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Erste Maisbestände sind vertrocknet und sollten gehäckselt werden

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Beginn der Maisreifeprüfung der LWK Niedersachsen

In der vergangenen Woche wurde an einigen von der Trockenheit deutlich betroffenen Versuchsstandorten der LWK Niedersachsen bereits mit der Maisreifeprüfung begonnen. Die Ergebnisse zeigen z.T. deutlichen Trockenstress, jedoch noch keine starken Trockenschäden. Es gibt jedoch Regionen, in denen der Mais auf leichten Böden notbeerntet werden muss, da die Bestände zu stark geschädigt, bzw. keine Regeneration mehr zu erwarten ist.

Aufgrund der Sommertrockenheit, die in einigen Regionen Niedersachsens stark ausgeprägt ist, wurden die Versuche der Maisreifeprüfung an vier Standorten bereits eine Woche früher beprobt. Diese sind Wehnen in der Nähe von Oldenburg, Rockstedt nahe Zeven, Borwede im Raum Twistringen und Werlte im Emsland.

Die Bestände zeigten bereits am 10. August mehr oder weniger deutlichen Trockenstress, wobei die Ausprägung auf dem rel. leichten Sandboden in Wehnen am stärksten ausfiel. Hier wurde in Sorten mit bereits bis hinauf zum Kolben abgestorbenen Blättern TS-Gehalte der Restpflanzen um ca. 25 % ermittelt. In Sorten mit noch rel. intaktem Blattapparat wurden Werte um 22 % ermittelt, was zu diesem Entwicklungszeitpunkt auch schon auf Wassermangel in den Pflanzen hindeutet. Die Kolbenentwicklung ist nur z.T. beeinflusst, früh blühende Sorten zeigen hier i.d.R. eine weitere Entwicklung und liegen bei rund 30% TS, Sorten aus dem mittelspäte Reifespektrum erreichen erst um 20 %. Die Kolbenausprägung ist bei empfindlicheren Sorten deutlich heterogener und z. T. stark negativ beeinflusst.

Am Standort Rockstedt zeigte sich ein ähnliches Bild, jedoch insgesamt etwas weniger von Trockenstress gezeichnet. Dies wird sich im Laufe der vergangenen Woche jedoch auch hier durch die anhaltende Trockenheit bei Temperaturen bis rund 35°C weiter verschlechtert haben.

Am Standort Borwede zeigte der an die Maisreifeprüfung angrenzende LSV deutlicheren Trockenstress; die ersten Daten aus dem Abreifemonitoring waren hier noch rel. wenig von der Witterung gezeichnet und zeigten eher einen Bestand, der noch rel. weit von der Erntereife weg, und damit einigermaßen normal entwickelt ist. Das kann sich jedoch bei anhaltender Trockenheit schnell ändern.

Frühe Silomaisernte zeichnet sich im Süden ab

Die Maisversuche auf dem Eschboden des Standortes Werlte haben bis Mitte letzter Woche so gut wie keinen Trockenstress gezeigt; auch die Gemessenen TS-Gehalte sind noch nicht ungewöhnlich hoch. Jedoch ist hier die ohnehin bereits sehr weite Entwicklung von Maisbeständen weiter südlich im Bundesland deutlich zu erkennen. Die Kolben haben z.T. bereits TS-Gehalte von rund 38 % erreicht (10.08.), was auf einen frühen Beginn der Silomaisernte auch in nicht oder weniger von Trockenheit betroffenen Beständen schließen lässt. Ein Erntebeginn in der letzten Augustdekade ist bei früh gesäten Beständen durchaus möglich.

Ein sehr frühes Erreichen der Silierreife, gerade in den südlichen Regionen Niedersachsens, legen auch erste Reifebeprobungen der LWK in NRW aus dem angrenzenden Münsterland nahe, so dass sich Landwirte und Lohnunternehmer zeitnah auf den Erntebeginn einstellen sollten.

vertrocknete Bestände frühzeitig häckseln

Bei stark von der Trockenheit betroffenen Beständen sollte bereits jetzt geerntet werden, was in einigen Fällen auch bereits geschehen ist.

Insbesondere der Bereich von Osnabrück bis Bremen, Schwerpunkt Landkreis Diepholz, sowie noch weiter nördlich Richtung Hamburg und auch östlich Richtung Nienburg ist z.T. stark von der Trockenheit betroffen. Leichte, grundwasserferne Standorte ohne Beregnung zeigen hier vielfach Maisbestände, denen auch einsetzender Regen nicht mehr hilft.

Sind Kolben nicht befruchtet bzw. haben noch nicht einmal geblüht, sind die Fahnen noch nicht geschoben worden, so ist häufig die Notbeerntung mit dem Häcksler jetzt angeraten, um zumindest noch den letzten Futterwert zu retten, bevor nur noch abgestorbene Blätter vorhanden sind. Ob sich dies vor dem Hintergrund der entstehenden Erntekosten bei den in der Regel kleinen und sehr ertragsschwachen Beständen überhaupt lohnt, muss jeder Betriebsleiter für sich entscheiden. Im Optimalfall sind noch Futterreserven aus dem Vorjahr vorhanden oder zu beschaffen, so dass nicht jeder Hektar Futterfläche gebraucht wird.

Bestände, die einen befruchteten Kolben gebildet haben, sollten nicht so ohne weiteres verfrüht gehäckselt werden. Sind nur die Blätter unterhalb des Kolbens von den Pflanzen reduziert worden und abgestorben, sollte unbedingt noch mit der Ernte gewartet werden. Diese Bestände bilden zumindest mit einsetzendem Regen oder den nun wieder moderaten Temperaturen noch Ertrag, besonders in Form von Stärke. Erst wenn hier die oberen Blattetagen deutlich verbräunen und weiterhin keine Niederschläge in Sicht kommen, sollte hier über eine vorzeitige Ernte nachgedacht werden.

Sickersaft bedenken

Hierbei muss an das Risiko des Sickersaftaustritts gedacht werden, denn kolbenlose oder -arme Bestände haben nicht selten TS-Gehalte im Erntegut, welche noch nicht im eigentlichen Silierbereich liegen. Grund dafür ist das Fehlen eines hohen Kolbenanteils, welcher den TS-Gehalt normalerweise hochtreibt.

Körnermaisbestände, die unter der beschriebenen Situation leiden, sollten ggf. ebenfalls als Silomais geerntet werden, da eine ordentliche Kolbenausbildung kaum zu erwarten ist. Generell sollten unter der Trockenheit leidende Bestände genau beobachtet werden, wobei auf die Befruchtung der Körner und auch auf mögliche Reduzierungen der Kolbenfüllung (Gummikörner) geachtet werden sollte.

Viele Maisbestände sind noch vital

Bei aller Hysterie aus den Medien und nicht zuletzt vielleicht auch in diesem Beitrag soll auch erwähnt werden, dass viele Maisbestände in Niedersachsen noch erstaunlich gut aussehen. Im Südoldenburger Raum sind zwar häufig Trockenschäden in Teilbereichen der Flächen zu sehen, ganze Bestände aber eher selten betroffen. Auch in anderen Regionen ist die Ernte keineswegs verloren; in den östlichen Landesteilen und auch im Südhannoverschen hat es in diesem Sommer einige Niederschlagsereignisse gegeben, die den Maisbeständen gutgetan und das schlimmste verhindert haben. Ähnlich sieht es auch im nördlichen Niederachsen, besonders zur Küste hin, aus.