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1. Maisreifeprüfung 2026: Mais reift zügig ab

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Die Maisreifeprüfung der LWK Niedersachsen hat begonnen.

Die Bestände könnten unterschiedlicher kaum sein, von bereits vertrockneten bis hin zu saftig grünen Beständen ist alles zu finden. Die Kolbenfüllung kommt bei vitalen Pflanzen gut voran, so dass auch ohne sichtbaren Trockenstress mit einem frühen Erreichen der Siliereife gerechnet werden muss.

 

Das Abreifemonitoring der LWK Niedersachsen wurde mit der Probenahme am 18.08. auf allen beteiligten Versuchsflächen begonnen. Aufgrund der in einigen Regionen zunehmenden Trockenheit wurden einzelne Standorte bereits eine Woche früher beprobt. Hierbei ist zu erwähnen, dass die Versuchsstandorte der LWK nicht die Schwerpunktregion der Dürre widerspiegeln. Die Versuchsparzellen der Reifeprüfung haben alle die Blüte erreicht und Kolben entwickelt. Die Pflanzen zeichneten z.T. Trockenstress in Form von gerollten Blättern. Am Standort Wehnen hatten einige Sorten bereits den Blattapparat bis zum Kolben reduziert.

Die Vorabbeprobung eine Woche zuvor zeigte mit bis zu 25 % bereits relativ hohe TS-Gehalte in den Pflanzen, jedoch weitgehend normale TS-Werte in den Kolben. Diesen durch Wassermangel verursachten Effekt zeigten die Ergebnisse der Beprobung am 18.08. noch etwas deutlicher; aktuell ist jedoch mit wieder feuchteren Restpflanzen zu rechnen, da diese sich durch die nachfolgenden Niederschläge wieder mit Wasser vollgesogen haben dürften. Vor diesem Hintergrund ist die Betrachtung der TS-Gehalte im Kolben gegenüber den Gesamt-TS-Werten wesentlich aussagekräftiger.

 

Zielwerte

Die optimale Silierreife liegt i.d.R. im TS-Bereich zwischen ca. 32 – und 35 % im Erntegut.

Je nach Kolbenanteil weisen die Kolben zu diesem Zeitpunkt unter normalen Abreifebedingungen einen TS-Gehalt von ca. 55-60% auf.

Unter starkem Wassermangel leidende Bestände zeigen ein engeres Verhältnis dieser beiden Werte. Um die Verdichtbarkeit der Silage zu gewährleisten, sollten unter Trockenstress stehende Pflanzen mit Erreichen von max. 40 % TS geerntet und sehr kurz gehäckselt werden; dies gilt auch und umso mehr, wenn die Kolben den Zielwert noch nicht erreicht haben.

Umgekehrt ist es in Jahren und Beständen mit sehr vitaler Restpflanze. Dann kann der Kolben 60 % TS-Gehalt erreichen, damit die Stärkeeinlagerung vollkommen abgeschlossen werden kann. Die grüne Restpflanze puffert dann den Gesamt-TS Wert entsprechend ab. Bei hohen Kolbenanteilen (sortenbedingt oder durch Hochschnitt) können auch dann erhöhte TS-Gehalte im Erntegut akzeptiert werden. Doch auch hier sollten die Gehalte deutlich unter 40 % bleiben, um Schmackhaftigkeit und Restpflanzenverdaulichkeit nicht negativ zu beeinflussen.

 

Regionen Süd und Ost

Für das südliche und östliche Niedersachsen lässt sich an diesen Werten erkennen, dass die Maisabreife schon weit vorangeschritten ist. Die TS-Gehalte der Kolben haben hier bereits Anfang letzter Woche 40 % überschritten. Bei vergleichbaren Aussaatterminen dürften normal entwickelte Bestände im Raum Osnabrück und der Grafschaft ähnlich weit in ihrer physiologischen Reife sein, denn auch die rel. früh gesäte Prüfung am Standort Werlte zeigt bereits TS-Werte im Kolben von über 40 % bei frühen und mittelfrühen Sorten.

Daraus ergibt sich ein Erreichen der Silierreife bereits Anfang September.

Bedingt durch einen Sorteneffekt, der zumindest derzeit noch in den Ergebnissen einer der frühen Testsorten zu erkennen ist, wird die Entwicklung dieser in der Reifeprüfung leicht unterschätz. Sorten aus dem frühen Reifesegment (bis S 220) sind tendenziell weiter entwickelt, als die Datenlage dies vermuten lässt.

Mittelspäte Sorten (ab S 260) sind in ihrer Entwicklung gut eine Woche verzögert, woraus sich nach derzeitigem Kenntnisstand aber trotzdem schon Erntetermine ab dem 10. September ergeben.

 

Regionen West und Nord

Die Abreifegrafik zeigt für die Regionen West und Nord auch den Entwicklungsstand der Vorwoche (KW 33), wobei hier jeweils nur zwei der jeweils drei Standorte beprobt wurden. Das Fortschreiten der physiologischen Reife ohne den Einfluss des Wassermangels ist an den TS-Gehalte der Kolben zu erkennen, welche aufgrund der hohen Temperaturen und Einstrahlung pro Tag teils mehr als einen Prozentpunkt zugelegt haben. Aktuell dürfte sich diese Entwicklung nur geringfügig verlangsamen, so dass Erntetermine, insbesondere bei früh gesäten Beständen, ab Beginn der Zweiten Dekade eingeplant werden sollten. Lediglich mittelspäte Sorten (ab S 260) brauchen voraussichtlich noch bis etwa 20. September, um die Silierreife zu erreichen.

Die Gesamt-TS-Gehalte werden zur nächsten Beprobung (25.08.) voraussichtlich weniger stark ansteigen, da die Pflanzen durch die Niederschläge wieder verstärkt Wasser aufgenommen haben werden.

 

Küstennähe

Die küstennahen Standorte (siehe Karte) zeichnen sich durch etwas geringere Temperaturen und somit langsamere Maisentwicklung aus. Die Ergebnisse der Maisreifeprüfung bestätigen diese standortbedingten Eigenschaften auch in diesem Jahr. Skaliert man die aktuellen TS-Gehalte der Kolben jedoch hoch bis zur Silierreife, dann zeigt sich auch hier eine rel. weite Entwicklung der Maisbestände. Erntetermine bereits ab Mitte September, sowohl bei frühen als auch bei mittelfrühen Sorten, sind hier eher ungewöhnlich.

 

Fazit

Maisanbauer sollten in diesem Jahr ihre Bestände gut beobachten, nicht nur im Vorbeifahren. Ein Gang in die Bestände und das Prüfen der Kolben- und Kornentwicklung sollten zeitnah begonnen werden, falls noch nicht erfolgt. Es sollten insbesondere bei geplanter Körnermaisnutzung auf die Kolbenfüllung geachtet werden. Darüber hinaus ist für die Silomaisernte darauf zu achten, dass der optimale Siliertermin nicht verpasst wird. Am Kornsitz darf sich nur noch wenig  bis keine Feuchtigkeit mehr herauspressen lassen, jedoch sollte der Schwarze Punkt (black layer) an der Kornbasis noch nicht gebildet haben.

Abgestorbene Blätter in den unteren Blattetagen bis zum Kolben sind weitgehend unkritisch zu sehen. Bestände, die bereits deutlich darüber hinaus bzw. von oben her ihre vitalen Blätter einbüßen, sollten nicht zu lange stehe gelassen werden, hier sollte ebenfalls die Kolbenentwicklung und deren verbleibendes Wachstumspotential betrachtet und abgewogen werden. Erst bei sehr schlecht bis gar nicht entwickelten Kolben sollte eine vorzeitige Ernte durchgeführt werden, um die Qualität der Restpflanzen zu sichern.