Webcode: 01036582

Mechanische Unkrautregulierung im ökologischen Getreideanbau

Das Wintergetreide ist aufgrund des milden Winters vergleichsweise gut und weit entwickelt. Allerdings haben die Bodenfröste in Verbindung mit der trockenen, kühlen Witterung in den letzten Tagen das Wachstum verlangsamt und das Getreide zeigt auch Stresssymptome. Unter solchen Bedingungen sollte das Striegeln unterbleiben und erst bei frostfreien Nächten weitergeführt werden.

 

Auch die Beikräuter sind in Ihrer Entwicklung teilweise schon weit vorangeschritten. Hier muss einzelbetrieblich und standortbezogen abgewogen werden ob, oder in welchem Umfang ein Striegeln grundsätzlich überhaupt noch sinnvoll ist. Bei weit entwickelter und fest verwurzelter Verkrautung lässt die Striegelwirkung deutlich nach. Bei zu intensiver Striegeleinstellung kann auch das Getreide Schaden nehmen. Vor allem Neueinsteiger setzen im Wintergetreide im Frühjahr den Striegel zu häufig ein, weil sie Sorge vor zu hoher Restverkrautung haben. Es macht aber ökologisch und ökonomisch keinen Sinn, die letzte Taubnessel oder das letzte Stiefmütterchen aus dem Bestand zu striegeln. Hierbei ist auch an den Schutz von Niederwild wie Feldhase oder Bodenbrüter zu denken. Dieser erfordert einen umsichtigen Striegeleinsatz. Zumindest sprechen die positiven Effekte des Striegelns wie die Bodenbelüftung und die Anregung der Bestockung für einen Einsatz des Striegels. Ein bis zwei Striegeldurchgänge dürften auf den meisten Standorten wahrscheinlich völlig ausreichen.

Weizen ist beispielsweise relativ robust gegenüber dem Striegeln. Triticale und Dinkel zeigen eine mittlere Empfindlichkeit. Gerste und Roggen sind empfindlicher. Roggen braucht in der Regel gar nicht gestriegelt werden, da er ein hervorragendes Beikrautunterdrückungsvermögen besitzt. 

Sternrollhacke jetzt einsetzen

Viele Wintergetreideflächen sind durch die Niederschläge im Februar verschlämmt. Das kann den Zinkenstriegel schnell an seine Grenzen bringen. Hier bietet sich jetzt als erste Maßnahme im Frühjahr der Einsatz der Sternrollhacke an, da sie eine krustenbrechende, lockernde und belüftende Wirkung hat. Zudem arbeiten die löffelartigen Zinken Wirtschaftsdünger wesentlich besser ein als der Striegel. Beikräuter werden mit der Sternrollhacke gelockert und teilweise freigelegt. In einem zweiten Arbeitsgang lassen sie sich dann mit dem Zinkenstriegel sehr gut entwurzeln, wie es eigene Versuche gezeigt haben. Es ist aber darauf zu achten, den nachfolgenden Striegel nicht zu intensiv einzustellen und auch nicht zu schnell zu fahren, da sonst das gelockerte Getreide zu stark ausgedünnt wird.

Weitere Informationen zum Einsatz von Zinkenstriegel, Sternrollhacke und Scharhacke im Getreide finden Sie im anliegenden Artikel.


Kontakt:
Markus Mücke
Berater Ökologischer Landbau, Umstellungsberatung, Versuchswesen Ökologischer Landbau
Telefon: 0511 3665-4378
Telefax: 0511 3665-994378
E-Mail:
Florian Rohlfing
Berater Ökologischer Pflanzenbau
Telefon: 0511 3665-4294
Telefax: 0511 3665-994378
E-Mail:


Stand: 28.03.2020