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Blumenzwiebeln im ländlichen Garten

Tulpen, Narzissen, Schneeglöckchen, Krokusse oder Hyazinthen müssen im Herbst gepflanzt werden, um im Frühjahr herrliche Blüten zeigen zu können. Blumenzwiebeln pflanzen ist ganz einfach: 8-18 cm tief in die Erde setzen - je nach Dicke der Zwiebel. Dabei auf den richtigen Standort achten. Wenig düngen und die Zwiebeln wachsen lassen. Zusammen mit Vergissmeinnicht, Primeln, Stiefmütterchen, Schlüsselblumen und vielen Polsterstauden beginnt mit den Blumenzwiebeln das farbenfrohe Gartenjahr. Am besten sehen Blumenzwiebeln in großen Gruppen gepflanzt in Beeten oder auf Rasenflächen aus.

Blumenzwiebeln im Schatten von/vor Gehölzen

Winterling Eranthis*, Märzenbecher Leucojum, Schneeglöckchen Galanthus, Blaustern Scilla, Schneestolz oder Sternhyazinthe Chionodaxa, Hundszahn Erythronium, Hasenglöckchen Hyacinthoides, Strahlenanemone Anemone blanda und Krokus eignen sich besonders zum Verwildern zwischen und vor Gehölzen. In großen Gruppen gepflanzt bilden sie über Jahre einen Blütenteppich, wenn man sie in Ruhe lässt. Dazu benötigen die Blumenzwiebeln den durchlässigen, humosen Boden unter Gehölzen. Sie werden alle 8-10 cm tief in die Erde gepflanzt - außer Winterlinge mit nur 5 cm Pflanztiefe.

Als höhere Blumenzwiebel-Arten zwischen Gehölzen kommen in Frage: Kaiserkrone Fritillaria imperialis, einfache Tulpen-Arten Tulipa, Dichternarzissen Narcissus poeticus und Zierlauch-Arten Allium. Besonders ist, dass Kaiserkronen zusätzlich zur Kompostschicht im Herbst handelsüblichen Dünger brauchen. Tulpen stehen in etwas sandigerer Erde besser.

Zierlauch gehört zur Gattung Allium ebenso wie Schnittlauch, Zwiebel und Knoblauch. Sternkugellauch Allium christophii hat z. B. extrem große Blüten von 20 cm Durchmesser auf 60-80 cm hohen Stängeln. Während der Riesenlauch Allium giganteum Stängel von 1,50 m Höhe bekommt. Sie blühen später und haben in Gruppen eine besondere Wirkung mit ihren blauen Blütenbällen, im Beet zwischen Stauden ebenso wie im lichten Schatten von Gehölzen.

Der Boden sollte nicht austrocknen, die Zwiebeln brauchen Feuchtigkeit. Pflanzen Sie die Blumenzwiebeln 8-18 cm (je nach Dicke der Zwiebel) tief in die Erde. Düngen sie eher wenig. Lassen Sie das Laub im Herbst liegen und geben Sie in jedem 2. Jahr verrotteten Mist oder Kompost auf die Fläche. Lassen Sie die Blumenzwiebeln einfach wachsen.

 

Blumenzwiebeln in sonnigen Beeten

Tulpen Tulipa bevorzugen etwas trockenere, sandigere Böden und brauchen volle Sonne. Dazu etwas Sand oder feinen Kies unten ins Pflanzloch geben. Je nach Sorte blühen sie im April, Anfang Mai bis Ende Mai und wirken am besten in Gruppe gepflanzt. Sie stehen am besten im Hintergrund spätblühender Stauden, die das verwelkte Laub verdecken. Möchten Sie ein einheitliches, formelles Beet mit Tulpen, pflanzen Sie jedes Jahr neue Zwiebeln, um das Bild zu erzielen.

Wildtulpen Tulipa sind anspruchsloser und blühen farbenreich von März bis Mai. Mit ihrem niedrigen Wuchs von 10-30 cm (je nach Sorte) müssen sie weiter vorne im Beet stehen. Sie wirken vor frischem Grün austreibender Stauden am besten. Wildtulpen sind sehr robust, reich blühend und zum Verwildern geeignet. Bevorzugt werden durchlässige, sommertrockene Böden und sonnige Standorte. Da ihre Heimat aus sonnigen, felsigen Hängen besteht, fühlen sie sich auch in Steingärten wohl.

Die Damen-Tulpe Tulipa clusiana wirkt mit ihren eleganten, spitz zulaufenden Blüten Die besonders edel. Die Seerosen-Tulpe Tulipa kaufmanniana gehört zur robustesten und auffälligsten Wildtulpen-Gruppe. Sie blüht im März. Die Zwerg-Stern-Tulpe Tulipa tarda und die Gnomen-Tulpe Tulipa turkestanica sind mehrblütige Wild-Tulpen an 25 cm langen Stängeln. Sie blühen von April bis Mai mit sternförmigen, weißen Blüten, die sich bei voller Sonne öffnen und die dottergelbe Mitte zeigen.

Narzissen Narcissus blühen im April und lassen sich an sonnigen Plätzen ebenso wie im Halbschatten vielfältig einsetzen. Sie brauchen mindestens einen halben Tag Sonne. Voraussetzung für reichlich Blüten in jedem Jahr ist, dass der Boden nicht zu trocken ist und die Zwiebeln im Herbst tief genug gepflanzt werden: große Zwiebeln 15 cm tief und kleinere 10 cm tief in die Erde.

Blühen Narzissen nicht, liegt es daran, dass die Zwiebeln nicht tief genug in die Erde gesetzt wurden oder der Boden zu nährstoffarm ist. Bewährt hat sich, vor dem Pflanzen Kompost oder Lauberde in den Boden einzuarbeiten. Die Pflanztiefe von 10-15 cm brauchen Narzissen, um genügend Feuchtigkeit während der Wachstumszeit zu haben und für eine bessere Standfestigkeit. Um Narzissen zu verwildern, sollten sie weiter auseinander gepflanzt werden, um genügend Platz zur Ausbreitung zu haben. Narzissen sollten erst abgemäht oder geschnitten werden, wenn das Laub vergilbt. So können ihre Zwiebeln ausreichend Nährstoffe für die nächste Blüte sammeln. Narzissenzwiebeln werden im Gegensatz zu Tulpenzwiebeln nicht von Wühlmäusen gefressen.

Hyazinthen brauchen mindestens einen halben Tag Sonne. Lässt man sie im Boden, blühen sie jedes Jahr wieder. Die Zwiebeln müssen 12 cm tief gepflanzt werden.

Traubenhyazinthen Muscari mögen Sonne, gedeihen aber auf fast jeder freien Fläche und auf nahezu jedem Boden. Sie werden 8 cm tief in die Erde gepflanzt und man überlässt sie sich selbst, damit sie sich ausbreiten können. Im Herbst sehen sie aus wie Grasbüschel. Werden diese zu groß, sollten sie im Herbst geteilt werden.

Milchstern Ornithogalum und Blaustern Scilla passen sich in durchlässiger, humoser Erde an fast alle Standorte an, die im Sommer nicht zu trocken werden. Blaustern sieht besonders gut zusammen mit Narzissen aus. Milchstern passt gut zu Vergißmeinnicht.

 

Niedrige Blumenzwiebeln für sonnige, warme Flächen wie Steingarten oder als Randbepflanzung im Beet

In voller Sonne im vorderen Bereich von Beeten eignen sich Krokus, Schneestolz Chionodaxa, Winterling Eranthis, niedrige Narzissen Narcissus, Traubenhyazinthen Muscari und kleinwüchsige Wildtulpen Tulipa. Besonders Wildtulpen können kleinere Beete, Stein- und Vorgärten bereichern. Milchstern Ornithogalum und Blaustern Scilla benötigen durchlässigen, humosen Boden. Milchstern sieht zwischen grünem Laub von Frühlingsstauden besonders schön aus. Blaustern sieht besonders gut zusammen mit Narzissen aus. Niedrige Zierlauch-Arten Allium eignen sich ebenfalls für Beetrandbepflanzungen.

In Pflanzgefäßen können Sie einigen Blumenzwiebeln die richtigen Wachstumsbedingungen schaffen und passende Stauden oder Einjahresblumen dazu pflanzen.

 

 

 

 

Blumenzwiebeln im Rasen/Gras

Krokusse (sind Blumenknollengewächse) kommen für Beetbepflanzungen ebenso wie für Rasenflächen in Frage. Die Knollen müssen 8 cm tief in den Rasen gepflanzt werden. Im Frühjahr wird an dieser Stelle kein Rasen gemäht. Auch nach dem Verblühen sollte das Laub angewelkt sein bis an dieser Stelle das erste Mal der Rasen gemäht wird.

Schachbrettblumen Fritillaria meleagris wachsen am besten in kurzem Gras im Halbschatten unter hohen Bäumen. Das Gras wird erst im Juli gemäht, wenn die Blätter der Schachbrettblume verwelkt sind. Die Erde sollte im Sommer nicht zu stark austrocknen.

Präriekerzen Camassia eignen sich für eine feuchte Ecke im Rasen oder an Uferböschungen, wo es nicht trocken wird. Die blau oder weiß blühenden Kerzen mögen sonnige Standorte oder leichten Schatten und sind winterhart. Sie sollten 15 cm tief in die Erde gepflanzt werden und an ihrem ungestörten Platz sich in Ruhe vermehren lassen.

Viele Narzissen-Arten eignen sich auch für die Verwilderung in Rasenflächen, wenn der Boden humos, nährstoffreich und feucht ist und die Fläche ausreichend Sonneneinstrahlung bekommt.

 

Pflanzung und Pflege der Blumenzwiebeln

Erwünscht ist ein humoser, warmer Boden, der durchlässig ist. Tulpen benötigen einen etwas sandigeren Boden. Die Pflanzstellen sollten 20 cm (bei dickeren Zwiebeln 30 cm) tief gelockert und mit Kompost oder verrottetem Mist angereichert werden. So lassen sich schwere, aber auch leichte, sandige Böden verbessern.

Alle Frühjahrsblüher unter den Blumenzwiebeln werden am besten im September/Oktober gepflanzt. Je früher sie in den Boden kommen, desto mehr Wurzeln können sie bis zum Eintritt des Bodenfrostes bilden. Je nach Dicke der Zwiebel werden sie 8-18 cm tief in die Erde gepflanzt. Als Faustregel gilt: 3x so viel Erde auf die Zwiebel wie sie dick ist. Auf leichten, sandigeren Böden können sie eher etwas tiefer gesetzt werden, um bessere Standfestigkeit zu haben. Auf schwereren, lehmigen Böden etwas flacher pflanzen, um die Zwiebeln vor Fäulnis zu schützen.

Herbstzeitlose und Herbstkrokusse werden im Juli gesetzt.

Nach der Blüte sollte das grüne Laub stehenbleiben bis es verwelkt ist. Dann kann es geschnitten werden. Die Zwiebel braucht das Grün, um genügend Stoffe für das Wachstum im nächsten Jahr zu speichern. Das ist entscheidend für die Blüte im darauffolgenden Frühjahr.

Gedüngt wird wenig. Eine Schicht aus Kompost, Lauberde oder verrotteten Mist alle 2 Jahre im Herbst gefällt allen Blumenzwiebeln im Beet. Sie sorgt für schönere Blüten und hält die Feuchtigkeit im Boden besser. Nur wenige Blumenzwiebeln benötigen zusätzlichen, handelsüblichen Dünger im Frühjahr wie Lilien und Kaiserkronen.

Entscheidend für den Blütenreichtum ist auch die Qualität der Blumenzwiebel beim Kauf. Je größer die Zwiebel, desto schöner die Blüte. Aber auch das Erscheinungsbild ist wichtig: Die Blumenzwiebeln sollten fest und glatthäutig, nicht vertrocknet sein und keine verfaulten Stellen aufweisen. Bestellen Sie das Pflanzmaterial rechtzeitig, um die Blumenzwiebeln im Herbst in großen Gruppen pflanzen zu können.

 


Kontakt:
Anke Kreis
Beraterin Garten, Hof- und Dorfgrün
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Stand: 29.09.2020