Knapp 500 Besucher/-innen informierten sich beim Körnermaistag auf dem Klostergut Reinshof über Anbaupraxis, Technik, Trocknung und Preise. Die Landwirtschaftskammer Niedersachsen unterstrich die Bedeutung der Kultur für die Ackerbauregionen des Landes.
Maschinenvorführungen und Vorträge
Rund 500 Besucherinnen und Besucher verfolgten Maschinenvorführungen zu Erntetechnik, Stoppelbearbeitung und Aussaattechnik. In mehreren Fachvorträgen ging es um Anbau-Erfahrungen, um die Trocknung des Körnermaises, um Marktpreise und die Rolle des Körnermaises in Fruchtfolgen. Damit bot der Feldtag unweit der Universitätsstadt viele Eindrücke und Anregungen aus praktischen Erfahrungen und fachlichen Diskussionen.
In seiner Begrüßung betonte Kammerpräsident Gerhard Schwetje die Bedeutung des Körnermaises für die heimischen Ackerbaubetriebe: Aufgrund seines hohen Energiegehalts sei er ein wichtiges Futtermittel für Rinder, Schweine und Geflügel. Zugleich stehe er in Konkurrenz zu Futterweizen und Futtergerste. Gerade bei knapper Getreideversorgung könne Körnermais als alternative Energiequelle an Bedeutung gewinnen.
Körnermais als zusätzliche Blattfrucht
Eine besondere Rolle kann die Kultur in vielfältigen Fruchtfolgen spielen. Wo neben Getreide beispielsweise Raps und Zuckerrüben als Blattfrüchte bereits an Grenzen stoßen, kann Körnermais eine zusätzliche Option sein. Die späte Aussaat der Sommerung kann dazu beitragen, Arbeitsspitzen im Frühjahr zu entzerren.
Die Entwicklung der Anbauflächen in Niedersachsen spiegelt die wechselnde Bedeutung der Kultur wider: 2020 wurden rund 70.000 Hektar Körnermais angebaut, 2024 waren es rund 115.000 Hektar. Für 2026 wurden rund 89.000 Hektar ausgewiesen. Die Schwankungen zeigen, wie stark die Anbauentscheidung von Witterung, Marktbedingungen und betrieblicher Planung abhängt.
Wirtschaftlichkeit und Versuchswesen im Fokus
Neben den pflanzenbaulichen Chancen standen beim Feldtag die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen im Mittelpunkt. Für die Wirtschaftlichkeit kommt es beim Körnermais nicht allein auf den Ertrag auf dem Feld an. Entscheidend sind auch das Preisverhältnis zu anderen Kulturen sowie die Ernte- und Trocknungskosten. Da Körnermais bei der Ernte in der Regel eine höhere Feuchtigkeit als Getreide aufweist, sollten Trocknungsmöglichkeiten und -kosten frühzeitig in die Kalkulation einbezogen werden.
Wie bei anderen Kulturen unterstützt die LWK die Betriebe beim Thema Körnermais mit betriebswirtschaftlichem Know-how und Erkenntnissen ihres Pflanzenbau-Versuchswesens. Dessen Ergebnisse zu Anbauverfahren und Bestandesführung fließen in die Beratung ein und unterstützen die Praktikerinnen und Praktiker dabei, standortgerechte und wirtschaftlich tragfähige Anbauentscheidungen zu treffen.
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