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Drittmittelprojekte bei der Landwirtschaftskammer

ToSBa

Modell- und Demonstrationsvorhaben zur Praxiseinführung von torfreduzierten Substraten in Baumschulen – Modellregion Ammerland


Ausgangslage
Torf ist ein fossiler Rohstoff und damit eine endliche Ressource. Bei seinem Abbau werden zudem klimaschädliche Gase freigesetzt. Zu den von der Bundesregierung im Klimaschutzplan 2050 festgehaltenen Zielen und Maßnahmen gehört eine deutliche Reduktion des Torfanteils in gärtnerischen Erden. Der Verzicht auf Torf als bisher wichtigster Bestandteil von Profi-Substraten und die Umstellung auf alternative Substratausgangsstoffe stellt für die Produktion von Gehölzen in Töpfen (Containerkulturen) eine große Herausforderung dar. Tatsächlich finden neben Torf aber schon lange auch andere organische und mineralische Ausgangsstoffe Anwendung im Gartenbau.

Zielsetzung
Das geplante Modell- und Demonstrationsvorhaben soll aufzeigen, dass auch mit stark torfreduzierten Substraten qualitativ hochwertige Gehölze in Containern produziert werden können. Dementsprechend soll es dazu dienen, Barrieren bei den Praxisbetrieben abzubauen, die schrittweise Implementierung von torfreduzierten Substraten in die Praxis zu unterstützen und damit die Akzeptanz in der Baumschulbranche für alternative Kultursubstrate bundesweit zu verbessern. Dazu sollen in zwei Modellregionen, den Baumschulanbauzentren Ammerland und Pinneberg, Praxisbetriebe eingebunden werden, die den Torfanteil bei der Produktion ausgewählter Kulturen auf maximal 50 % reduzieren.

Projektdurchführung
Im Ammerland und im Pinneberger Baumschulgebiet werden jeweils fünf Baumschulen über einen Zeitraum von vier Jahren (2020 – 2024) den Torfanteil bei ausgewählten Kulturen schrittweise auf max. 50 % reduzieren. Sie werden dabei sehr eng von den Projektmitarbeitern in den beiden Regionen betreut und unterstützt. Zu Beginn des Vorhabens werden die Betriebe hinsichtlich torfreduzierter Substrate und einer angepassten Kulturführung geschult. Für jeden einzelnen Betrieb werden dann in Zusammenarbeit mit dessen Substratlieferanten und Beratern individuelle Strategien für den Torfersatz erarbeitet, die im Laufe der vierjährigen Projektlaufzeit mit Hilfe der gewonnenen Erfahrungen angepasst werden.

Die ToSBa Regionalkoordinatoren und -koordinatorinnen besuchen die Baumschulen regelmäßig, nehmen Substratproben und bewerten das Pflanzenwachstum. Außerdem leiten sie bei auftretenden Problemen rasch die nötigen Kulturmaßnahmen ein.

Ein wesentlicher Bestandteil des Vorhabens ist außerdem ein intensiver Wissenstransfer, um auch andere Baumschulen deutschlandweit über die Erkenntnisse aus dem Vorhaben zu informieren und die Akzeptanz torfreduzierter Baumschulsubstrate zu erhöhen. Dazu sollen die Erfahrungen und Ergebnisse aus dem Vorhaben regelmäßig auf Feldtagen und einschlägigen Branchentreffen präsentiert und diskutiert werden. Durch Videoberichte aus den Demonstrationsbetrieben können die wichtigsten Projektergebnisse immer zeitnah einem breiten Publikum zugänglich gemacht werden. Interessierte Baumschulen sind darüber hinaus stets eingeladen, den teilnehmenden Betrieben einmal über die Schultern zu schauen.

Beginn: 01.08.2020 / Ende: 31.07.2024

Torfmoosernte 2

Kontakt und Ansprechpartner*innen

Projektleitung:
Dr. Gerlinde Michaelis
Dr. Gerlinde Michaelis

Leiterin Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau Bad Zwischenahn

04403 9796-50
04403 9796-10
04403 9796-0

gerlinde.michaelis~lwk-niedersachsen.de

Projektmitarbeit:
Dr. Inga Binner
Dr. Inga Binner

Gesamtkoordination Projekt ToSBa - Torfersatz in Baumschulen

04403 9796-47
04403 9796-10
04403 9796-0

inga.binner~lwk-niedersachsen.de

Pia Bunger
M.Sc. Gartenbauwissenschaften
Pia Bunger

Regionalkoordinatorin Projekt ToSBa

04403 9796-47
04403 9796-10
04403 9796-0
0174 3009 294

pia.bunger~lwk-niedersachsen.de


Drittmittelgeber

Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung

Projekt-Partner

LWK Schleswig-Holstein, Gartenbauzentrum Ellerhoop





Beiträge aus dem Projekt-Blog


Können in Baumschulen auch in torfreduzierten Substraten gute Pflanzenqualitäten erzeugt werden? Die Ergebnisse aus dem ersten Kulturjahr im Projekt ToSBa stimmen positiv - in allen 5 Demobetrieben im Ammerland haben sich die torfreduzierten Substrate bewährt.

Fünf Baumschulen im Ammerland stellen sich seit Beginn 2021 der Herausforderung, unter Begleitung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen den Torfeinsatz in ausgewählten Kulturen deutlich zu reduzieren und damit der gesamten Branche zu demonstrieren, wie die Umstellung auf alternative Substrate funktionieren kann. In den Betrieben wurden individuelle Substratmischungen mit bis zu 50 % alternativen Substratausgangsstoffen im Praxiseinsatz getestet. 

Gutes Pflanzenwachstum - zufriedene Betriebsleiter

Trotz ganz unterschiedlicher Kulturen, Herangehensweisen und Vorerfahrung in den Baumschulen ist das Zwischenfazit für die Saison 2021 durch alle Betriebe hinweg das selbe - es funktioniert! Es gab keine größeren Probleme bei der Kultur und durch die regelmäßigen Betriebsbesuche der ToSBa-Mitarbeiterinnen konnten zeitnah Kulturempfehlungen, zum Beispiel zur Nachdüngung, gegeben werden. 

Auf Grund der nassen Witterung in diesem Jahr zeigten sich zum Teil sogar Kulturvorteile durch eine verbesserte Drainagewirkung im torfreduzierten Substrat (z.B. durch die Beimischung von Holzfaser). 

Keine Wachstumsunterschiede zwischen Standard- und ToSBa-Substrat bei ThujaWachstumsunterschiede zwischen Standard- und ToSBa-Substrat bei Forsythia

Neues Jahr - neues Wetter

Für die nächste Kulturperiode 2022 werden die Substratmischungen und die Kulturführung weiter optimiert. Auch der Anteil alternativer Ausgangstoffe in den Substraten und die Anzahl der zu testenden Kulturen soll weiter erhöht werden. Die Betriebe sind nach den guten Erfahrungen in diesem Jahr weiter hoch motiviert. Da die Gehölze auf den Containerkulturflächen aber größtenteils der Witterung ausgesetzt sind, müssen sich die stärker torfreduzierten Substrate auch unter unterschiedlichen Wetterbedingungen bewähren. 

Die Demonstrationsbetriebe, die durch das Modell- und Demonstrationsvorhaben ToSBa im Ammerland über 4 Jahre hinweg bei der Torfreduktion begleitet werden, stehen jetzt fest - Baumschule Harry Warnken, Baumschule Hinrichs, Baumschule Roßkamp, Baumschule Hülsmann und Jungpflanzen Jens Meyer stellen sich der Herausforderung, in einigen ausgewählten Kulturen Substrate mit einem Torfanteil von nur noch maximal 50 % zu etablieren.

Das Interesse der hiesigen Baumschulen am Thema Torfreduktion ist groß. Etliche Betriebe haben sich auf die Ausschreibung im Bundesanzeiger zu dem vom BMEL geförderten Projekt ToSBa beworben. Aus diesen hat das ToSBa-Team Ammerland fünf Demobetriebe ausgewählt, die in ihrer Gesamtheit einen guten Querschnitt durch die Baumschulbranche im Ammerland darstellen.

ToSBa Demonstrationsbetriebe im Ammerland

 

Unterschiedliche Erfahrungen mit torfreduzierten Substraten

Die teilnehmenden Baumschulen bringen ganz unterschiedliche Erfahrungen im Bereich Torfersatz mit. „Das ist super, denn so können wir den gesamten Prozess abbilden, den eine Baumschule bei der Etablierung eines neuen, torfreduzierten Substrates durchläuft“, so Inga Binner, die Gesamtkoordinatorin des Vorhabens. Eine an die individuellen Bedürfnisse angepasste, schrittweise Reduktion des Torfanteils ist wichtig, um die Anpassungen, die in der Kulturführung und Düngung vorgenommen werden müssen, stets rechtzeitig einzuleiten und zu bewerten. Dabei sollen keine unnötigen Risiken eingegangen werden. Ziel ist es, Containergehölze in hoher Qualität zu kultivieren und auch die Produktionskosten müssen im Blick behalten werden.

In der Baumschule Hülsmann (Edewecht) ist bereits der Startschuss im Projekt ToSBa gefallen. Es wurden schon Teile des Sortimentes, nämlich Heckenpflanzen ab C 7,5 L in das neue torfreduzierte Substrat getopft und die ersten Substratproben wurden analysiert. In der Baumschule Harry Warnken (Edewechterdamm) werden Blütensträuchern in den Containergrößen 3 - 5 Liter in torfreduzierte Substrate getopft. Der Betrieb mischt seine Substrate selber, so auch das neue, torfreduzierte Substrat.

Die Baumschule Hinrichs verfügt über ein sehr breites Sortiment im Containerpflanzenbereich. Für ToSBa sind vor allem die großen Container (> 20 Liter) mit verschiedenen Sträuchern interessant.

Auch die Baumschule Roßkamp mischt ihre Substrate selbst. Im Rahmen von ToSBa sollen hier unter anderem Moorbeetkulturen wie Rhododendron torfreduziert kultiviert werden, was aufgrund des niedrigen pH-Wertes eine besondere Herausforderung sein wird. Weiterhin werden Kulturen mit längeren Standzeiten in torfreduzierten Substraten betrachtet, darunter verschiedene Laub- und Nadelgehölze.

Die Baumschule von Jens Meyer hat ihren Schwerpunkt auf der Jungpflanzenproduktion von Koniferen, Laubgehölzen, Ziergräsern und schwachwachsenden Rhododendron. Die Besonderheit dieses Demonstrationsbetriebes für das Projekt ToSBa ist die Kultivierung von Jungpflanzen in kleinen Trays bis P10.

 

Auch in der zweiten Modellregion des Projektes, im Pinneberger Baumschulgebiet, wurden fünf Demonstrationsbetriebe ausgewählt, die im Frühjahr 2021 in die erste Kulturperiode mit ToSBa starten: Baumschule Heydorn & Söhne (Klein Nordende), Baumschule Clasen & Co (Rellingen), Kordes Jungpflanzen (Bilsen), Kordes Rosen (Sparrieshoop) und Heinz Clasen Containerbaumschulen (Tangstedt).

 

Regelmäßige Betriebsbesuche

In allen Betrieben werden nach Möglichkeit das alte und das neue Substrat in den jeweiligen Kulturen parallel verwendet, um Unterschiede im Pflanzenwachstum und bei der Kulturführung besser erfassen zu können. Die ToSBa Regionalkoordinatoren werden die Baumschulen regelmäßig besuchen, Substratproben nehmen und die Pflanzen begutachten. „So können wir unmittelbar eingreifen, sollten sich Probleme, zum Beispiel mit den Nährstoffgehalten oder dem pH-Wert, ergeben.“

 

Das gesamte ToSBa-Team freut sich sehr auf die Zusammenarbeit mit den hoch motivierten Baumschulen und wird zeitnah über die ersten Ergebnisse und Erfahrungen berichten!

Das Ziel einer deutlichen Torfreduktion in gartenbaulichen Kultursubstraten ist nur durch die Nutzung alternativer Substratrohstoffe möglich. Doch welche Stoffe stehen den Gärtnern zur Verfügung? Was sind ihre Vor- und Nachteile? ToSBa gibt Ihnen einen kurzen Überblick!

Inga Binner und Pia Bunger stellen verschiedene Substratausgangsstoffe vor

 

 

Torfreduzierte oder gar torffreie Substrate für den Gartenbau - davon hört man in letzter Zeit an vielen Stellen. Nicht nur Blumenerden für den Hobbygärtner sind mittlerweile torfreduziert oder gar torffrei, auch bei Substraten für den Profigartenbau spielen alternative Rohstoffe eine immer wichtigere Rolle.

ToSBa stellt Ihnen in einem kurzen Video die gängisten Alternativen und Ergänzungen zu Torf vor und erläutert die Vor- und Nachteile sowie die Einsatzmöglichkeiten.

 

Hier das Video über die verschiedenen Substratrohstoffe:

 



Das Modell- und Demonstrationsvorhaben zur Praxiseinführung torfreduzierter Substrate in Baumschulen ("ToSBa") sucht bis zum 05.02.2021 motivierte Baumschulen, die als Demonstrationsbetriebe in der Teilregion Ammerland an dem Vorhaben teilnehmen wollen.

 

  • Haben Sie Interesse am Thema Torfersatz?
  • Haben Sie in Ihrem Betrieb bereits Erfahrungen mit torfreduzierten Substraten gemacht und wollen jetzt noch einen Schritt weiter gehen?
  • Wollen Sie Ihre Gehölzproduktion langfristig auf torfreduzierte Substrate umstellen und wünschen sich dabei fachkundige Unterstützung?

 

Ja? Dann sind Sie bei uns genau richtig! 

Logo Projekt ToSBa

Im Rahmen des Modell- und Demonstrationsvorhabens „ToSBa" soll gezeigt werden, dass ein großer Teil der in Deutschland konventionell produzierten Gehölze im Container auch in stark torfreduzierten Substraten unter Praxisbedingungen ohne Qualitätseinbußen kultiviert werden kann.

Baumschulen aus der Region Ammerland, die sich als Demonstrationsbetriebe an dem Vorhaben beteiligen möchten, können sich jetzt melden. Es werden bis zu fünf Produktions- oder produzierende Endverkaufsbetriebe im Vollerwerb gesucht, die in ihrer Gesamtheit die Baumschulbranche in Deutschland abbilden. Die Anforderungen an die Betriebe werden im Bundesanzeiger veröffentlicht und sind bei der regionalen Koordinatorin Pia Bunger (Daten siehe unten) abrufbar. Sie steht auch bei der Bewerbung hilfreich zur Seite.

Die Bewerbung muss über eine formlose Interessenbekundung mit kurzer Betriebsbeschreibung (Betriebsspiegel, Kulturen, Produktionsumfang, Absatzwege) an die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE) bis zum 05.02.2021 erfolgen.

 

 

Hier kommen Sie direkt zum Bundesanzeiger:

Startseite – Bundesanzeiger   

Bekanntmachung: BAnz AT 14.01.2021 B7

 

Weitere Informationen zum genauen Ablauf von ToSBa gibt es hier:

ToSBa - Torfreduzierte Substrate in Baumschulen : Landwirtschaftskammer Niedersachsen (lwk-niedersachsen.de)

 

Wir unterstützen Sie gerne bei Ihrer Bewerbung! Nehmen Sie mit uns Kontakt auf.

 

Im Rahmen des Modell- und Demonstrationsvorhabens "Praxiseinführung von torfreduzierten Substraten in Baumschulen" - kurz ToSBa - werden Baumschulen bei der Torfreduzierung unterstüzt. In den beiden Modellregionen in Niedersachsen und Schleswig-Holstein sind dazu insgesamt 3 Regionalkoordinatoren in den Betrieben im Einsatz. Die Gesamtkoordination erfolgt durch die Landwirtschaftskammer Niedersachsen. 

 


Lernen Sie hier unser Team kennen:

Dr. Inga Binner - ToSBa Gesamtkoordinatorin

Dr. Inga Binner, M.Sc. Gartenbauwissenschaften mit anschließender Promotion im Bereich Pflanzenernährung, übernimmt die Gesamtkoordination des Projekts ToSBa und ist vor allem für den Austausch zwischen den Modellregionen und die Öffentlichkeitsarbeit zuständig.

Tel.: 04403  9796-47

inga.binner@lwk-niedersachsen.de

Pia Bunger - ToSBa Regionalkoordinatorin Ammerland

Pia Bunger ist gelernte Baumschulgärtnerin und M.Sc. in den Gartenbauwissenschaften. Nach einschlägiger Berufserfahrung in der elterlichen Baumschule ist sie im Projekt ToSBa als  Regionalkoordinatorin für die Region Ammerland (Nds.) tätig.

Tel.: 04403  9796-47

pia.bunger@lwk-niedersachsen.de

Hendrik Averdieck - ToSBa Regionalkoordinator Pinneberg

Hendrik Averdieck ist als Gartenbauingenieur nach über 20 Jahren in der Baumschulberatung seit 2016 bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein im Versuchswesen beschäftigt. Zusammen mit Thorsten Ufer ist er als Regionalkoordinator für den Raum Pinneberg (SH) tätig.

Tel.: 04120  7068-157

haverdieck@lksh.de

Thorsten Ufer - ToSBa Regionalkoordinator Pinneberg

Thorsten Ufer ist als Gartenbauingenieur seit 2008 bei der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein im Baumschulversuchswesen tätig. Er betreut die Baumschulen im Anbaugebiet Pinneberg (SH) als Regionalkoordinator für ToSBa.

Tel.: 04120  7068-156

tufer@lksh.de

 

Das Modell- und Demonstrationsvorhaben "Praxiseinführung von torfreduzierten Substraten in Baumschulen" (ToSBa) stellt sich der Frage: "Wie können unter Praxisbedingungen hochwertige Containergehölze auch in stark torfreduzierten Substraten erzeugt werden?" Die Landwirtschaftskammern Niedersachsen und Schleswig-Holstein unterstützen dazu 10 Modellbetriebe über drei Vegetationsperioden bei der Umstellung ihrer Substrate.

Reduktion des Torfanteils in gärtnerischen Erden – ein Muss

Torf ist eine endliche Ressource und bei seinem Abbau werden klimaschädliche Gase freigesetzt. Zu den von der Bundesregierung im Klimaschutzplan 2050 festgehaltenen Zielen und Maßnahmen gehört daher eine deutliche Reduktion des Torfanteils in gärtnerischen Erden. Auch die Baumschulbranche stellt das vor große Herausforderungen, da Torf als Kultursubstrat nahezu ideale Eigenschaften aufweist und die Kulturführung durch langjährige Erfahrung daran angepasst ist. Tatsächlich finden neben Torf aber schon lange auch andere organische und mineralische Ausgangsstoffe Anwendung im Gartenbau. Rohstoffe wie Rindenhumus, Holzfasern, Komposte oder auch Kokos-Abfallprodukte haben bereits Einzug in die Praxis gehalten und sich mit Anteilen bis zu 20-30 % im Substrat bewährt. Begrenzend auf höhere Anteile wirken sich zum Teil die Verfügbarkeit, die Qualität (inkl. aller physikalischen und chemischen Eigenschaften), der Preis und letztlich auch das steigende Kulturrisiko aus.

Doch die Erfahrungen und Erkenntnisse aus den bisher durchgeführten umfangreichen Versuchen zum Torfersatz konnten zeigen, dass eine noch stärkere Torfreduzierung für eine Mehrzahl der Baumschulkulturen durchaus möglich ist.

 

 

Torfreduzierte und torffreie Substrate im Versuch in Bad ZwischenahnDas Modell- und Demonstrationsvorhaben ToSBa

Das Modell- und Demonstrationsvorhaben ToSBa soll nun die Praxistauglichkeit stark torfreduzierter Substrate unter Beweis stellen. Das erklärte Ziel: mindestens 50 % Torfersatz am Ende der Projektlaufzeit - gerne mehr! Hierzu werden in zwei für die Baumschulbranche Deutschlands bedeutenden Anbauregionen – das Ammerland (NI) und Pinneberg (SH) – insgesamt 10 Modellbetriebe einbezogen. Die Betriebe sollen einen guten Querschnitt durch die national vertretenen Kulturen und Betriebsstrukturen bilden. In den beiden Modellregionen werden Regionalkoordinatoren eingesetzt, die die Betriebe intensiv beraten und die Substratumstellung engmaschig begleiten. Für das Ammerland sind Inga Binner und Pia Bunger von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in den Betrieben im Einsatz und im Kreis Pinneberg stehen Hendrik Averdieck und Thorsten Ufer der Landwirtschaftskammer Schleswig-Holstein bei allen Fragen und Problemen unterstützend zur Seite. Die Gesamtkoordination des Vorhabens übernimmt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen an der Lehr- und Versuchsanstalt für Gartenbau in Bad Zwischenahn-Rostrup. Zu Beginn werden die Betriebe hinsichtlich torfreduzierter Substrate und einer angepassten Kulturführung geschult.  Für jeden einzelnen Betrieb werden dann in Zusammenarbeit mit dessen Substratlieferanten und Beratern individuelle Strategien für den Torfersatz erarbeitet, die im Laufe der vierjährigen Projektlaufzeit mit Hilfe der gewonnenen Erfahrungen angepasst werden.

 

Erkenntnisse gehen gleich in die Praxis über

Die im Vorhaben gewonnenen Erkenntnisse und Erfahrungen werden immer zeitnah in der Fachpresse, auf Vorträgen und Feldtagen veröffentlicht und diskutiert. Interessierte Gärtner sind außerdem stets eingeladen, den teilnehmenden Betrieben einmal über die Schultern zu schauen. So sollen anderen Baumschulen deutschlandweit die Berührungsängste mit torfreduzierten Substraten genommen werden.

"Wir freuen uns sehr über das große Interesse der hiesigen Baumschulen am Thema Torfersatz und die schnelle Bereitschaft der Betriebe, bei diesem Modell- und Demonstrationsvorhaben mitzuwirken. Die nächsten 4 Jahre werden eine spannende und erkenntnisreiche Zeit werden und sicherlich einen wichtigen Beitrag dazu leisten, den Baumschulen deutschlandweit den Übergang von reinen Torfsubstraten zu stark torfreduzierten Substraten zu erleichtern."

 

Die Förderung des Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE).

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Landwirtschaftskammer Niedersachsen           LWK Schleswig-Holstein