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Was verbirgt sich hinter dem Feldvogelindikator?

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Die Artenvielfalt hat sich in den letzten Jahrzehnten deutlich verändert. Um diese Veränderungen wissenschaftlich erfassen zu können, werden Indikatoren für „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ zur Hilfe genommen. Darunter gibt es verschiedene Indikatorensets, zum Beispiel den Feldvogelindikator. Er zeigt, wie sich typische Feldvogelarten der Agrarlandschaft im Laufe der Zeit entwickeln.

Rebhuhn
Seit 2023 gehört auch das Rebhuhn zu den Vögeln des bundesweiten Feldvogelindikators für AgrarlandSimeon Tholen
Die Idee hinter dem Feldvogelindikator ist simpel: wenn sich Lebensräume in der Agrarlandschaft verändern, reagieren viele Vogelarten empfindlich darauf. Nimmt ihre Zahl ab, leiden sie scheinbar unter schlechteren Lebensbedingungen.

Der Feldvogelindikator ist Teil des bundesweiten Biodiversitätsindikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“. Dieser Gesamtindikator setzt sich aus mehreren Teilindikatoren zusammen, die verschiedene Lebensräume in Deutschland abbilden, darunter Wälder, Siedlungen, Binnengewässer, Küsten/Meer und Alpen. Der Feldvogelindikator bildet dabei den Teilindikator für das Agrarland und zeigt die Entwicklung der biologischen Vielfalt in landwirtschaftlich geprägten Gebieten.  

 

Warum ausgerechnet Vögel?

Vögel eignen sich besonders gut als Indikator für Umweltveränderungen. Sie reagieren empfindlich auf Umweltveränderungen und hinzukommt, dass ihre Bestände seit Jahren erfasst und dokumentiert werden.

Vor allem Feldvögel sind eng an landwirtschaftlich geprägte Umgebungen gebunden. Sie sind auf bestimmte Strukturen im Agrarland angewiesen. Beispielsweise für die Nahrungssuche oder als Brutplatz. Wenn sich dieser Lebensraum verändert, reagieren viele Vogelarten mit einer sinkenden Populationszahl.

Der Feldvogelindikator beruht auf dieser Eigenschaft. Er bezieht die Bestandsentwicklung mehrerer typischer Arten der Agrarlandschaft mit ein. Im Jahr 2023 erfolgte eine Überarbeitung des Indikators „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ in deren Zuge die Artenauswahl unter Einbeziehung fachlicher Expertise überarbeitet wurde. 

Zu diesen Arten gehören seit dem folgende: 

  • Mäusebussard                                                                                                                                                
  • Kiebitz
  • Uferschnepfe
  • Neuntöter
  • Feldlerche
  • Braunkehlchen
  • Wiesenpieper
  • Goldammer
  • Grauammer
  • Star
  • Rebhuhn

Des Weiteren bildet der Feldvogelindikator auch die Entwicklung zahlreicher weiterer Arten in der Landschaft mit ab, da auch viele andere Tier- und Pflanzenarten an eine strukturreiche Agrarlandschaft, mit intakten und nachhaltig bewirtschafteten Lebensräumen, gebunden sind.

Des Weiteren bildet der Feldvogelindikator auch die Entwicklung zahlreicher weiterer Arten in der Landschaft mit ab, da auch viele andere Tier- und Pflanzenarten an eine strukturreiche Agrarlandschaft, mit intakten und nachhaltig bewirtschafteten Lebensräumen, gebunden sind.

Einordnung des Zielwertes

In Deutschland basiert der Feldvogelindikator auf Monitoringprogramme zur Erfassung von Brutvögeln. Die Bestandsentwicklungen werden statistisch ausgewertet und anschließend zu einem gemeinsamen Index zusammengeführt.

Der Zielwert von 100 % im Jahr 2030 entspricht dabei nicht einem historischen Zustand, sondern einem politisch und fachlich definierten Referenzwert. Dieser beschreibt einen wünschenswerten Zustand.

Deutlicher Rückgang in vielen Regionen

Die Entwicklung des Feldvogelindikators zeigt seit mehreren Jahren einen Trend, viele typischen Vogelarten der Agrarlandschaft verzeichnen einen Rückgang. Besonders betroffen sind dabei vor allem Vögel, die auf offenen Agrarlandschaften angewiesen sind und ihr Nest direkt auf dem Boden anlegen.

Für Deutschland zeigt der Feldvogelindikator eine signifikante Abnahme im Zehnjahreszeitraum 2009-2019. Der Indikatorwert von 69,9 % (2019) Zielerreichung im Bezug zum Zielwert für 2030 liegt noch weit entfernt. Eine aktuelle Übersicht finden Sie auf der Seite des Bundesamtes für Naturschutz.

Seit Beginn der 2000er Jahre ist der Trend des Indikators in Niedersachsen rückläufig. Im Jahr 2019 lag der Index bei nur 58% (Krüger; Sandkühler, 2021) und somit weit entfernt vom Zielwert von 100% im Jahr 2025. 

Als Teil des Biodiversitätsindikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“ macht der Feldvogelindikator die Entwicklung sichtbar und dient damit als wichtiges Instrument zur Bewertung der ökologischen Situation in der Agrarlandschaft.

Quellen:

Krüger, T.; Sandkühler, K. (2021) Rote Liste der Brutvögel Niedersachsens und Bremens. Online verfügbar unter: https://www.nlwkn.niedersachsen.de/veroeffentlichungen-naturschutz/rote-liste-der-brutvogel-niedersachsens-und-bremens-211410.html (Stand: 13.03.2026).

Dröschmeister, R.; et al. (2025) Indikator „Artenvielfalt und Landschaftsqualität“: Zielwerte für 2030. Bundesamt für Naturschutz (Hsg.), Online verfügbar unter: https://www.bfn.de/publikationen/bfn-schriften/bfn-schriften-737-indikator-artenvielfalt-und-landschaftsqualitaet (Stand: 12.03.2026).

BMUKN (2024) Welche Indikatoren gelten für landwirtschaftliche Ökosysteme? Online verfügbar unter: https://www.bundesumweltministerium.de/faq/welche-indikatoren-gelten-fuer-landwirtschaftliche-oekosysteme (Stand: 12.03.2026)