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WasMon

Monitoring der Versickerungsleistung bei grundwasserbetontem Waldumbau. (Wasserwald-Versickerungsmonitoring)

Beginn: 01.01.2018 / Ende: 31.01.2022

Hinüberscher Garten in Hannover/Marienwerder
Hinüberscher Garten in Hannover/MarienwerderPetra Paul

Ausgangslage
In Zeiten des Klimawandels wird Wasser in vielen Lebensräumen zu einer zunehmend knappen Ressource. Der Umbau von immergrünen Nadelwäldern in Laubwälder kann den Wasserhaushalt verbessern, indem die Gesamtverdunstung reduziert und die Tiefensickerung erhöht wird. Das gewonnene Wasser kommt sowohl Wassernutzern (Land- und Wasserwirtschaft) also auch dem Ökosystem selbst zugute.

Zielsetzung
Das Ziel dieses Projekts ist, die Menge des mit dem Umbau von reinen Kiefernbeständen zusätzlich zur Verfügung stehenden Wassers zu ermitteln. Hierfür werden Versuchsbestände mit vergleichbaren Standortbedingungen an mehreren Orten in Niedersachsen herangezogen. Auf der Grundlage von umfassenden Bodenfeuchte-, Niederschlags- und Wettermessungen kann schließlich der Einfluss der unterschiedlichen Waldbestände auf den Wasserhaushalt abgebildet werden.

Projektdurchführung
Im Jahr 2018 erfolgte die Auswahl und Instrumentierung geeigneter Versuchsflächen an drei Standorten in Niedersachsen. Seitdem werden kontinuierliche Messungen zum Wasserhaushalt (Bodenfeuchte, Niederschläge) durchgeführt. Zusammen mit standortspezifischen Boden- und Vegetationsdaten bilden sie die Grundlage für umfassende Berechnungen des Wasserhaushalts mit dem Wasserhaushaltsmodell LWF-Brook90. Mit Zeitreihen von mehreren Jahren kann schließlich der Effekt der Waldumbauvarianten auf den Wasserhaushalt hinreichend genau abgeschätzt werden.

Kontakt

Dr. Karsten Mohr

Dr. Karsten Mohr

Immissionsschutz, Wasserschutz, Naturschutz, Waldökologie

0441 801-783

karsten.mohr~lwk-niedersachsen.de

Kilian Loesch
M.Sc.
Kilian Loesch

Projektmitarbeiter Hydrologische Untersuchungen in Waldbeständen (Modellierung, Messung)

0441 801-443

kilian.loesch~lwk-niedersachsen.de

Beiträge aus dem Projekt-Blog

24.08.2020
Bohmann, Sonja

Das vom Waldklimafonds geförderte Vorhaben „Wasserwald-Versickerungs-Monitoring“ (WasMon, Förderkennzeichen: 28W-A-4-013-31) untersucht, welchen Beitrag laubwaldbetonter Waldumbau leisten kann, um die Grundwasserneubildung unter Waldflächen in den Beregnungsgebieten Niedersachsens zu erhöhen.

Im Zuge des Waldumbaus wird der alte Reinbestand durch Beimischung junger Bäume in einen Mischbestand überführt.
Im Zuge des Waldumbaus wird der alte Reinbestand durch Beimischung junger Bäume in einen Mischbestand überführt.Kilian Loesch
In niederschlagsarmen Regionen und auf den sandigen Böden Niedersachsens kommt der sich mit dem Klimawandel abzeichnende Wassermangel besonders zum Tragen. Dieser Situation kann in der Landwirtschaft nur begrenzt mit geänderten Kulturen und Anbauverfahren begegnet werden. Dem steigenden Wasserbedarf zur Beregnung landwirtschaftlicher Flächen sind ebenfalls durch die limitierten Grundwasserressourcen Grenzen gesetzt.  

Zu den Möglichkeiten, die zu einer Erhöhung der Grundwasserspende führen zählt der Waldumbau. Höhere Wassermengen in Boden und Grundwasser kommen neben der Landwirtschaft auch dem Naturschutz (Gewässer, Moore, Sümpfe), der Wasserwirtschaft (Trinkwassergewinnung) und dem Wald selbst, d.h. der Vitalität des Baumbestandes und der Bodenpflanzen zugute.

Waldgebiete stellen aufgrund der bleibend hohen Sickerwasserqualität generell bevorzugte Räume von Wasserschutzgebieten dar, doch ist die Grundwasserspende insbesondere unter Nadelwald aufgrund hoher Verdunstungsverluste stark reduziert. Nach den Ergebnissen zahlreicher Untersuchungen führt der Umbau nadelholzreicher Waldbestände in Laub- oder laubbetonten Mischwald zu einer deutlichen Erhöhung der Sickerwassermenge.

Die Sickerwassermenge hängt stark von den Bodenverhältnissen, der Bestockung und dem Klima ab, so dass konkrete Mengenangaben aus der wissenschaftlichen Literatur nur bedingt auf niedersächsische Wälder übertragbar sind. Diesem Defizit begegnen wir seit 2018 mit Untersuchungen zum Wasserhaushalt an drei vergleichbaren Standorten (Kiefernwald, grundwasserferne Sandböden) in klimatisch unterschiedlichen Regionen des östlichen, zentralen und nordwestlichen Niedersachsen. Hier können wir auf Basis von unseren Messdaten den Wasserhaushalt modellieren und so den Effekt von Umbauvarianten mit Rotbuche und Douglasie auf die Sickerwasserrate beobachten.

Die außergewöhnliche Trockenheit der letzten Jahre haben die untersuchten Bestände bisher gut überstanden. Jedoch fielen die bisherigen Sickerwassermengen und ihre umbaubedingten Unterschiede sehr gering aus. Bei ausreichenden Niederschlagsmengen sind die ersten aussagekräftigen Ergebnisse im nächsten Jahr zu erwarten.