Jubiläumsfeier im Landwirtschaftlichen Bildungszentrum der Landwirtschaftskammer Niedersachsen – Schwetje: Einrichtung ermöglicht Auszubildenden wie Routiniers langfristigen beruflichen Erfolg
Präsident: Bildungsarbeit von zentraler Bedeutung
„Bildung und insbesondere die Bildung im Bereich Tierhaltung ist für uns als Landwirtschaftskammer Niedersachsen von zentraler Bedeutung, damit Betriebe mit Nutztierhaltung in unserem Bundesland weiterhin eine möglichst gute Entwicklungsperspektive haben“, sagte Kammerpräsident Gerhard Schwetje während des Festakts mit rund 100 geladenen Gästen. „Mit dem LBZ und seinen zeitgemäßen Lehr-Ställen für Schweine- und Rinderhaltung haben wir eine Einrichtung geschaffen, die sowohl Auszubildende im Beruf Landwirt/-in als auch gestandene Praktikerinnen und Praktiker mit dem nötigen Wissen ausstattet, damit sie ihren vielseitigen Beruf langfristig erfolgreich ausüben können.“
Bildung ende nicht mit der Ausbildung – diese wichtige Karriere-Formel verkörpere das LBZ mit seinen Angeboten besonders eindrucksvoll, sagte Schwetje weiter. „Wir werden daher weiterhin laufend in diesen Standort investieren.“ Mit seinen stark nachgefragten Praxisseminaren für Klauenpflege – ein zentraler Bestandteil des betrieblichen Gesundheitsmanagements für Rinderherden – sei das Bildungszentrum bundesweit führend.
Staatssekretärin: Rüstzeug für verantwortungsvolle Landwirtschaft und Tierhaltung
Als Vertreterin der Landesregierung würdigte Staatssekretärin Frauke Patzke aus dem Ministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz die umfassende Bildungsarbeit der Kammer: „Das Landwirtschaftliche Bildungszentrum Echem steht seit einem Jahrhundert für fachlich fundierte, praxisnahe und zugleich zukunftsorientierte Bildung. Generationen von Landwirtinnen und Landwirten haben hier das Rüstzeug für eine verantwortungsvolle Landwirtschaft und Tierhaltung erhalten. Dieses Wissen ist ein zentraler Baustein für die Zukunft des Agrarlands Niedersachsen – denn Fortschritt entsteht durch Können und Qualifikation.“
Das Landwirtschaftsministerium unterstütze diese wichtige Bildungsarbeit der Landwirtschaftskammer Niedersachsen daher mit voller Überzeugung, betonte die Staatssekretärin: „Ich wünsche dem Team des Landwirtschaftlichen Bildungszentrums Echem, der Landwirtschaftskammer Niedersachsen und allen Beteiligten weiterhin viel Erfolg für die kommenden Jahrzehnte.“
LBZ-Leiter Peper: Haltungs- und Lernkonzepte stetig weiterentwickeln
„Im Jahre 2015 wurden am Bildungsstandort Echem 30 Millionen Euro investiert und eine moderne Einrichtung geschaffen“, hob Ulrich Peper, Leiter des LBZ, mit Blick auf die jüngere Geschichte der Einrichtung hervor (mehr dazu weiter unten). „Dies ist jedoch kein Grund sich auszuruhen. Die LWK will und muss den Standort immer weiter fortentwickeln, damit dieser auch zukünftigen Generationen von Nutztierhalterinnen und Nutztierhaltern gerecht werden kann“, so Peper weiter.
Ein neues Energiekonzept bringe regenerative Nahwärme aus Biogas in die Gebäude, berichtete der LBZ-Leiter. Eine Photovoltaikanlage auf den Dächern der Lehrwerkstatt Rind solle Strom für den Eigenverbrauch erzeugen. „Mit großer Unterstützung des Landes Niedersachsen möchten wir außerdem sehr gerne den Umbau unserer Schweinehaltung vorantreiben und damit sowohl etablierte und als auch neue Haltungsmethoden rund um den Kupierverzicht und die bautechnischen Möglichkeiten zur Verringerung von Emissionen aufzeigen“, sagte Peper zu möglichen Projekten der kommenden Jahre.
Gleichzeitig entwickelten sich die pädagogischen Ansprüche weiter, fügte Peper hinzu. „Modernes Lernen zeichnet sich durch eine zeitgemäße, digitale und kompetenzorientierte Form der Wissensvermittlung aus, die sich an den Anforderungen der heutigen Gesellschaft und Arbeitswelt orientiert. Wir freuen uns, dass die Digitalisierung der Überbetrieblichen Ausbildung ab diesem Schuljahr endlich am Start ist und wir hoffen, dass auch die angedachte Lernortkooperation mit dem Landkreis Lüneburg einmal Realität werden kann.“
Geschichte des LBZ
Die Ursprünge des LBZ liegen in der „Lehrwirtschaft Rinderzucht Echem“, welche die Lüneburger Herdbuchgesellschaft 1925 gegründet hatte. Bereits in den Anfangsjahren wurden Stallungen, Internatsräume und eine Lehrmolkerei errichtet. Das Angebot war zunächst auf junge Landwirte abgestimmt, wurde aber schon in den 1930er-Jahren um Lehrgänge für Bauerntöchter, Melklehrer und Klauenpfleger erweitert.
Nach kriegsbedingter Unterbrechung und der Übernahme durch die damalige Landwirtschaftskammer Hannover begann ab 1948 eine Phase des Wiederaufbaus und der Erweiterung. Neue Stallkonzepte, Prüfungsanstalten für Schweine- und Bullenmast sowie moderne Internatsgebäude prägten die Entwicklung. Die „Bauberatung Echem“ wurde ins Leben gerufen, um innovative Stallbauweisen zu demonstrieren.
In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich Echem zu einem Zentrum für Klauenpflege und Tiergesundheit. 1997 wurde das erste deutsche Kompetenzzentrum für Klauenpflege gegründet. Die „Echemer Sommertagung“ etablierte sich als Plattform für den internationalen Fachaustausch. Die Einrichtung wurde 1999 als erste landwirtschaftliche Bildungseinrichtung nach DIN EN ISO 9001 zertifiziert.
Mit der Umbenennung von „Lehr- und Versuchsanstalt für Tierhaltung“ (LVA Echem) in „Landwirtschaftliches Bildungszentrum Echem“ im Jahr 2012 und der umfassenden Modernisierung durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen bis 2015 wurde ein neues Kapitel in der Geschichte landwirtschaftlicher Aus- und Fortbildung in Niedersachsen aufgeschlagen. Heute verfügt das LBZ über moderne Lehrwerkstätten für Rind und Schwein (sowohl konventionell als auch ökologisch), eine Biogasanlage und ein Internatsbetrieb mit mehr als 13.000 Übernachtungen jährlich.
Mehr über das LBZ
„Unsere Qualifikationen rund um das landwirtschaftliche Nutztier und den ländlichen Raum verbinden Theorie und Praxis in einem nach wie vor wegweisenden Grundkonzept: dem Echemer Modell“, so LBZ-Leiter Peper. „Dies ist eine von Beginn an auch international gedachte Plattform für die Weiterbildung.“
Das Bildungsangebot des LBZ Echem umfasst heute die Aus- und Weiterbildung in der Haltung von Rindern, Schweinen, Schafen, Geflügel und Fischen. Die überbetriebliche Ausbildung für niedersächsische Auszubildende im Beruf Landwirt/-in findet zentral in Echem statt. Das LBZ ist Kompetenzzentrum für Klauenpflege und setzt auf praxisnahes Lernen direkt am Tier. Aber auch Verbraucherinnen und Verbrauchern wird in Weiterbildungen und öffentlichen Veranstaltungen die Nutztierhaltung nähergebracht.
Die soziale Infrastruktur ist bemerkenswert: Mit drei Internatsgebäuden und einem Gästehaus bietet das LBZ Platz für 110 Personen. Die hauseigene Küche versorgt täglich bis zu 150 Gäste – ein Zeichen für die gelebte Gemeinschaft und Fürsorge, die seit jeher zum Selbstverständnis der Einrichtung gehört.
Das LBZ Echem steht heute für eine moderne, praxisnahe und verantwortungsvolle landwirtschaftliche Bildung. Es verbindet Tradition mit Innovation und bleibt ein zentraler Ort für die Ausbildung zukünftiger Generationen in der Tierhaltung.
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