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Der „Bauernhof-Effekt“: Stallluft schützt Kinder!

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Kinder, die auf Bauernhöfen aufwachsen, leiden deutlich seltener an Allergien, Heuschnupfen oder Asthma als Kinder aus städtischen Regionen. Dieses Phänomen wird seit Jahren als „Bauernhof-Effekt“ bezeichnet. Nun hat ein internationales Forschungsteam unter Leitung von Prof. Markus Ege vom LMU Klinikum und Helmholtz Munich neue Erkenntnisse dazu veröffentlicht. Erstmals konnten die Forschenden genauer nachweisen, welche Bakterien aus der Stallumgebung für den schützenden Effekt verantwortlich sein könnten.

Was haben die Forschenden herausgefunden?

Für die Studie wurden Daten von mehr als 1.000 Kindern aus europäischen Untersuchungen ausgewertet. Zusätzlich analysierte das Forschungsteam Stallluft, Staubproben und mikrobiologische Daten von Bauernhofkindern. Dabei zeigte sich, dass insbesondere bestimmte Bakterienarten aus dem Umfeld von Rinderställen eine wichtige Rolle spielen. Die Wissenschaftler identifizierten neun Bakterienarten, die ursprünglich aus dem Verdauungstrakt von Kühen stammen. Diese Mikroorganismen und ihre Stoffwechselprodukte gelangen über die Stallluft in die Umgebung. Werden diese Stoffe eingeatmet, können sie an bestimmte Rezeptoren der Atemwege andocken und offenbar dazu beitragen, Entzündungsreaktionen des Immunsystems zu verhindern. Nach Angaben der Forschenden, sind diese Bakterien etwa in der Lage zwei Drittel des schützenden Effekts gegen Asthma sowie rund die Hälfte des Effekts gegen Heuschnupfen und Neurodermitis zu verantworten.

Die Hygienehypothese erhält neue Unterstützung

Seit Jahrzehnten diskutieren Wissenschaftler die sogenannte Hygienehypothese. Sie besagt, dass Kinder für eine gesunde Entwicklung ihres Immunsystems den Kontakt zu einer Vielzahl natürlicher Mikroorganismen benötigen. Fehlen diese Reize, könnte das Risiko für Allergien und andere Fehlreaktionen des Immunsystems steigen. Die neue Studie liefert nun wichtige Hinweise darauf, welche biologischen Mechanismen hinter diesem Zusammenhang stehen könnten. Es bedeutet nicht, dass Stallluft eine medizinische Behandlung ersetzt. Aber die Ergebnisse unterstützen die Annahme, dass der regelmäßige Kontakt mit der vielfältigen Mikrobenwelt eines landwirtschaftlichen Umfelds positive Auswirkungen auf die Entwicklung des Immunsystems haben kann.

Diesen Effekt in Bauernhofpädagogik, Bauernhofurlaub und Green Care nutzen! 

Für Betriebe mit Einkommenskombination eröffnet die Studie interessante Perspektiven. Gäste suchen z

Kind beim Futter ranschieben
Kind beim Futter ranschiebenAnne Zetl
unehmend authentische Naturerlebnisse und interessieren sich für gesundheitsfördernde Lebensräume. Die Forschung zeigt, dass ein Bauernhof weit mehr ist als ein Ort der Lebensmittelproduktion. Er ist ein vielfältiger Lebensraum, in dem Menschen die Natur, die Tiere und ihre mikrobiologische Vielfalt hautnah erleben können. Besonders für Anbieter von Bauernhofurlaub, Green Care-Angeboten oder Bauernhofpädagogik bietet die Studie Chancen, den Wert von Tierkontakt, Naturerfahrung und der bäuerlichen Umwelt in der Außenkommunikation zu nutzen. Wichtig ist dabei jedoch, sachlich zu bleiben, denn ein Bauernhof ist kein Therapiezentrum. Die wissenschaftlichen Ergebnisse zeigen dennoch die positiven Zusammenhänge Effekte eines Bauernhofes auf und diese dürfen auch wertgeschätzt werden.