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Afrikanische Schweinepest (ASP): Fragen und Antworten

Laut einer Mitteilung des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) hat sich der Verdacht der Afrikanischen Schweinepest (ASP) bei Tieren aus zwei Hausschweinbeständen in Brandenburg bestätigt. Das Friedrich-Loeffler-Institut (FLI) hat die Afrikanische Schweinepest am 16.7.2021 in den Proben nachgewiesen. Lesen Sie in unseren Fragen und Antworten, was ASP ist, wie diese Krankheit übertragen wird, wie die Vorbeugung funktioniert und was ein Ausbruch für Landwirt*innen, Handel und Verbraucher*innen bedeutet.

Oldenburg - Die Afrikanische Schweinepest (ASP) ist eine schwere Virusinfektion, die ausschließlich Haus- und Wildschweine befällt und insoweit weder für andere Tierarten noch den Menschen eine Gefahr darstellt. Am 10.9.2020 bestätigte das Friedrich-Loeffler-Institut einen ersten ASP-Fall bei einem Wildschwein in Deutschland. Am 31. Oktober 2020 meldete das Bundeslandwirtschaftsministerium in Sachsen einen ersten ASP-Fall bei einem erlegten Wildschwein. 

Laut des Tierseuchen-Informationssystems des Friedrich-Loeffler-Instituts (FLI) waren am 4.6.2021 bundesweit insgesamt 1.234 ASP-Fälle bei Wildschweinen (in Brandenburg und Sachsen) bekannt (hier geht es zur FLI-Datenbank). Mit der am 16.7.2021 nachgewiesenen ASP-Probe bei Tieren aus zwei Hausschweinbeständen in Brandenburg handelt es sich um die ersten Fälle der Tierkrankheit bei Hausschweinen in Deutschland. 

Eine Ausbreitung von ASP in Deutschland hat massive Folgen: Beim Ausbruch in Hausschweinebeständen müssen alle Schweine der betroffenen Bestände getötet und in Tierkörperbeseitigungsanlagen unschädlich beseitigt werden. Landwirt*innen sollten jetzt ihren Versicherungsschutz insbesondere im Bereich Ertragsschadenversicherung prüfen.

Die Erkrankung ist eine Herausforderung für das betriebsindividuelle Risikomanagement: Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter sind gefordert, ihre Absicherung für den Fall von ASP zu überprüfen.

In unseren Fragen und Antworten (siehe unten im Anhang als .pdf-Dokument) erklären wir, wie die Viruserkrankung übertragen wird, wie sie bei infizierten Tieren verläuft, welche Vorsichtsmaßnahmen nun besonders wichtig sind, was nach dem ASP-Ausbruch in Deutschland für Schritte unternommen wurden und was ein Befall von Wild- und Hausschweinen mit ASP für Landwirte, Handel und Verbraucher bedeutet.

LAVES koordiniert Krisenpläne

Die Fachleute für Tierhaltung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sind beteiligt an Arbeitsgruppen, die Krisenpläne für den fortschreitenden Ausbruch der ASP in Deutschland erarbeiten. Das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) dokumentiert den aktuellen Stand der Krisenpläne. Die aktuelle geografische Verbreitung der ASP beschreibt das Friedrich-Loeffler-Institut, das auch die Ausbruchszahlen auflistet.

Um die Zahl der ASP-Fälle in Deutschland so gering wie möglich zu halten, haben unter anderem das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft, das niedersächsische Landwirtschaftsministerium sowie die Schweinehalter Hinweise zur Vorbeugung herausgegeben. Als Orientierung in den Bereichen Logistik, Transport und Beratung hat der Deutsche Raiffeisenverband ein Krisenhandbuch veröffentlicht.

Gefährdete Bezirke mit Pufferzonen

Bei einem Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland legen in der Regel die Veterinärbehörden der betroffenen Landkreise gefährdete Bezirke und Pufferzonen fest, in denen zum Beispiel Verbote und Einschränkungen für den Transport von Schweinen und Schweinefleischprodukten gelten.

Nicht nur Schweinehalter*innen, sondern auch andere land- und forstwirtschaftliche Betriebe in den gefährdeten Bezirken und Pufferzonen müssen mit Einschränkungen rechnen: Die Nutzung von Flächen können Behörden zum Beispiel einschränken, um das Abwandern des Schwarzwildes zu verhindern. Im weiteren Verlauf der Bekämpfung der ASP in der Schwarzwildpopulation könnte eine verstärkte Bejagung der Wildschweine oder das Anlegen von Jagdschneisen angeordnet werden.

Für wirtschaftliche Schäden, die durch behördliche Anordnungen wie etwa Ernteverbote entstanden sind, werden Entschädigungssätze festgesetzt. Ansprechparterin für mögliche Entschädigungszahlungen ist in der Regel die anordnende Behörde des jeweiligen Landkreises.


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Stand: 16.07.2021