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Mehr Artenvielfalt in der Agrarlandschaft

Webcode: 01042735 Stand: 12.02.2024

BUND, Landwirtschaftskammer, Landvolk, Stiftung Kulturlandpflege und zahlreiche regionale Akteur*innen schließen gemeinsames Projekt erfolgreich ab

Partnerinnen und Partner des Projekts „Eigene Vielfalt“ (von links): Stefan Ortmann (Landwirtschaftskammer), Umweltminister Christian Meyer, Susanne Gerstner (BUND), Astrid Garben-Mogwitz (Stiftung Kulturlandpflege) und Hubertus Berges (Landvolk).
Partnerinnen und Partner des Projekts „Eigene Vielfalt“ (von links): Stefan Ortmann (Landwirtschaftskammer), Umweltminister Christian Meyer, Susanne Gerstner (BUND), Astrid Garben-Mogwitz (Stiftung Kulturlandpflege) und Hubertus Berges (Landvolk).Wolfgang Ehrecke
Hannover - In den vergangenen drei Jahren förderte der BUND Niedersachsen als Träger des Projektes „Eigene Vielfalt. Gemeinsam zum Biotopverbund mit Naturschutz und Landwirtschaft“ die Biodiversität im ländlichen Raum. Gemeinsam mit den Kooperationspartnern Landvolk, Stiftung Kulturlandpflege und Landwirtschaftskammer Niedersachsen sowie mit Unterstützung von über 140 Partnern aus Kommunen, Vereinen und Verbänden aus Naturschutz und Landwirtschaft pflanzte der Umweltverband knapp 7000 Sträucher und Bäume sowie 1500 Stauden und legte über 12.000 Quadratmeter Blühflächen an.

Damit entstanden in den Modellregionen Ammerland, Rotenburg und Südniedersachsen wertvolle Lebensräume für Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel und Co. Über Niedersachsen hinaus wurde die Bedeutung des Projektes anerkannt, so wurde es als herausragendes Beispiel der UN-Dekade zur Wiederherstellung von Ökosystemen sowie als Gewinnerprojekt des Beebetter-Awards gewürdigt. Mit einer großen Informationsveranstaltung in Hannover wird das Projekt am 12. Februar 2024 erfolgreich abgeschlossen.

Christian Meyer, Niedersächsischer Umweltminister: „Die hier geschaffene Vernetzung und Schaffung von neuen Lebensräumen tragen dazu bei, dem Insektensterben und den Verlust biologischer Vielfalt zu begegnen. An diesem großartigen Projekt zeigt sich einmal mehr, wie gut man in der Sache vorankommen kann, wenn ganz im Sinne des niedersächsischen Wegs Naturschutz und Landwirtschaft eng zusammenarbeiten. Ich bedanke mich bei allen Partnern ausdrücklich für die Umsetzung der vielen Maßnahmen und bin froh, dass der Niedersächsische Weg hier in der Fläche in die Umsetzung gekommen ist.“

Die Entwicklung wertvoller Strukturelemente und die Ausweitung des Biotopverbunds in der Agrarlandschaft waren wichtige Ziele des Projektes. Gerade im ländlichen Raum gibt es zahlreiche Möglichkeiten, wertvolle Rückzugsräume für gefährdete Arten zu schaffen und damit einen Beitrag gegen das Artensterben zu leisten.

„Das Projekt zeigt eindrucksvoll, wie viel für den Natur- und Artenschutz erreicht werden kann, wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Es ist mit unzähligen Partnern gelungen, einen wichtigen Schritt hin zu einem Biotopverbund für wandernde Arten zu gehen, um so stabile Lebensgemeinschaft auf Dauer zu entwickeln. Wir freuen uns, dass wir mit diesem kooperativen Ansatz, den wir mit dem Niedersächsischen Weg gestartet haben, so viel erreichen konnten,“ so Susanne Gerstner, Landesvorsitzende des BUND Niedersachsen.

Während der Projektlaufzeit setzten die Partner in sieben Landkreisen insgesamt 30 Maßnahmen für mehr Strukturvielfalt um. Neupflanzungen mit heimischen, gebietseigenen Gehölzarten wie Weißdorn, Hasel und Elsbeere wurden durch Pflege- und Instandsetzungsmaßnahmen an bestehenden Heckenstrukturen ergänzt.

„Hecken sind nicht nur für den Artenschutz wichtig, sie erfüllen auch Aufgaben für den Klima- und Bodenschutz, regulieren das Kleinklima und verhindern Wasser- und Bodenerosion. Damit sie auch langfristig ihre wertvollen Funktionen für den Natur- und Artenschutz entfalten können, braucht es die richtige Pflege. Durch regelmäßigen Schnitt werden zum Beispiel dichtwüchsige, verästelte Bereiche geschaffen, wo Singvögel gerne ihr Nest anlegen“, so Astrid Garben-Mogwitz, Stiftung Kulturlandpflege. Um das Wissen über die richtige Pflege weiterzugeben, fanden unter anderem zweitägige Gehölzpflegekursen für städtische Mitarbeiter*innen von Bauhöfen und Landwirt*innen statt.

In enger Zusammenarbeit mit den Kooperationspartnern und regionalen Interessenverbänden wurden Qualitätskriterien und Handlungsempfehlungen entwickelt. Sie sollen auch über das Projekt hinaus als Leitbild dienen und dazu beitragen, standortangepasste Gehölzbereiche aus gebietseigenen Pflanzen und Krautsäumen zu entwickeln.

„Wir haben uns ehrgeizige Ziele zum Biotopverbund in Niedersachsen gesetzt. Mit dem entwickelten Leitbild können die im Projekt angewandten Ansätze und Maßnahmen nun auch auf andere Regionen übertragen werden. Damit wir einen landesweiten Biotopverbund erreichen, braucht es aber auch geeignete Förderinstrumente. Wir brauchen mehr Innovation und Flexibilität in der Förderung von Naturschutzmaßnahmen“, betont Hubertus Berges, Vizepräsident des Landvolk Niedersachsen.

Weitere Maßnahmen im Sinne des erfolgreichen Projekts sollten den regionalen Gegebenheiten sowie den Möglichkeiten der landwirtschaftlichen Betriebe gerecht werden, so Stefan Ortmann, Stellvertretender Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.
Weitere Maßnahmen im Sinne des erfolgreichen Projekts sollten den regionalen Gegebenheiten sowie den Möglichkeiten der landwirtschaftlichen Betriebe gerecht werden, so Stefan Ortmann, Stellvertretender Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen.Wolfgang Ehrecke
Um Akteure zu sensibilisieren und gemeinsam voneinander zu lernen, fanden mehr als 40 gemeinsame Veranstaltungen statt. Bei Vernetzungstreffen, im Rahmen von Vorträgen, Exkursionen, Bestimmungskursen und Schulungen tauschten sich die Partner über die Bedeutung von Hecken in der Landschaft aus und thematisierten auch Aspekte wie Agroforstsysteme, die Entwicklung von artenreichen Wegrainen und notwendigen Förderinstrumenten für die Landwirtschaft. So entwickelten sich ein breites Netzwerk und ein reger Austausch aller Partner.

„Im guten und gleichberechtigten Austausch mit den Partnern und Aktiven ist klar geworden, dass wir auch im Anschluss an das Projekt weiter gemeinsam zukunftsfähige Lösungen für eine wirksame Multifunktionalität von Landschaften erarbeiten müssen. Dafür müssen wir die gemeinsamen Ansätze fortsetzen und weitere Maßnahmen umsetzen, die sowohl den regionalen Gegebenheiten als auch den Möglichkeiten der landwirtschaftlichen Betriebe gerecht werden,“ so Stefan Ortmann, Stellvertretender Direktor der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und Leiter des Geschäftsbereichs Landwirtschaft.

Unterstützt wurden die Projektpartner von über 300 Ehrenamtlichen und Helfer*innen. „Die entstandene große Bereitschaft von Ehrenamtlichen, sich für den Artenschutz einzusetzen und in ihrer Umgebung aktiv zu werden, macht deutlich, wie wichtig derartige Projekte sind“, freut sich Karsten Behr, Geschäftsführer der Niedersächsischen Bingo-Umweltstiftung, die das Projekt fördert, und fügt hinzu: „Die öffentliche Würdigung, die das Projekt erhielt, unterstreicht dessen Bedeutung und das besondere Engagement zum Schutz einer breiten Artenvielfalt.“


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