem Gesamtbetrieb zu ermitteln, gibt es beispielsweise die Berechnungstools TEKLa und KLEO. Diese beleuchten und analysieren die auf dem Betrieb entstehenden Treibhausgasemissionen und stellen diese auf Produktebene dar. Mit Hilfe dieser Beratungstools können zudem Klimaschutzmaßnahmen hinsichtlich ihrer Wirkung geprüft und dargestellt werden.
Im Rahmen der Nachhaltigkeit und insbesondere im Hinblick auf Klimaschutz und Klimaanpassung werden zwei Maßnahmen besonders intensiv diskutiert – die Humusanreicherung in Böden und die Agroforstwirtschaft. Doch was steckt dahinter, was sind die Erwartungen und wo liegen die Grenzen?
Gerade für junge Landwirtinnen und Landwirte wird es zunehmend wichtiger, sich mit den Herausforderungen von Klimaschutz und Klimaanpassung auseinanderzusetzen, um geeignete Maßnahmen für den eigenen Betrieb abzuleiten. Dabei darf die gesamtbetriebliche Nachhaltigkeit jedoch nicht aus den Augen verloren werden. Das gilt sowohl für konventionelle als auch für ökologisch wirtschaftende Betriebe. Ökonomie, Ökologie und Soziales müssen im Dreiklang betrachtet werden. Aktuelle politische Vorgaben fordern mehr Transparenz hinsichtlich nachhaltigkeitsbezogener Kriterien entlang der gesamten Wertschöpfungskette. In der Folge steigen die Anforderungen nachgelagerter Bereiche der Landwirtschaft (z.B. Verarbeitungsunternehmen) sowie von Finanzinstituten an die Bereitstellung fundierter Informationen zur Nachhaltigkeit auf landwirtschaftlichen Betrieben. Zur systematischen Einordnung, welche Faktoren hierbei relevant sind und wie der eigene Betrieb positioniert ist, bietet der Nachhaltigkeitscheck Landwirtschaft (NaLa) eine fundierte Orientierung.
In dem Seminar möchten wir diesen Fragen nachgehen, die Möglichkeiten zur Erfassung von Klimaschutz und gesamtbetriebliche Nachhaltigkeit mittels verfügbarer Tools vorstellen und mit Ihnen gemeinsam diskutieren.
05.11.2026 | 09:30 – 12:00 Uhr
Unternehmensführung im Kontext der Nachhaltigkeit
In diesem Seminar erhalten Sie wichtige Tipps zu aktuellen Fördermöglichkeiten, Finanzierungsstrategien und stabilen Marktstrukturen für eine nachhaltige Unternehmensführung in der Landwirtschaft. Unsere Experten zeigen Ihnen an praxisnahen Beispielen, worauf zu achten ist. Ob Unternehmer, Auszubildende oder Beratende, alle können etwas mitnehmen! Nutzen Sie die Gelegenheit, sich mit anderen Fachleuten auszutauschen und innovative Ansätze zu entdecken.
11.11.2026 | 09:30 – 13:00 Uhr
Digitalisierung und innovative Technologien: ihre Bedeutung für Nachhaltigkeit im konventionellen und ökologischen Ackerbau
Dieses Seminar der Reihe gibt einen Überblick über technische Innovationen im Bereich des Pflanzenbaus und Pflanzenschutzes und deren Bedeutung für Nachhaltigkeit auf landwirtschaftlichen Betrieben.
„Welche Herausforderungen kommen auf mich im Hinblick auf Künstliche Intelligenz und Digitalisierung in der Landwirtschaft zu?“ Eine häufig gestellte Frage interessierter Betriebe an die Beratung.
Mit den rasanten Fortschritten in der Entwicklung von künstlicher Intelligenz und in der Digitalisierung der (Land-)technik gewinnt das Thema, insbesondere bei der kommenden Generation in der Landwirtschaft zunehmend an Bedeutung.
Für junge Landwirtinnen und Landwirte bietet es sich daher an, sich im Rahmen ihrer Ausbildung mit dem Themenkomplex auseinanderzusetzen. So können wichtige Impulse für ihre zukünftige Arbeit entstehen.
Mit diesem Workshop geben wir einen Einblick über die Möglichkeiten der Digitalisierung und die Einbindung von innovativer Technologie in den modernen Ackerbau: Im Rahmen der Pflanzenschutzmittelreduzierungsstrategie wird Expertenwissen zum Thema Künstliche Intelligenz und deren Anwendung in Prognosemodellen, dem System Spotspray und den Möglichkeiten der Digitalisierung in der Anwendung von Pflanzenschutzmitteln vermittelt. Des Weiteren werden kameragestützte Hacktechnik, Robotik und Lasertechnik im Gemüsebau sowie die Vorerntesaat von Zwischenfrüchten mit Drohnen vorgestellt.
Insbesondere Robotik und moderne Hack- bzw. Lasertechnik spielen zunehmend eine wichtige Rolle im ökologischen Landbau. Daher sollen die Möglichkeiten der Digitalisierung und die Nutzung innovativer Technologien sowohl für den konventionellen Ackerbau als auch angepasst an den ökologischen Landbau herausgestellt werden. Unterlegt werden die Themen mit praxisnahen Hinweisen und Versuchsergebnissen.
Die Veranstaltung wird gefördert durch das Niedersächsische Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
18.11.2026 | 09:30 – 12:00 Uhr
Nachhaltige Beschäftigung, Fachkräftesicherung und inklusive Arbeitsgestaltung
Die Zahl der Beschäftigten in landwirtschaftlichen Betrieben steigt seit vielen Jahren. Gut ausgebildete und motivierte Arbeits- und Fachkräfte tragen wesentlich zum Unternehmenserfolg bei. Transparente Kommunikation und klare Verantwortlichkeiten sind Voraussetzungen für nachhaltige Beschäftigung. Dies bedeutet Arbeits- und Fachkräfte durch "gute" Führung zu binden, deren Weiterbildung und Motivation zu fördern, sie in Entscheidungen einzubinden und mit guten Arbeitsbedingungen die Gesundheit zu erhalten.
Potential bei der Gewinnung von Fachkräften und Auszubildenden liegt auch bei der Integration und Weiterentwicklung von Menschen mit Migrationshintergrund, sowie der Inklusion von Menschen mit Beeinträchtigungen.
Dieses Seminar gibt einen Überblick über die Grundlagen einer nachhaltigen Beschäftigung, der Gewinnung von Fachkräften und den gesetzlichen Vorgaben und Unterstützungsmöglichkeiten bei Integration und Inklusion.
11.12.2026 | 09:30 – 12:00 Uhr
Der "neue" Ausbildungsberuf Landwirt/in - Was ändert sich? Was bleibt?
Die Ausbildungsordnung im Beruf Landwirt/in wird derzeit modernisiert – mit klarer Ausrichtung auf Zukunftsthemen wie Nachhaltigkeit, Digitalisierung und ressourcenschonendes Wirtschaften, sowie den zunehmenden Anforderungen an Kommunikation und berufliches Rollenverständnis. In dieser Online-Veranstaltung erhalten Sie einen kompakten Überblick über die neuen Berufsbildpositionen sowie die zentralen Änderungen im Ausbildungsrahmenplan und im Rahmenlehrplan.
Erfahren Sie, welche Inhalte neu hinzugekommen sind, welche bewährten Strukturen bestehen bleiben und wie sich daraus Chancen für die Ausbildungspraxis insbesondere im Rahmen der Nachhaltigkeit ergeben. Darüber hinaus stellen wir praxisnahe Best-Practice-Beispiele für gelingende Lernortkooperationen vor – für eine bessere Verzahnung von Betrieb, Berufsschule und weiteren Lernorten.
Hier die Berichte zu den bisherigen Veranstaltungen:
An der Web-Seminarreihe nahmen teil:
- Landwirtschaftliche Ausbilderinnen und Ausbilder
- Lehrerinnen und Lehrer
- Meisterinnen und Meister
- Teilnehmende an Meisterkursen
- Fachschülerinnen und Fachschüler
- Prüferinnen und Prüfer
- sowie viele weitere Interessierte.
Bericht 6.12.2024: Alles über die Auftaktveranstaltung finden Sie hier:
Auftaktveranstaltung - Seminarreihe: nachhaltige Wirtschaftsweisen und Ökolandbau - YouTube
Bericht 6.05.2025: Biodiversitätsförderung und Klimaschutz im eigenen Betrieb
Mit dem ersten Seminar wurde in die Thematik Biodiversität und Klimaschutz eingestiegen.
„Was tun Sie für Biodiversität und Klimaschutz?“ Diese Frage wird immer öfter auch an die Landwirtschaft adressiert.
Wir behaupten – in jedem Betrieb finden sich bereits Ansätze und kleine Stellschrauben, die Biodiversität fördern und zum Klimaschutz beitragen.
Doch wie kann ich Biodiversitätsförderung auf dem Betrieb erfassen und was gehört alles dazu? Und wie sieht der CO2–Fußabdruck für meine Produkte aus? Wo sind die größten Stellschrauben zur Verminderung von Treibhausgasen?
Um als Betrieb auf diese Fragen eingehen zu können, ist es zunehmend wichtig sich die vielfältigen Möglichkeiten der Biodiversitätsförderung sowie das komplexe Thema „Klimaschutz in der Landwirtschaft“ näher anzuschauen und aufzuzeigen, an welchen Stellschrauben in der Produktion gedreht werden kann, um die Treibhausgasemissionen zu mindern.
Gerade für junge Landwirtinnen und Landwirte ist es daher immer wichtiger, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Sei es direkt auf dem Betrieb oder auch in der Schule.
Mit diesem Workshop wurden Möglichkeiten zur Erfassung von Biodiversität und Klimaschutz und der Umsetzung von Maßnahmen für die landwirtschaftlichen Betriebe herausgestellt und zudem aufzeigt, wie ein so komplexes und dynamisches Themenfeld in der Ausbildung vermittelt werden kann.
Hier die Vorträge zu den behandelten Themenfeldern:
- Biodiversität und Klimaschutz im Kontext der betrieblichen Nachhaltigkeit
- Klimaschutz im Betrieb umsetzen und vermitteln
- Klimaschutz in Schule und Ausbildung
- Biodiversität in Schule und Ausbildung
- Der einzelbetriebliche Biodiversitätschek ein Model für die Ausbildung
- Umfrageergebnisse aus dem Seminar Biodiversitätsförderung und Klimaschutz im eigenen Betrieb
Bericht 17.09.2025: Tierwohl und Tierhaltungsformen als Grundlage einer nachhaltigen Produktion und Wertschöpfungskette
Am 17. September 2025 fand das Seminar „Tierwohl und Tierhaltungsformen als Grundlage einer nachhaltigen Produktion und Wertschöpfungskette“ online in MS Teams statt. Ziel war es, die Rolle des Tierwohls in der nachhaltigen Landwirtschaft zu beleuchten und die komplexen Zusammenhänge zwischen Haltungssystemen, gesellschaftlichen Erwartungen und ökologischen sowie ökonomischen Anforderungen zu diskutieren.
In verschiedenen Vorträgen und Diskussionen wurden aktuelle Herausforderungen und Lösungsansätze vorgestellt. Themen waren unter anderem:
- Ansprüche aus der Gesetzgebung, Gesellschaft, Landwirtschaft und Wirtschaft (LEH)
- Praxisbeispiele aus der Landwirtschaft und Verarbeitung
- Zukunftsweisende Haltungsformen im Bereich Rind, Geflügel und Schwein
In der Diskussion lag der Schwerpunkt auf den Zielkonflikten, die sich in der Praxis ergeben:
- Tierwohl vs. Umweltschutz: Verbesserte Haltungsbedingungen durch tierwohlgerechte Stallum- oder -neubauten – etwa durch mehr Platz, Auslauf oder Frischluftställe – können zu höheren Emissionen (z. B. Stäube, Gase und Gerüche) führen. Dies steht häufig im Konflikt mit dem Umweltschutz und führt nicht selten zu behördlichen Hemmnissen, etwa durch einen langen und herausfordernden baulichen Genehmigungsprozess, der nicht selten in Ablehnung endet.
- Tierwohl vs. Wirtschaftlichkeit: Tiergerechte Haltung ist mit höheren Kosten verbunden, etwa durch größere Stallflächen, mehr Arbeitsaufwand oder geringere Besatzdichten. Ohne entsprechende und wirkungsvolle Marktanreize oder Fördermaßnahmen geraten Betriebe schnell in wirtschaftliche Schwierigkeiten bzw. können die höheren Anforderungen nicht umsetzen.
- Umweltschutz vs. Wirtschaftlichkeit: Maßnahmen zur Emissionsminderung oder zur Verbesserung der Energieeffizienz sind langfristig sinnvoll, erfordern jedoch Investitionen, die nicht immer durch den Markt kompensiert werden.
In Vorträgen und Diskussionen wurden Lösungsansätze vorgestellt. Praxisbeispiele zeigten, dass nachhaltige Tierhaltung möglich ist – jedoch nur, wenn Tierwohl, Umwelt und Wirtschaftlichkeit gemeinsam gedacht und gestaltet werden.
Das Seminar lieferte wertvolle Denkanstöße für die Weiterentwicklung zukunftsfähiger Produktionssysteme und machte die Notwendigkeit eines systemischen und verlässlichen Ansatzes in der Agrar- und Ernährungspolitik deutlich.
Am Webseminar nahmen ca. 50 Personen teil. Die tatsächliche Zahl der Teilnehmenden lag wie im vorherigen Seminar wahrscheinlich deutlich höher, da auch hier Berufsschullehrkräfte unter den Teilnehmenden waren und das Seminar mit ihren Klassen verfolgten.
Für Informationen zu den behandelten Themen kontaktieren Sie uns gerne:
Dirk Albers, Fachreferent für Rinderzucht und Rinderhaltung, Dirk.Albers@LWK-Niedersachsen.de
Dominik Jacobs, Berater Geflügelhaltung, Dominik.Jacobs@LWK-Niedersachsen.de
Dr. Heiko Janssen, Sachgebietsleiter Tierhaltung, Fachreferent Schweinezucht und Schweinehaltung, Heiko.Janssen@LWK-Niedersachsen.de
Bericht 25.09.2025: Grundlagen der wassersparenden Landbewirtschaftung
Referenten: Dr. Thomas Pollmann (Leiter Sachgebiet Boden und Bodenschutz) und Henning Gödeke (Leiter Sachgebiet Beregnung und Wassermanagement).
Eine wassersparende Landbewirtschaftung ist in Zeiten des Klimawandels wichtiger denn je. Nur wer seinen Boden mit seinem spezifischen Wasserhaushalt kennt, kann die immer knapper werdende Ressource Wasser bei der Bewirtschaftung effektiv einsetzen:
- Doch, welche Parameter beeinflussen die Fähigkeit des Bodens Wasser aufzunehmen und pflanzenverfügbar zu speichern?
- Welche Rolle spielen dabei „Totwasser“ und „Permanenter Welkepunkt“?
- Wie kann die Wasseraufnahme und das Wasserhaltevermögen eines Bodens erhöht und Wasserverluste verringert werden?
Diesen und weiteren Fragen zum Bodenwasserhaushalt wurden im ersten Teil des Web-Seminars nachgegangen.
Im zweiten Teil des Web-Seminars flossen die fundierten Erkenntnisse aus Beratung und Versuchsergebnissen im Bereich der Bewässerung zusammen, um zusammen mit dem ersten Teil eine ganzheitliche Betrachtung der wassersparenden Landbewirtschaftung zu ermöglichen. Es wurden Antworten auf entscheidende Fragen gegeben:
- Wie kann ein effizienter Einsatz von Zusatzwasser aussehen, wenn der Boden als natürlicher Wasserspeicher an seine Grenzen kommt und die Pflanzen auf Beregnungswasser angewiesen sind?
- Welche Pflanzen und welche Standorte sind beregnungsbedürftig und beregnungswürdig?
- Welche Herausforderungen kommen auf die Beregnungslandwirtschaft zu und wie können diese bewältigt werden?
Am Webseminar nahmen ca. 60 Teilnehmende teil. Die tatsächliche Zahl der Teilnehmenden war sogar noch deutlich höher, da sich unter den Teilnehmenden mehrere Berufsschullehrkräfte befanden, die das Webseminar mit ihren Klassen verfolgten.
Für Informationen zu den behandelten Themen kontaktieren Sie uns gerne:
Thomas.Pollmann@lwk-niedersachsen.de, Leiter Sachgebiet Boden und Bodenschutz
Henning.Gödeke@lwk-niedersachsen.de, Leiter Sachgebiet Beregnung und Wassermanagement
Bericht 20.11.2025: Produktionssysteme/-technik in ökologisch wirtschaftenden Ackerbaubetrieben
Referenten: Markus Mücke (FB 3.12 Ökologischer Landbau), Morten Wehland (Bioland e.V.) und Martin Schochow (FB 3.12 Ökologischer Landbau)
Das vierte Seminar der Reihe gab einen Überblick über die Produktionssysteme/-technik im ökologischen Ackerbau.
Im ersten Teil informierte Martin Schochow zunächst allgemein über den Stand der Entwicklung des Ökolandbaus in Niedersachsen und die politischen Ziele. Nach wie vor gibt es einen Bedarf an Betrieben, die von der konventionellen Wirtschaftsweise auf die ökologische umstellen. Daher ging er auf die betrieblichen Voraussetzungen ein, die vorhanden sein müssen, um Biobetrieb zu werden. Zusätzlich erläuterte er den Ablauf der Umstellung, Kontroll- und Zertifizierungsverfahren sowie die Fördermöglichkeiten.
Morten Wehland ging im zweiten Teil auf die Grundsätze des Ackerbaus ein. Er erklärte, wie eine Fruchtfolge im ökologischen Ackerbau aufgebaut ist. Eine hohe Bedeutung kommt dem Anbau von Leguminosen, insbesondere Kleegras zu. Diese sichern unter anderem die Stickstoffversorgung des Systems. Auch Wirtschaftsdünger aus eigner Tierhaltung oder durch Zukauf/Tausch spielen eine wichtige Rolle bei der Nährstoffversorgung, ergänzt werden sie durch die Hinzunahme von zugelassenen Handelsdüngern und Komposten. Zuletzt gab er einen Überblick über Vermarktungsmöglichkeit und Marktpreise der erzeugten Ackerkulturen.
Im dritten Teil über ökologischen Pflanzenschutz und Beikrautregulierung ging Markus Mücke zunächst auf vorbeugende Maßnahmen wie eine durchdachte Fruchtfolge und die richtige Sortenwahl ein. Ziel ist es möglichst konkurrenzstarke Bestände zu etablieren, die effektiv Beikräuter unterdrücken können. Auch Mischkulturen und Untersaaten können hier ihren Beitrag leisten. Dennoch ist in den meisten Fällen eine mechanische Beikrautregulierung am Ende notwendig. Die Funktion und Wirkungsweise von Striegel und Hacke konnte er aufgrund seiner langjährigen Erfahrung mit vielen Beispielen anschaulich darstellen
Am Webseminar nahmen ca. 25 Teilnehmende teil. Die tatsächliche Zahl der Teilnehmenden war sogar noch deutlich höher, da sich unter den Teilnehmenden mehrere Berufsschullehrkräfte befanden, die das Webseminar mit ihren Klassen verfolgten.
Die Veranstaltung wurde gefördert durch das Niedersächsisches Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz.
Für Informationen zu den behandelten Themen kontaktieren Sie uns gerne:
Markus.Mücke@lwk-niedersachsen.de, FB 3.12 Ökologischer Landbau
Morten.Wehland@bioland.de, Bioland e.V.
Martin.Schochow@lwk-niedersachsen.de, FB 3.12 Ökologischer Landbau
Bericht 26.11.2025 Arbeitskraft erhalten – nachhaltig mit sich und anderen arbeiten
Das fünfte Seminar der Reihe gibt einen Überblick zum Nachhaltigen Handeln für Gesundheit am Arbeitsplatz und einem professionellen Umgang mit Ressourcen und Risiken.
Vortragende: Frau Antje Juschkat, Staatliches Gewerbeaufsichtsamt HannoverZentrale Unterstützungsstelle Gewerbeärztlicher Dienst,und Arbeitspsychologie Herr Waldemar Simon, Fachkraft für Arbeitssicherheit ,Sport- und Gesundheitswissenschaftler Arbeitsmedizinischer Dienst Oldenburg e.V.
Moderation: Larissa Trutwig, Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Zentrale Fragen waren im Seminar:
- Wie gehe ich verantwortungsvoll mit den Kräften und Ressourcen meiner Mitarbeitenden, Auszubildenden und mir selbst um?
- Was ist entscheidend, um Gefährdungen richtig zu beurteilen und geeignete Maßnahmen zur Risikovermeidung einzuleiten?
- Wie kann ich meine körperlichen und seelischen Ressourcen langfristig erhalten und stärken?
Herr Simon erläuterte die Grundlagen der Arbeitssicherheit und die Bedeutung korrekter Gefährdungsbeurteilungen. Arbeitssicherheit bedeutet, einen gefahrenfreien Zustand zu schaffen, um Verletzungen, Berufskrankheiten und gesundheitliche Schäden zu vermeiden. Er betonte die Unternehmerpflichten nach ArbSchG: Organisation, Technik und Personal müssen Sicherheit und Gesundheit gewährleisten. Zur Verdeutlichung der Relevanz ging Herr Simon auf aktuelle Unfallstatistiken ein und zeigte Zahlen zu Arbeits- und Wegeunfällen sowie deren Verteilung nach Altersgruppen, häufig verletzte Körperteile und typische Verletzungsarten.
Im Mittelpunkt stand die Gefährdungsbeurteilung nach dem PDCA-Zyklus (Plan – Do – Check – Act) mit sieben Schritten: Vorbereiten, Ermitteln, Beurteilen, Festlegen, Durchführen, Überprüfen und Fortschreiben. Risiken werden anhand von Eintrittswahrscheinlichkeit und Schadensschwere bewertet. Schutzmaßnahmen folgen dem STOP-Prinzip: Substitution, technische, organisatorische und persönliche Maßnahmen sowie Unterweisungen.
Herr Simon hob mit Praxisbeispielen hervor, dass Gefahren an der Quelle bekämpft werden müssen und kollektive Schutzmaßnahmen Vorrang haben. Unternehmer müssen geeignete Mittel bereitstellen bzw. Aufgaben an fachkundige Führungskräfte delegieren. Sicherheitsunterweisungen sind zentral und müssen dokumentiert werden. Ziel ist die kontinuierliche Verbesserung von Sicherheit und Gesundheitsschutz im Betrieb.
Frau Juschkat beleuchtete die Bedeutung psychischer Gesundheit für die Arbeitsfähigkeit und stellte das „Haus der Arbeitsfähigkeit“ vor. Gesundheit bildet die Basis, ergänzt durch Kompetenz, Werte und gestaltete Arbeitsbedingungen. Arbeitsorganisation, Aufgaben, soziale Beziehungen, Arbeitsumgebung und Arbeitszeit sind entscheidend für das Wohlbefinden.
Zur Verdeutlichung zeigte Frau Juschkat Daten zu stressauslösenden Arbeitsbedingungen (TK-Studie 2021). Psychische Belastungen wirken sich kurzfristig auf Körper, Erleben und Verhalten aus (z. B. Muskelspannung, Ärger, sinkende Produktivität) und können langfristig zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen und Angststörungen führen. Auch Fehlzeiten und Isolation nehmen zu.
Ein zentraler Punkt war die Gefährdungsbeurteilung psychischer Belastungen: Belastungsfaktoren identifizieren, Risiken bewerten und Maßnahmen ableiten. Frau Juschkat verwies auf Handlungshilfen der SVLFG wie die „Gute Arbeit“-Box, Beurteilungshilfen und Seminare. Bei allen Ausführungen brachte sie anschauliche Praxisbeispiele ein, um die Umsetzung im Alltag greifbar zu machen.
Abschließend hob sie hervor, dass Arbeitsbedingungen aktiv gestaltet und regelmäßig überprüft werden müssen, um psychische Belastungen zu reduzieren und Arbeitsfähigkeit zu sichern.
Das Seminar wurde durch eine Teilnehmerumfrage begleitet, um in Echtzeit Feedback und Themenbedarf zu erfassen.
Bericht 04.12.2025: Unternehmensführung im Kontext der Nachhaltigkeit
Vortragende: Ruth Beverborg, Laura große Rebel, Ellen Padeken, Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Am 04. Dezember 2025 wurde im Rahmen der Seminarreihe „Nachhaltige Wirtschaftsweisen und Ökolandbau“ das Themenfeld „Unternehmensführung im Kontext der Nachhaltigkeit“ online via MS Teams dargestellt und mit den Teilnehmern diskutiert. Die Säulen Ökonomie und Soziales der Nachhaltigkeit stellten den Mittelpunkt der Veranstaltung dar.
Im ersten Teil des Seminars stand das Thema „Interessante Förderungen für Nachhaltigkeit“ im Fokus. Dieses wurde von Laura große Rebel vorgestellt. Der Schwerpunkt lag auf der Darstellung der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) verbunden mit aktuellen Entwicklungen für das Antragsjahr 2026. Darüber hinaus wurden die Regelungen und aktuellen politischen Änderungen zum Bundesprogramm Stallumbau aufgezeigt, sowie die Agrarinvestitionsförderung (AFP) und das Diversifizierungsprogramm bei Abbau der Tierhaltung (DAT) diskutiert.
Im zweiten Teil „Finanzierung, Förderung und Nachhaltigkeit am Beispiel“ wurden anhand eines Beispielbetriebes die Rahmenbedingungen für eine nachhaltige Unternehmensentwicklung mit Finanzierung und Förderung von Ruth Beverborg aufgezeigt. Nachhaltigkeitskriterien bekommen für LandwirtInnen in der Lieferkette und in der Finanzwirtschaft - hier über das ESG-Rating - eine immer bedeutende Rolle. Ein Schwerpunkt bei der Bewertung der Nachhaltigkeit bildet der CO2 - Fußabdruck eines Unternehmens. Mittlerweile wird daher die Klimabilanzierung von der Landwirtschaftlichen Rentenbank mit bis zu 1.000 Euro bezuschusst. Dann können ausgewählte Programmkredite auch einen Zinsbonus von 0,25 % erhalten.
Im dritten Teil wurde das Thema „Nachhaltiges Personalmanagement – Mitarbeitende finden und binden“ von Ellen Padeken vorgestellt. Neben Zahlen, Daten, Fakten zum Arbeitsmarkt in der grünen Branche wurde das Thema Employer Branding bei der Bindung von Mitarbeitenden beleuchtet. Wichtige Faktoren aus Sicht der Mitarbeitenden bei der Arbeit wurden vorgestellt und anhand der Frage der tatsächlich gezahlten Löhne näher beleuchtet. Außerdem wurden der Aufbau einer Stellenanzeige und Kanäle zur Suche nach Mitarbeitenden aufgezeigt.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der LWK Niedersachsen. Bei weiteren Fragen oder zur Vereinbarung von Beratungsterminen wenden Sie sich
- im Rahmen der Förderprogramme gerne an die FörderungsberaterInnen.
- im Rahmen der nachhaltigen Unternehmensentwicklung an die WirtschaftsberaterInnen.
- im Rahmen der Klimabilanzierung an die FachexpertInnen.
- Im Rahmen der Arbeitnehmerberatung an die Berater*innen für Arbeitsverhältnisse
















