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Afrikanische Schweinepest (ASP): Fragen und Antworten

Die gefürchtete Afrikanischen Schweinepest (ASP) ist in Deutschland angekommen: Seit der ersten Diagnose am 10.09.2020 häufen sich in Brandenburg die ASP-Fälle bei verendeten oder erlegten Wildschweinen. Am 31.10.2020 wurde erstmals in Sachsen ASP bei einem Wildschwein festgestellt. Lesen Sie in unseren Fragen und Antworten, was ASP ist, wie diese Krankheit übertragen wird, wie die Vorbeugung funktioniert, was bei einem Ausbruch passieren und was dies für Landwirt*innen, Handel und Verbraucher*innen bedeuten könnte.

Oldenburg - Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt und insoweit weder für andere Tierarten noch den Menschen eine Gefahr darstellt. Am 10.09.2020 bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut einen ersten ASP-Fall bei einem Wildschwein in Deutschland. Bis Anfang November 2020 wurden in mehreren brandenburgischen Landkreisen 123 ASP-Diagnosen bekannt. Am 31. Oktober 2020 meldete das Bundeslandwirtschaftsministerium in Sachsen einen ersten ASP-Fall bei einem erlegten Wildschwein.

Eine Ausbreitung von ASP in Deutschland massive Folgen: Beim Ausbruch in Hausschweinebeständen müssten alle Schweine der betroffenen Bestände getötet und in Tierkörperbeseitigungsanlagen unschädlich beseitigt werden. Landwirt*innen sollten jetzt ihren Versicherungsschutz insbesondere im Bereich Ertragsschadenversicherung prüfen.

Die Erkrankung ist eine Herausforderung für das betriebsindividuelle Risikomanagement: Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter sind gefordert, ihre Absicherung für den Fall von ASP zu überprüfen.

In unseren Fragen und Antworten (siehe unten im Anhang als .pdf-Dokument) erklären wir, wie die Viruserkrankung übertragen wird, wie sie bei infizierten Tieren verläuft, welche Vorsichtsmaßnahmen nun besonders wichtig sind, was nach einem ASP-Ausbruch in Deutschland geschieht und was ein Befall von Wild- und Hausschweinen mit ASP für Landwirte, Handel und Verbraucher bedeuten könnte.

LAVES koordiniert Krisenpläne

Die Fachleute für Tierhaltung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sind beteiligt an Arbeitsgruppen, die Krisenpläne für den Fall des Ausbruchs der ASP in Deutschland erarbeiten. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) dokumentiert den aktuellen Stand der Krisenpläne. Die aktuelle geografische Verbreitung der ASP beschreibt das Friedrich-Loeffler-Institut, das auch die Ausbruchszahlen auflistet.

Um die Zahl der ASP-Fälle in Deutschland so gering wie möglich zu halten, haben unter anderem das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das niedersächsische Landwirtschaftsministerium sowie die Schweinehalter Hinweise zur Vorbeugung herausgegeben. Als Orientierung in den Bereichen Logistik, Transport und Beratung hat der Deutsche Raiffeisenverband ein Krisenhandbuch veröffentlicht.

Gefährdete Bezirke mit Pufferzonen

Bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland legen in der Regel die Veterinärbehörden der betroffenen Landkreise gefährdete Bezirke und Pufferzonen fest, in denen zum Beispiel Verbote und Einschränkungen für den Transport von Schweinen und Schweinefleischprodukten gelten.

Nicht nur Schweinehalter, sondern auch andere land- und forstwirtschaftliche Betriebe in den gefährdeten Bezirken und Pufferzonen müssen mit Einschränkungen rechnen: Die Nutzung von Flächen können Behörden zum Beispiel einschränken, um das Abwandern des Schwarzwildes zu verhindern. Im weiteren Verlauf der Bekämpfung der ASP in der Schwarzwildpopulation könnte eine verstärkte Bejagung der Wildschweine oder das Anlegen von Jagdschneisen angeordnet werden.

Für wirtschaftliche Schäden, die durch behördliche Anordnungen wie etwa Ernteverbote entstanden sind, werden Entschädigungssätze festgesetzt. Ansprechparterin für mögliche Entschädigungszahlungen ist in der Regel die anordnende Behörde des jeweiligen Landkreises.


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Stand: 03.11.2020