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Groß, rot und gefräßig: Die Weidenbohrer Raupe

Die Raupe des Weidenbohrers versetzt Waldbesuchende in Erstaunen und Gartenbesitzende in Sorge. Die Raupen sind im Verhältnis zu anderen Arten ungewöhnlich groß und imposant. Der Weidenbohrer zählt zu den Schmetterlingen, und dessen Raupen waren im Sommer in ganz Niedersachsen anzutreffen, erläutert Bezirksförster Carl Hesebeck. 

Raupe des Weidenbohrers
Die Raupe des Weidenbohrers ist eine imposante Erscheinung, denn sie wird fingerdick und bis zu zehn Zentimeter lang.Carl Hesebeck
Wer im Sommer einen Spaziergang im Bentheimer Hutewald unternommen hat, hat am Wegesrand vielleicht eine kleine Entdeckung gemacht: Dort lassen sich mit etwas Glück im Umfeld einer Eiche rund zehn Zentimeter lange, etwa fingerdicke Raupen beobachten. Der Nachwuchs des Weidenbohrers (Cossus cossus) fällt zudem auch durch die dunkelrote Färbung auf dem Rücken ins Auge, der Rest des Körpers ist gelb.

Kraftvolle Raupe und unscheinbarer Falter

Der eigentliche Falter hingegen ist mit seinen hellgrauen Flügeln mit der dunkelgrauen Marmorierung her unscheinbar – die ideale Tarnung, um auf der Baumrinde nicht weiter aufzufallen. Den Raupen dienen verschiedene Laubgehölze als Nahrung, wobei vor allem die Salweide hoch im Kurs steht. Außerdem ist die Art unter anderem auch an Schwarzerlen sowie Apfel- und Birnenbäumen anzutreffen, sodass sich ihr Lebensraum über Wälder und parkähnliche Landschaften auch bis in die Gärten erstreckt.

Für die Eiablage sucht der weibliche Falter meist bereits geschwächte oder abgestorbene Bäume auf, wo den später schlüpfenden Raupen zunächst die Rinde als Nahrung dient. Erst später während des etwa zwei bis vierjährigen Entwicklungszyklus des Weidenbohrers fressen sich die Raupen in das Holz, wodurch etwa zwei Zentimeter große, ovale Gänge entstehen.

Weidenbohrer Raupe
Auch wenn die Raupen gefährlich aussehen und ein riechendes Sekret aussprühen sind diese nicht giftig. Jedoch können die Raupen beim Berühren zubeißen. Carl Hesebeck
Essig-Geruch am Baum bietet Hinweis

Riecht es im Umfeld betroffener Bäume nach Essig, soll das auf eine Besiedlung durch den Weidenbohrer hinweisen. Weitere Hinweise können aus den Einbohrlöchern ausgeworfenes Bohrmehl und Raupenkot sein. Bei starkem Befall zeigt der „Brutbaum“ Welkeerscheinungen in der Krone, mitunter können betroffene Bäume auch absterben.

Die Raupen verpuppen sich entweder in der Erde oder in einem Kokon aus Spänen und Gespinstfäden ihres Ganges. Jeweils von Ende Mai bis Anfang August eines jeden Jahres lassen sich später die Schmetterlinge beobachten, die sich durch einen eher plumpen Körperbau und eine Flügelspannweite zwischen 65 und 80 Millimetern auszeichnen. Aus fortwirtschaftlicher Sicht ist den Raupen und auch den adulten Faltern des Weidenbohrers keine allzu große Bedeutung beizumessen. Im Gartenbereich kann es aber durchaus Sinn machen, gefährdete Bäume nach den Eiern des Falters abzusuchen.

Kontakte

Carl Hesebeck
Carl Hesebeck

Bezirksförster

  carl.hesebeck~lwk-niedersachsen.de


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