Bezirksstelle Emsland
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Angebot – Betriebszweigauswertung Schweinemast

Auch im Wirtschaftsjahr 2020/21 haben die Beratungsringe und die Bezirksstelle der Landwirtschaftskammer im Emsland und in der Grafschaft Bentheim die Daten von Schweinemastbetrieben für die jährliche Betriebszweigabrechnung ausgewertet. Dabei wird betriebsindividuell die direktkostenfreie Leistung berechnet. Zudem werden jährlich weitere Auswertungen der Betriebe vorgenommen, die sich mit aktuellen Themen der Schweinehaltung befassen.

Vor genau 30 Jahren wurde die erste Emslandauswertung mit Daten von 88 Schweinemastbetrieben erstellt. Aktuell werden von rund 160 Betrieben die Daten ausgewertet.

Wirtschaftsjahr

91/92

05/06

20/21

verkaufte Tiere / Betrieb

781

2078

2719

tägl. Zunahme (gr.)

662

738

891

Futteraufnahme (kg/Tag)

2,08

2,14

2,49

Futter - Verwertung 1:

3,15

2,91

2,8

Lebendgewicht (kg)

112,6

118

125,3

M f A Sonde (%)

55,1

56,1

59,1

Berechnungen auf 90 kg Zuwachs

Zuwachs (kg)

90

90

90

Futter/MS (kg)

284

262

252

Masttage

133

122

101

Es sind beeindruckende Leistungszahlen die in dieser Zeit durch Züchtung und produktionstechnischer Optimierung entstanden sind. In der nachfolgenden Tabelle sind die Ergebnisse der Emslandauswertung der Wirtschaftsjahre 1991/1992, 2005/2006 und 2020/2021 gegenübergestellt. Die durchschnittlichen Bestandsgrößen sind in dieser Zeit stark angestiegen. Lag die Anzahl der verkauften Tiere in den Jahren 1991/92 bei 781 Schweinen, so haben sie sich bis heute mehr als verdreifacht.

Betrug der Futteraufwand für 90 kg Zuwachs im WJ 91/92 noch 284 kg Mastfutter, so werden aktuell nur noch 252 kg benötigt. Das sind 32 kg weniger Futter je Mastschwein.

Die hohen Tageszunahmen führen ebenfalls zu einer deutlich reduzierten Mastdauer. Für ein Mastschwein mit 90 kg Zuwachs verkürzte sich diese um satte 32 Tage.

Die ökonomische Entwicklung der letzten 30 Jahre sind in der nachfolgenden Übersicht dargestellt. Die Schwankungen in der DKFL sind erheblich. Waren es in 1991/92 die Wiedervereinigung und der damit verbundene Abbau der Schweinebestände in Ostdeutschland, die bei uns zu einer hohen Rentabilität führten, kam es im weiteren Verlauf der 90iger Jahre mit der klassischen Schweinepest, Maul und Klauenseuche und BSE zu erhebliche Marktschwankungen. Danach gab es eine ruhigere Phase mit einer eher unbefriedigenden Rentabilität. Mit dem Ausbruch der afrikanischen Schweinepest in China, Osteuropa und anschließend Deutschland nahmen die Schwankungen wieder zu.

Die Kurvenverläufe für den Ferkelpreis und Schlachterlös verlaufen über lange Zeit parallel. Eine Ausnahme ist aber das Jahr 2007/08. Bei steigenden Futterkosten knickt der Ferkelpreis ein, während der Schlachterlös sich nicht verändert. Für viele Ferkelerzeuger führte dies zum Einstieg ins geschlossene System. Während die hohen Futterkosten im Jahr 2007/08 keine Auswirkung auf den Schweineerlös hatten, konnten in den Jahren 2011 bis 2013 die höheren Futterkosten durch höhere Schweinerlöse zum Teil ausgeglichen werden.

Ökonomie der Schweinemast
Ökonomie der SchweinemastVanessa Gappa

In der Grafik sind ebenfalls die Trendlinien für die Einkaufspreise der Ferkel, Futter und Schlachterlöse, sowie für die direktkostenfreie Leistung abgebildet. Der Aufwand für die Ferkel ist in dem Zeitraum gestiegen. Gerade mit der Umsetzung der Nutztierhaltungsverordnung in 2012 haben viele Landwirte sich aus der Ferkelerzeugung zurückgezogen. Ein knapperes Ferkelangebot und zusätzliche Aufschläge für größer Ferkelpartien, zusätzlich eingeführte Impfungen und zuletzt der Bonus für die Kastration haben zu diesem Trend beigetragen.

Es zeigt sich, dass trotz der deutlichen gesteigerten Effizienz bei der Futterverwertung die Futterkosten je kg Zuwachs im Verlauf der Jahre steigen, während sich die Schlachterlöse seitwärts bewegen. Diese Gründe führen schlussendlich zum Abwärtstrend der direktkostenfreien Leistung je 100 kg Zuwachs.

Aufgefangen wurde das zum Teil durch den höheren Zuwachs von zuletzt 295 kg je qm Stallfläche. Vor 30 Jahren lag dieser bei 200 kg Zuwachs je qm. Somit verteilen sich die festen Kosten auf mehr Zuwachs je Mastplatz. Günstiger sieht die ökonomische und biologische Bilanz bei Mästern mit nachhaltig überdurchschnittlichen Leistungen aus.

Für die Betriebe stellt die Auswertung der betriebsindividuellen Daten eine optimale Grundlage zur Optimierung ihres Betriebes dar. Sie bietet den teilnehmenden Betrieben die Möglichkeit, sich mit ähnlichen Betrieben in der Region zu vergleichen, aber auch die eigenen Stärken und Schwächen besser zu kennen und zu handeln. Durch die regelmäßige Erstellung der Betriebszweigauswertung können die Erfolge zeitnah anhand reeller Zahlen gemessen werden.

Über das Ergebnis der direktkostenfreien Leistung hinaus, können auch Investitionen in mehr Tierwohl oder produktionstechnische Veränderungen bewertet werden.

Das Angebot der Betriebszweigauswertung besteht sowohl für die Ferkelerzeugung als auch die Schweinemast. Sprechen Sie mich oder Ihren Ringberater an.

Kontakte

Vanessa Gappa

 05931 403-127

  vanessa.gappa~lwk-niedersachsen.de


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