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Stall der Zukunft für Schweine mit Ringelschwänzen

Webcode: 01045133
Stand: 05.02.2026

Land fördert Landwirtschaftliches Bildungszentrum Echem mit fast einer Million Euro – Tierschutz im Fokus 

Übergabe des Förderbescheids für den Umbau der Lehrwerkstatt Schwein im LBZ (v.l.): LBZ-Leiter Ulrich Peper, Agrarministerin Miriam Staudte und Kammerpräsident Gerhard Schwetje.
Übergabe des Förderbescheids für den Umbau der Lehrwerkstatt Schwein im LBZ (v.l.): LBZ-Leiter Ulrich Peper, Agrarministerin Miriam Staudte und Kammerpräsident Gerhard Schwetje.Wolfgang Ehrecke
Hannover/Echem - Einen Förderbescheid über 950.000 Euro hat Ministerin Miriam Staudte am Donnerstag (05.02.2026) an das Landwirtschaftliche Bildungszentrum (LBZ) in Echem (Landkreis Lüneburg) übergeben. Mit der Förderung sollen Haltungseinrichtungen in der Lehrwerkstatt so umgebaut werden, dass hier Schweine mit intakten Ringelschwänzen gehalten werden können.

Anschauliche Darstellung: Kupieren der Ringelschwänze verzichtbar

Angehenden Landwirtinnen und Landwirtinnen wird so in der überbetrieblichen Ausbildung und im Rahmen von Weiterbildungen anschaulich dargestellt, wie auf das Kupieren der Ringelschwänze verzichtet werden kann und wie Schweine mit intakten Ringelschwänzen erfolgreich gehalten werden können. Damit kommt die Förderung perspektivisch einer großen Anzahl von Tieren zugute. Die Mittel werden über die politische Liste bereitgestellt.

Ministerin Staudte: Wichtige Impulse für tierwohlgerechte Schweinehaltung

Landwirtschaftsministerin Miriam Staudte: „Niedersachsen ist das Land mit den meisten Schweinen in Deutschland. Daher ist es umso wichtiger, dass Auszubildende lernen und praktisch erfahren können, wie ein Stall ausgestaltet werden muss, damit eine Haltung von Schweinen mit intakten Ringelschwänzen möglich ist. Denn derzeit ist es leider so, dass der Verzicht auf das routinemäßige Kürzen der Ringelschwänze zwar rechtlich vorgegeben ist, die Umsetzung des Verzichts auf das Kupieren in der Praxis für viele Betriebe jedoch weiterhin eine Herausforderung darstellt. Daher gehe ich davon aus, dass der Stallumbau wichtige Impulse für eine tierwohlgerechte Schweinehaltung in Niedersachsen setzen wird – weit über die überbetriebliche Ausbildung hinaus.“ 

Kammerpräsident Schwetje: Schweinehaltung langfristig und vielversprechend weiterentwickeln

Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen: „Mit der Übergabe dieses Förderbescheides geht eine intensive Planungs- und Abstimmungsphase erfolgreich zu Ende. Wir danken der Ministerin und ihren Fachleuten für die sehr gute Zusammenarbeit. Das Umbauprojekt in unserem Landwirtschaftlichen Bildungszentrum, das wir nun unverzüglich angehen wollen, ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass wir die Schweinehaltung im Agar-Bundesland Nummer eins im Dienste unserer Familienbetriebe langfristig und vielversprechend weiterentwickeln können.“

LBZ-Leiter Peper: Umbau trägt zur Stärkung der landwirtschaftlichen Ausbildung bei 

Ulrich Peper, Leiter des LBZ Echem: Das Landwirtschaftliche Bildungszentrum (LBZ) Echem erfüllt eine Schlüsselrolle bei der Ausbildung und Qualifizierung von Fachkräften für eine nachhaltige und zukunftsfähige Landwirtschaft. Die Maßnahme unterstützt die Modernisierung der örtlichen Bildungsinfrastruktur und die Integration innovativer Haltungssysteme in der Schweineproduktion. Sie trägt damit unmittelbar zur Stärkung der landwirtschaftlichen Ausbildung in Niedersachsen bei, welche für die Wettbewerbsfähigkeit des hiesigen Agrarsektors unerlässlich ist.

Neue Struktur und anderes Klima in den Schweinebuchten

Konkret sollen ein Stallbereich der konventionellen Ferkelaufzucht mit insgesamt 600 Tierplätzen und ein Bereich der konventionellen Schweinemast mit 400 Tierplätzen in der Lehrwerkstatt Schwein umgebaut werden. So sollen unter anderem die Buchten so strukturiert werden, dass Bereiche für das Ruhen und die Aktivität voneinander getrennt sind. Die Raumtemperatur soll abgesenkt und unterschiedliche Klimabereiche eingerichtet werden. Darüber hinaus kommen emissionsmindernde Maßnahmen zum Einsatz. So wird eine Kot-Harn-Trennung und ein Spülsystem verbaut. Strukturreiches Beschäftigungsmaterial wie Stroh kann zukünftig über ein automatische Einstreusystem verteilt werden. Auch die Integration der Haltungsstufen 1 bis 5 des Tierhaltungskennzeichnungsgesetzes in die überbetriebliche Ausbildung wird dann möglich sein. Der Umbau soll bis Ende des Jahres 2026 abgeschlossen werden.  

Über das LBZ Echem

Das Landwirtschaftliche Bildungszentrum Echem (LBZ) ist das Aus- und Weiterbildungszentrum für Tierhaltung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK). In den Lehrwerkstätten Rind und Schwein (konventionell und ökologisch) haben angehende Landwirtinnen und Landwirte sowie erfahrene Praktikerinnen und Praktiker die Möglichkeit, ihr Fachwissen zur Tierhaltung aufzubauen und zu vertiefen. Die LWK kooperiert außerdem mit landwirtschaftlichen und pädagogischen Hochschulen, führen Erprobungen durch und sind an innovativen Projekten mit dem Schwerpunkt Tierwohl beteiligt.


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