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Landessortenversuche 2025: Schmalblättrige/Blaue und Weiße Lupinen

Webcode: 01045028

Die Zahl der Neuzulassungen bei den Lupinen ist derzeit überschaubar und spiegelt damit das aktuell eher begrenzte Interesse an dieser Kultur wider. Besonders auf leichteren Standorten ist diese Eiweißpflanze jedoch aus ackerbaulicher Sicht eine Bereicherung in der Fruchtfolge und für die Verwertung im eigenen Betrieb sehr gut nutzbar. 

Weiße Lupinen
Weiße LupinenCarsten Rieckmann
Die Anbaufläche der Körnerleguminosen in Niedersachsen ist auch 2025 gegenüber 2024 angestiegen auf 22.800 ha (Statistisches Bundesamt, Destatis). Die Süßlupinen tragen dazu mit ca. 2.100 ha bei, ein Anstieg von 600 ha im Vergleich zum Vorjahr. Damit liegt diese Kultur jedoch in ihrer Bedeutung bei den Körnerleguminosen weiterhin hinter Ackerbohnen, Körnererbsen und Sojabohnen. Der Anteil des konventionellen Anbaus von Lupinen ist von ca. 58 % im Jahr 2024 auf nun ca. 63 % angestiegen.

Bundesweit hat die Anbaufläche von Süßlupinen von 26.100 ha im Jahr 2024 auf aktuell 28.000 ha (Destatis, vorläufig) um gut 7 % ebenfalls zugenommen.

Die Saatgutvermehrungszahlen bei Lupinen in Deutschland sind derzeit allerdings weiterhin rückläufig, eine Zunahme ist nur bei einzelnen Sorten zu verzeichnen. Gegenüber dem Spitzenjahr 2022 mit ca. 4.100 ha Vermehrungsfläche beträgt sie nunmehr knapp 2.500 ha, wobei sowohl bei den Schmalblättrigen als auch bei den Weißen Lupinen ein Rückgang gegenüber dem Vorjahr zu verzeichnen ist. Der Anteil Weißer Lupinen an der Vermehrungsfläche beträgt unter 50 %. In Summe liegen die beiden Sorten der Blauen Lupine Boregine und Carabor auf vergleichbarem Niveau wie die beiden Weißen Lupinen Celina und Frieda, wobei Celina und Carabor rückläufige Vermehrungszahlen aufweisen. Nur für Boregine ist die Vermehrungsfläche ausgeweitet worden, für Frieda ist sie gegenüber 2024 gleich geblieben.

Die gegen Anthraknose toleranten Sorten der Weißen Lupine, die eine zunehmende Bedeutung des Lupinenanbaus erhoffen ließen, weisen nach wie vor hohe und schwankende Gehalte an Alkaloiden auf. Dadurch kommen Abnahmeverträge oftmals nicht zustande, was die Vermarktung und damit auch die deutliche Anbauausdehnung bei Süßlupinen erschwert. Bei hofeigener Verwertung in der Fütterung hingegen sollten bei begrenzten Lupinenanteilen in der Ration keine Probleme auftauchen, sodass der Lupineneinsatz hier wohl recht konstant bleiben wird. Ein Versuchsbericht zur Fütterung der Milchkühe mit Weißer Lupine ist unter dem Webcode 01044760 (06.10.2025) auf der Internetseite der LWK Niedersachsen zu finden. Er kann möglicherweise dazu beitragen, diese Verwertungsmöglichkeit für weitere viehhaltende Betriebe interessanter zu machen. Nach Schätzung der BLE (Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung) betrug der Anteil an den heimisch erzeugten Lupinen, der für die Humanernährung verwendet wurde, 2024 ca. 7,0 %, was einen leichten Rückgang gegenüber dem Vorjahr bedeutet.

In Deutschland werden Lupinen hauptsächlich in den östlichen Bundesländern Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern angebaut. Der Anbau in Niedersachsen beschränkt sich überwiegend auf die leichteren nördlichen bzw. nordöstlichen Standorte. Hier können Lupinen im Hinblick auf die Ökoregelung 2 eine interessante Option sein. Auf höher bonitierten Standorten wie in der Marsch oder den südniedersächsischen Ackerbauregionen dominieren eher die Ackerbohnen, wobei auch die Körnererbse besonders in Südniedersachsen zuletzt im Anbauumfang zunahm, Lupinen spielen dort kaum eine Rolle.

Unterschiedliche Arten und Wuchstypen

Die Anthraknose, auch als Brennfleckenkrankheit bezeichnet, kann den Lupinenanbau deutlich beeinträchtigen. Bei den Blauen/Schmalblättrigen Lupinen bereitet sie relativ wenig Probleme. Die Weißen und Gelben Lupinen sind deutlich anfälliger für diese Krankheit. Erst mit der Züchtung neuer anthraknosetoleranter Sorten, in erster Linie die Sorten Frieda und Celina, erhöhte sich der Anteil der Weißen Lupinen an der Süßlupinenerzeugung wieder.

Der Anbau von Gelben Lupinen spielt derzeit in Deutschland keine Rolle und es gibt auch keine hier zugelassene Sorte.

Bei Lupinen wird zwischen zwei Wuchstypen unterschieden, die endständige Form mit nur einem Haupttrieb (determinierter Wuchs) und die verzweigte Form, die neben dem Haupttrieb zusätzliche Nebentriebe ausbildet. Endständige Typen sind standfester und reifen gleichmäßiger ab, sie haben allerdings im Vergleich zu den verzweigten Sorten eine geringere Ertragsleistung. In der Beschreibenden Sortenliste des Bundessortenamtes (BSA) wird als endständige Sorte bei den Blauen Lupinen nur Boruta aufgeführt, deren bundesweite Vermehrungsfläche allerdings zurückgeht. Die beiden anthraknosetoleranten Sorten der Weißen Lupinen sind ebenfalls verzweigte Typen.

Ob in den nächsten Jahren neue Sorten an den Start gehen werden, die sowohl ertraglich als auch hinsichtlich Krankheitsanfälligkeit und Alkaloidgehalt eine Verbesserung bieten, bleibt abzuwarten. Sorten mit gesichert geringen Alkaloidgehalten könnten einen Vertragsanbau attraktiver machen und die Anbaubedeutung der Lupinen erhöhen.

Verwendungsmöglichkeiten

Der Rohproteingehalt (RP-Gehalt) von Lupinen ist höher als der von Ackerbohnen und Körnererbsen, der RP-Gehalt der Weißen Lupinen ist wiederum i. d. R. höher als der der Schmalblättrigen. Das Lupineneiweiß hat eine hohe Wertigkeit, was die Lupine in der Fütterung und auch für die menschliche Ernährung interessant macht. Mit dem verstärkten Einsatz von Lupineneiweiß in der Fütterung und in der Humanernährung zusätzlich zu dem von Ackerbohnen und Körnererbsen könnte der heimische Leguminosenanbau gefördert und der Import von Sojabohnen verringert werden.

Für Menschen mit Zöliakie ist Lupinenmehl eine Alternative zu Getreidemehl, da es glutenfrei ist. Es wird auch Getreidemehl zugesetzt, um die Konsistenz und Haltbarkeit von Backwaren zu verbessern und kohlenhydratärmere, eiweißreichere Brote zu backen.

Für die fleischreduzierte Ernährung kann das tierische Eiweiß durch pflanzliche Proteine aus Leguminosen ersetzt werden, ebenso bei der Herstellung von Milchersatzprodukten. Dies ist auch mit Lupinen gut möglich. Begrenzender Faktor ist derzeit allerdings noch der Gehalt an Bitterstoffen (Alkaloide). Der Grenzwert für die menschliche Ernährung ist ein Alkaloidgehalt von höchstens 0,02 % in der Organischen Substanz. Der Gehalt scheint sortenabhängig zu sein und wird auch stark durch die Umweltbedingungen beeinflusst. Hier besteht noch Untersuchungsbedarf, ob er neben der Sortenwahl auch gezielt durch Anbaumaßnahmen gesenkt werden kann. Die Hoffnung, mit den beiden neueren Sorten der Weißen Lupinen auch für die menschliche Ernährung problemlos die geforderten Normen für geringe Alkaloidgehalte einhalten zu können, hat sich bislang nicht bestätigt. Diese beiden Sorten werden daher ebenfalls vorrangig als Futtereiweißträger verwendet.

Um die geforderten Höchstgrenzen für den Einsatz in der Lebensmittelproduktion relativ sicher zu erfüllen, ist auf den Fortschritt bei den züchterischen Aktivitäten zu hoffen. Bei der geplanten Vermarktung ist in jedem Fall anzuraten, bereits vor dem Anbau mit einem Abnehmer/Verarbeiter die Verwertung bzw. die Abnahmekonditionen abzustimmen.

Anbau und Aussaat

Die Blauen Lupinen bevorzugen leichte bis mittlere Böden mit nicht zu hohen pH-Werten und haben ähnliche Ansprüche wie die Körnererbsen. Die Weißen Lupinen benötigen bessere Böden, vertragen höhere pH-Werte und haben einen höheren Wasserbedarf. Sie sind hierin vergleichbar mit den Ackerbohnen und gedeihen am besten auf mittleren bis schweren Böden. Allerdings treten sie auf den ertragsstarken Böden in Konkurrenz zu den Ackerbohnen. Dabei scheinen sie insbesondere in den Marschregionen gegenüber den Bohnen nur bedingt wettbewerbsfähig zu sein. Wie alle Leguminosen sind auch die Lupinen nicht selbstverträglich, Anbaupausen von fünf bis sechs Jahren sollten eingehalten werden. Generell muss dem Auftreten der Leguminosenmüdigkeit vorgebeugt werden, um den Aufbau einer stabilen heimischen Eiweißversorgung zu ermöglichen.

Die Aussaat erfolgt zwischen Mitte und Ende März, bei Weißen Lupinen auch bis Ende April, in einer Ablagetiefe von 3 bis 4 cm, eine tiefere Ablage ist wegen der epigäischen Keimung der Lupinen nachteilig. Die endständigen Sorten können bis Mitte April ausgesät werden. Je nach Art bzw. Wuchstyp sind die Aussaatstärken (keimfähige Körner/m²) anzupassen, wobei auch die Bodenqualität mit zu berücksichtigen ist. Außerdem ist bei mechanischen Unkrautbekämpfungsmaßnahmen (vor allem beim Striegeleinsatz) ein gewisser Pflanzen­verlust einzukalkulieren.

Empfohlen werden: 90 - 100 Körner je m² bei verzweigten und 100 - 120 Körner je m² bei endständigen Blauen Lupinen.

Bei Weißen Lupinen beträgt die Aussaatstärke 50 - 60 (unter ungünstigeren Bedingungen auch 70) Körner je m². Es ist ausschließlich die Verwendung von zertifiziertem Saatgut erlaubt, das auch auf Befall mit Anthraknoseerregern geprüft ist, Nachbau ist nicht zulässig.

Insbesondere wenn Lupinen erstmalig auf der Fläche angebaut werden, sollte das Saatgut unbedingt mit einem entsprechenden Rhizobien-Präparat geimpft werden. Spezielle Knöllchenbakterien fördern den Ertrag und die Rohproteingehalte signifikant. Unterschiedliche Impfmittel in flüssiger Form oder auf Torfbasis stehen zur Verfügung.

Wie alle Leguminosen können sich die Lupinen mit Hilfe von Knöllchenbakterien an den Wurzeln selbst mit Stickstoff aus der Luft versorgen und benötigen daher i. d. R. keine Stickstoffdüngung. Eine ausreichende Versorgung mit Phosphor, Kalium, Magnesium, Schwefel und Spurenelementen ist allerdings erforderlich.

Versuchsergebnisse

Aufgrund der nach wie vor relativ geringen Anbaubedeutung und der derzeit nicht vorauszusehenden deutlichen Anbauausdehnung in Niedersachsen beschränken sich die Versuchsaktivitäten bei den Sortenprüfungen der LWK aktuell auf nur wenige Standorte. Beide Arten werden am Standort Astrup (LK OS) sowie die Weißen Lupinen zusätzlich am Standort Poppenburg (LK HI) geprüft. 2025 waren jedoch die niedersächsischen Standorte Astrup und Scharnhorst, an denen die Wertprüfungen des Bundessortenamtes (BSA) für die Blauen Lupinen angelegt waren, nicht auswertbar. Die Versuche der Weißen Lupinen konnten ausgewertet werden. Für eine Sortenbeurteilung werden daher in jedem Fall auch Versuchsergebnisse aus den benachbarten Bundesländern mit einbezogen. Es hat sich in den letzten Jahren gezeigt, dass insbesondere bei den Blauen Lupinen einzelne Sorten deutliche Ertragsschwankungen aufwiesen, sodass zur Sortenbeurteilung vornehmlich die mehrjährig zusammengefassten Ergebnisse zu betrachten sind. In der dargestellten Tabelle sind daher neben den einjährigen Werten aus den Jahren 2024 und 2025 vor allem die über die Jahre 2021 bis 2025 zusammengefassten Ergebnisse aus LSV- und Wertprüfungen mit den Einstufungen des BSA vergleichend dargestellt. Zu beachten ist, dass die Ergebnisse von Blauen und Weißen Lupinen nicht direkt miteinander vergleichbar sind, da die Versuche getrennt voneinander und nicht gemeinsam randomisiert angelegt wurden. Außerdem wurden sie teilweise auch an unterschiedlichen Standorten geprüft. Auch die Einstufungen des BSA hinsichtlich Ertrag, Qualität und agronomischer Eigenschaften müssen getrennt voneinander betrachtet werden. Dies wird z. B. an der Ertrags- und Rohproteineinstufung erkennbar, da die Weißen Lupinen in der Regel jeweils höhere absolute Ergebnisse als die Blauen Lupinen erzielen. Die BSA-Einstufungen hingegen zeigen diese Unterschiede nicht.

Die Erträge der Lupinenversuche 2025 lagen mit 25 dt/ha bei einer Spannbreite von 20 bis 32 dt/ha (6 Standorte) bei den Blauen Lupinen und 40 dt/ha bei einer Spannbreite von 29 bis 51 dt/ha (6 Standorte) bei den Weißen Lupinen auf einem gegenüber dem Vorjahr niedrigeren Ertragsniveau. Insbesondere an den Standorten, wo die beiden Versuche in unmittelbarer Nähe angelegt waren, zeigte sich die deutlich höhere Ertragsleistung der Weißen Lupinen.

Die Sorten im Einzelnen:

Im Sortiment der Blauen Lupinen steht Boregine deutschlandweit von den Vermehrungszahlen ganz klar an der Spitze, sie ist die am häufigsten angebaute Sorte. Sie stellte in den Jahren 2023 und 2024 ihre gute Ertragsleistung unter Beweis, zeigte hingegen 2025 mit rel. 96 nur unterdurchschnittliche Ergebnisse. Mehrjährig betrachtet fällt sie gegenüber den neueren Sorten wie Carabor und Lunabor ertraglich aufgrund schwacher Einzeljahresergebnisse in den Vorjahren und aktuell jedoch ab. Die Rohproteingehalte sind durchschnittlich. Boregine zählt laut Einstufung des BSA zu den standfesten Sorten. Darüber hinaus zeigt sie eine sehr gute Unkrautunterdrückung und gehört aus agronomischen Gründen nach wie vor in die engere Wahl für den Anbau.

Die 2018 zugelassene Sorte Carabor überzeugte auch in diesem Jahr wieder mit sehr konstant hohen Erträgen, was sich entsprechend in dem sehr guten mehrjährigen Ergebnis von rel. 103 widerspiegelt. Die Rohproteingehalte liegen im durchschnittlichen Bereich. Bei mittlerer Abreife und Standfestigkeit zählt sie zu den eher kürzeren Sorten. Dank der guten Leistungen steht sie bei der Vermehrungsfläche bundesweit an zweiter Stelle.

Lunabor erreichte 2025 die höchsten Erträge und konnte sich dadurch auch mehrjährig betrachtet steigern. Sie nimmt ertraglich gesehen neben Carabor die Spitzenstellung ein. Bei knapp durchschnittlichen RP-Gehalten und den im Vergleich zu den vorgenannten Sorten vergleichbaren agronomischen Eigenschaften liegen die Vermehrungszahlen überraschender Weise mit lediglich 33 ha auf einem bescheidenen Niveau.

Die 2018 zugelassene Sorte Bolero zeigte in den letzten Jahren stark schwankende Erträge. Nach sehr guten Erträgen 2022 und 2024 erzielte sie 2025 ein leicht unterdurchschnittliches Ergebnis. Insgesamt schnitt sie mehrjährig mit rel. 100 durchschnittlich ab. Die RP-Gehalte fallen insgesamt etwas schwächer aus. Gewisse Schwächen in der Standfestigkeit sind zu beachten. Dies und die starken Ertragsschwankungen begründen wohl auch den eher geringen Vermehrungsumfang.

Von den beiden 2024 erstmalig im LSV geprüften Sorten konnte Swing das Vorjahresergebnis knapp bestätigen und erreicht mit rel. 100 eine mittlere mehrjährige Leistung. SM Orion enttäuschte ertraglich auch im zweiten LSV-Jahr, sie verdankt ihr mehrjähriges Ergebnis von rel. 97 den guten Vorprüfungszahlen. Im Gegensatz zu Swing lieferte sie jedoch sehr hohe RP-Gehalte, die so auch bereits vom BSA beschrieben wurden. Beide Sorten zeichnen sich im Vergleich zu den etablierten Sorten durch eine überdurchschnittlich gute Standfestigkeit aus, die vermutlich durch die geringere Pflanzenlänge zu begründen ist.

Boruta als einzige endständige Sorte im LSV-Sortiment erzielte über die Jahre hinweg streuende und im Vergleich zu den neueren verzweigten Sorten deutlich unterdurchschnittliche Erträge bei allerdings guten Rohproteingehalten. Dies bestätigt sich auch in den einjährigen Ergebnissen und spiegelt sich in den mehrjährigen Zahlen entsprechend wider. Positiv hervorzuheben sind der hohe Rohproteingehalt und die gute Standfestigkeit. Für den Anbau endständiger Sorten ist Boruta nach wie vor erste und einzige Wahl; allerdings wird sie auch in der Praxis zunehmend weniger nachgefragt.

Weiße Lupinen

Die beiden nunmehr sechsjährig geprüften Sorten Frieda und Celina sind derzeit die einzigen als anthraknosetolerant eingestuften und vom BSA beschriebenen Sorten der Weißen Lupine. Beide Sorten konnten die vom BSA bewertete hohe Ertragsleistung durch die Ergebnisse im norddeutschen Raum bestätigen. Ebenso erreichten beide Sorten an vergleichbaren Standorten deutlich höhere Rohproteingehalte als die Schmalblättrigen Lupinen. Waren sie bis 2023 noch mit Abstand die vermehrungsstärksten Lupinensorten, liegen Frieda mit 724 ha und Celina mit 454 ha aktuell auf vergleichbarem Vermehrungsniveau wie Boregine (757 ha) bzw. Carabor (417 ha).

Zusammenfassung

Die Zunahme der Bedeutung der Leguminosen auch im konventionellen Anbau scheint sich momentan nicht im erhofften Umfang fortzusetzen. Eine steigende Nachfrage für Lupinenprodukte in der Humanernährung ist derzeit nicht zu erkennen. Sowohl bundesweit als auch in Niedersachsen zeichnet sich ab, dass der Vertragsanbau sich nicht in größerem Maßstab ausdehnen wird. Da momentan für eine Erweiterung der Fruchtfolgen mit Leguminosen eher Ackerbohnen, Körnererbsen oder Sojabohnen präferiert werden, ist die Aufnahme einer weiteren Leguminose in die Fruchtfolgen nicht leichter geworden.

Für einen sicheren Lupinen-Vertragsanbau wird es auf die Entwicklung von Sorten mit steigenden Korn- und besonders Rohproteinerträgen sowie niedrigen Alkaloidgehalten ankommen. Außerdem würden entsprechende preisliche Anreize die Vermarktung und die Wirtschaftlichkeit des Lupinenanbaus fördern. Bei der ökonomischen Betrachtung sollten die positiven pflanzenbaulichen Effekte der Lupinen für die Gesamtbetrachtung der Fruchtfolge stärker hervorgehoben werden, denn durch ihre Fähigkeit, mit Hilfe von Knöllchenbakterien Stickstoff aus der Luft zu binden, mindern sie die Düngerkosten nicht nur für sich selbst, sondern sie tragen auch zur N-Versorgung der folgenden Kultur bei. Zudem fördern sie die Bodengare. Insbesondere für Anbauregionen mit eher leichteren Standorten könnte bei Nutzung der Ökoregelung 2 die Einbindung von Lupinen in die Fruchtfolge eine interessante Möglichkeit sein.

Falls die Verwertung nicht im eigenen Betrieb erfolgt, sollte vor dem Anbau ein Vermarktungspartner gefunden werden, mit dem die Anforderungen an die Qualität und die Konditionen für die Bezahlung abgestimmt werden.