
Dr. Harm Drücker
Leiter Fachbereich Landtechnik, Energie, Bauen, Immissionsschutz

Ausgangslage
Obwohl aktuell eine Abnahme der tierhaltenden Betriebe in Niedersachsen zu verzeichnen ist, ist nach wie vor in einigen Regionen ein Nährstoffüberschuss festzustellen. Dies führt zu einer Abgabe der überschüssigen Nährstoffe aus den entsprechenden Regionen. Da Wirtschaftsdünger einen hohen Wasseranteil und somit eine geringe Nährstoffkonzentration aufweisen, entsteht ein großes Transportvolumen. Eine Aufbereitung der Wirtschaftsdünger kann dabei helfen die Transportwürdigkeit durch eine Aufkonzentration der Nährstoffe zu erhöhen.
Oftmals sind Nährstoffgehalte und Nährstoffverfügbarkeit der bei der Wirtschaftsdüngeraufbereitung entstehenden Produkte nicht bekannt bzw. unterliegen deutlichen Schwankungen. Hinsichtlich einer bedarfsgerechten Düngung und der Vorgaben der Düngeverordnung ist eine genaue Kenntnis der ausgebrachten Nährstoffe jedoch zwingend erforderlich.
Ziel des Projekts
Das praxisorientierte MuD SlurryUpgrade hat daher zum Ziel die Funktion und die Effizienz von Wirtschaftsdüngeraufbereitungsverfahren sowie die Düngewirkung und wirtschaftlichen Einsatz der Aufbereitungsprodukte zu erfassen und zu bewerten.
Projektdurchführung
Um die Wirtschaftlichkeit und Leistung der praxisüblichen Aufbereitungsverfahren festzustellen, werden diese hinsichtlich ihrer Massen- und Nährstoffabscheideraten untersucht und der Energiebedarf erfasst. Des Weiteren sind Ackerbaubetriebe beteiligt, die aufbereitete Produkte für die Düngung ihrer Kulturen einsetzen. Dabei werden in Form von Demonstrationsstreifen die Düngeeffizienz der einzelnen Aufbereitungsprodukte ermittelt und der Ertrag sowie die Qualität der Ernteprodukte erfasst und ausgewertet.
Die Förderung des Vorhabens erfolgt aus Mitteln des Bundesministeriums für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) aufgrund eines Beschlusses des deutschen Bundestages. Die Projektträgerschaft erfolgt über die Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Förderkennzeichen 2820ABS320. An dem Verbundprojekt sind fünf Modellregionen beteiligt.

Leiter Fachbereich Landtechnik, Energie, Bauen, Immissionsschutz

Projekt MuD Slurry Upgrade
Die mechanische Separation von Gülle und Gärresten ist ein zentraler Baustein für ein effizientes Nährstoffmanagement. Durch die Aufteilung in feste und flüssige Fraktionen können Nährstoffe gezielter genutzt und Lagerkapazitäten reduziert werden. Die Dünnphase zeichnet sich durch bessere Fließeigenschaften aus, während die Feststoffe höhere Konzentrationen an Phosphor und organisch gebundenem Stickstoff enthalten und sich leichter vom Betrieb abgeben lassen.
Mit der Separation lassen sich unterschiedliche Ziele verfolgen: beispielsweise ein möglichst hoher Durchsatz, ein hoher Trockensubstanzgehalt der Feststoffe oder eine maximale Nährstoffabscheidung. Die Einstellungen am Separator – von der Siebgröße bis hin zum Druck – beeinflussen nicht nur den TS-Gehalt der Feststofffraktion und die Abscheideraten von Stickstoff und Phosphor, sondern auch den Energieverbrauch des Systems.
Die Frage lautet daher: „Wie wirken sich unterschiedliche Einstellungen am Separator auf die Nährstoffabscheidung, den TS-Gehalt der Feststofffraktion und den Energieverbrauch aus?“
Um die Auswirkungen von Druck und Siebgröße auf Separationsergebnisse und Energieverbräuche zu untersuchen, führte die LWK Niedersachsen im Rahmen des MuD-Projekts „SlurryUpgrade“ einen praxisnahen Versuch durch.
Versuchsaufbau
Für den Versuch kam der Pressschneckenseparator XSplit der Firma Vogelsang auf einem landwirtschaftlichen Projektbetrieb mit Biogasanlage zum Einsatz. Getestet wurden drei Varianten:
Während der Separation wurden in regelmäßigen Abständen Proben aus Rohgülle, Dünnphase und Feststoffen entnommen, Gewichte erfasst sowie Stromverbrauch und Durchflussmenge gemessen. Anschließend erfolgte eine nasschemische Analyse der Nährstoffe. Auf Basis dieser Daten wurden Abscheideraten und Stromkosten pro abgegebenen Nährstoff berechnet.
Einfluss auf Nährstoffgehalte und Trockenmasse
Die Ergebnisse zeigen (Tab. 1), dass sich vor allem Phosphor (P₂O₅) und Gesamtstickstoff (Ges. N) in den Feststoffen anreichern. Dieser Ges. N besteht abzüglich des Ammoniumstickstoffs überwiegend aus organisch gebundenem Stickstoff. Ein höherer Pressdruck führt zu deutlich höheren Konzentrationen, während die Verwendung eines kleineren Siebs die Werte reduziert.
Die Ursache liegt in der Funktionsweise des Pressschneckenseparators. Bei höherem Druck müssen die Feststoffe einen größeren Widerstand überwinden, um den Separator zu verlassen. Dadurch steigt der Trockenmassegehalt (TM), da mehr Wasser ausgepresst wird. In Variante 1 wurde ein TM-Gehalt von 27 % erreicht, während Variante 2 mit höherem Druck auf 31 % TM kam. Da Phosphor und organischer Stickstoff überwiegend an feste Partikel gebunden sind, erhöht sich ihre Konzentration bei stärkerer Entwässerung.
Das kleinere Sieb in Kombination mit niedrigerem Druck bewirkt hingegen, dass mehr Wasser und feine Partikel in die Feststofffraktion gelangen. Dies führt zu einem geringeren TM-Gehalt von 23,6 % und damit auch zu niedrigeren Nährstoffkonzentrationen von Ges. N und Phosphor. Gleichzeitig erreicht die Dünnphase in dieser Variante den niedrigsten TM-Gehalt von 5,8 %, während die anderen Varianten höhere Werte aufweisen. Dieses faserarme Material ermöglicht eine hohe Fließfähigkeit und sorgt bei der Ausbringung für ein gutes Infiltrationsvermögen im Boden.
In allen Varianten zeigt Schwefel eine gewisse Anreicherung in den Feststoffen, reagiert jedoch weniger stark auf die unterschiedlichen Einstellungen. Nährstoffe wie Ammonium und Kalium liegen überwiegend in gelöster Form vor und verbleiben daher größtenteils in der Dünnphase.
Ergebnisse zur Massen- und Nährstoffabscheidung
Mit dem 2-mm-Sieb, unabhängig vom Druck (15 oder 25 bar), gelangen rund 5 % der Frischmasse und 18–19 % der Trockenmasse in die Feststofffraktion (Abb. 1). Beim kleineren Sieb mit 0,5 mm steigt die Abscheidung deutlich. Hier werden rund 12 % der Frischmasse und 36 % der Trockenmasse in die Feststoffe überführt. Auch die Nährstoffverteilung verändert sich: Etwa 29 % des P₂O₅ und 17 % des Gesamtstickstoffs werden abgeschieden. Zum Vergleich: Mit dem größeren Sieb liegen die Werte bei 15 - 16 % für P₂O₅ und etwa 8 % für Gesamtstickstoff (Abb. 1).
Das bedeutet, dass mit dem kleineren Sieb deutlich weniger Gesamtmenge separiert werden muss, um eine bestimmte Zielmenge an Nährstoffen aus dem Betrieb abzugeben oder eine gewünschte Lagerraumeinsparung zu erreichen.

Einfluss von Siebgröße und Druck auf Durchsatz und Kosten
Die höhere Abscheidung hat jedoch ihren Preis: Der Durchsatz sinkt bei Variante 3 auf 8,9 m³ pro Stunde, während Variante 1 mit dem größeren Sieb rund 25,5 m³ pro Stunde erreicht. Gleichzeitig steigt der Stromverbrauch pro Kubikmeter und die Stromkosten pro Kubikmeter (Abb. 2).
Wird nicht der Stromverbrauch pro Kubikmeter, sondern die Kosten pro abgegebenem Kilogramm Nährstoff betrachtet, ergibt sich ein anderes Bild. Bei einem Strompreis von 0,29 €/kWh und einer Zielmenge von 1000 kg P₂O₅ beziehungsweise 1000 kg Gesamtstickstoff zeigt sich, dass Variante 3 trotz höherer spezifischer Stromkosten etwas preiswerter ist.
Der Grund: Für die gleiche Nährstoffabgabe muss deutlich weniger Substrat separiert werden. Dadurch relativieren sich die höheren Kosten pro Kubikmeter, sodass das kleinere Sieb – rein auf die Stromkosten bezogen – die günstigere Lösung sein kann (siehe Abb. 3).
Die Separationsdauer ist bei Variante 3 allerdings länger als bei Variante 1 (Abb. 3). Wird die Zeitkomponente beispielsweise im Rahmen mobiler Separationsdienstleistungen in das Abrechnungsmodell einbezogen, kann dieser Vorteil teilweise oder vollständig aufgezehrt werden. Dennoch kann der Einsatz eines kleineren Siebs sinnvoll sein, wenn der betriebliche Schwerpunkt auf einer gezielten Nährstoffabgabe liegt.
Fazit
Die Einstellungen am Separator – insbesondere Siebgröße und Druck – haben einen erheblichen Einfluss auf Nährstoffabscheidung, Trockenmassegehalt, Durchsatz und Energieverbrauch. Es gibt somit viele Möglichkeiten das Separationsergebnis an die eigenen Ziele anzupassen. Liegt der Fokus auf eine durchsatzstarke Separation, dann eignet sich ein gröberes Sieb. Soll das Ziel eine möglichst hohe Nährstoffabgabe sein, empfiehlt sich eher ein kleineres Sieb, da dadurch die zu separierende Gesamtmenge reduziert wird.
Förderhinweis
Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Projektträger: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Förderkennzeichen 2820ABS320.
Die Separation von Wirtschaftsdüngern stellt ein relativ einfaches Verfahren dar, um die verbesserten Düngeeigenschaften der abseparierten Dünngülle innerbetrieblich zu nutzen. Viele Betriebe setzen diese Technik ein, um die Effizienz ihrer organischen Düngung zu steigern. Doch stellt sich häufig die Frage: Wie lassen sich die abgetrennten Feststoffe am besten verwerten? Welche Strategien sich dabei bewähren, erfahren Sie in diesem Artikel.
Die Separation von Wirtschaftsdüngern mittels Pressschnecken stellt ein technisch überschaubares und somit relativ kostengünstiges Verfahren der Aufbereitung dar und ist insbesondere für rinderhaltende Betriebe interessant. Durch den Separationsvorgang teilt sich das Ausgangssubstrat in eine flüssige und eine feste Phase auf. Die Mengenanteile sind dabei Abhängig von den Separatoreinstellungen und dem Ausgangsmaterial. So kann eine Abscheidung als feste Phase zwischen 6 – 25 % liegen, durchschnittlich wird jedoch eine Abscheidung bei Rindergülle von ca. 15 % erreicht (ÖAG 2021). Der Separationsprozess führt zu einem deutlich reduzierten Trockensubstanzgehalt der flüssigen Phase, so liegt entsprechend den Projektergebnissen eine Reduktion des Trockensubstanzgehaltes um circa 40 – 47 % gegenüber der Rohgülle vor.

Auf Grund der genannten Eigenschaften ist die Verwendung der Feststoffe als Dünger nur in relativ engen Zeiträumen innerhalb eines Jahres möglich und sinnvoll.
Eine Nutzungsmöglichkeit mit ganzjähriger Verwertungsoption bietet die Vergärung der Feststoffe in Biogasanlagen. Hierbei dienen die Feststoffe zunächst der Energiegewinnung bevor die Nährstoffe in Form eines Gärproduktes ausgebracht werden. Ein entscheidender Punkt ist, dass durch die Vergärung von Feststoffen, aber auch flüssigen Wirtschaftsdüngern, Treibhausgasemissionen (vor allem in Form von Methan) eingespart werden, die insbesondere bei der Lagerung von Wirtschaftsdüngern entstehen. Auch können, bei emissionsarmer Ausbringung des Gärproduktes, Ammoniakemissionen vermindert werden. Im Vergleich zu flüssigen Wirtschaftsdüngern weisen separierte Feststoffe durch den geringeren Wassergehalt eine höhere Transportwürdigkeit auf, gleichzeitig ist die Methanausbeute in der Frischmasse wesentlich höher. Der Methanertrag [m³/t FM] verschiedener Ausgangssubstrate ist in Tabelle 1 dargestellt. Es werden Daten und Berechnungen der Bayrischen Landesanstalt für Landwirtschaft (LfL) und des Kuratoriums für Technik und Bauwesen in der Landwirtschaft e.V. (KTBL) mit eigenen Proben und Berechnungen verglichen.

Nach dem Gärprozess ist aus den schlecht verteilbaren Feststoffen wieder ein flüssiger Gärrest geworden, der zum einen präziser und bodennah ausgebracht werden kann und zum anderen verbesserte Düngeeigenschaften aufweist. Die hohen Ammoniumkonzentrationen und ein hoher pH-Wert der Gärreste von 7,5 – 8,5 erhöhen allerdings bei nicht optimaler Ausbringung die Emissionen.
Insgesamt kann eine Separation von Wirtschaftsdüngern dazu führen, dass Nährstoffe mit einer höheren Transportwürdigkeit verbracht werden können und Veredlungsbetriebe einen emissionsarmen und effizienten Dünger, in Form der Dünngülle, erhalten. Die Dünngülle verbleibt auf dem Veredlungsbetrieb, während die Feststoffe für die Energieerzeugung genutzt werden. Außerdem könnten Biogasanlagen mit dem Einsatz separierter Feststoffe von einer Reduktion des Flächenbedarfs profitieren, da weniger pflanzliche Substrate benötigt werden. Allerdings bringt der Einsatz von separierten Feststoffen aus Wirtschaftsdüngern in Biogasanlagen auch Herausforderungen mit sich, wie beispielsweise die lokale Verfügbarkeit.
Förderhinweis
Gefördert durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft aufgrund eines Beschlusses des Deutschen Bundestages.
Projektträger: Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung (BLE), Förderkennzeichen 2820ABS320.
Erste Tendenzen für die unterschiedlichen Wirksamkeiten der Düngevarianten können sich bereits vor der Ernte abzeichnen. Daher wurde die Pflanzenentwicklung in regelmäßigen Abständen anhand von Drohnenaufnahmen und indirekten Chlorophyllmessungen mit einem N-Tester dokumentiert.

Auf der Versuchsstation der Landwirtschaftskammer Niedersachsen wurde im Frühjahr ein Parzellenversuch im Winterroggen angelegt. Dieser läuft im Rahmen der Projekte MuD SlurryUpgrade und MuD NIRS aus dem Fachbereich Landtechnik, Energie, Bauen, Immissionsschutz in Zusammenarbeit mit der Düngebehörde.
Die Zielsetzung des Versuchs besteht darin, Richtwerte für die Effizienz und somit die Wirksamkeit von unterschiedlichen organischen Düngemitteln zu ermitteln. Außerdem soll geprüft werden, ob Gülle durch eine Bestimmung der Nährstoffgehalte mit NIRS-Technik exakter ausgebracht werden kann.
Weitere Informationen zum Versuchsaufbau sind in Abbildung 2 dargestellt sowie unter: Wie wirksam sind organische Dünger? – Richtwerte ermitteln und Nährstoffeffizienz steigern!

Erste Tendenzen für die unterschiedlichen Wirksamkeiten der Düngevarianten können sich bereits vor der Ernte abzeichnen. Daher wurde die Pflanzenentwicklung in regelmäßigen Abständen anhand von Drohnenaufnahmen und Messungen mit einem N-Tester dokumentiert. Aufgrund der engen Korrelation zwischen der Grünfärbung der Pflanzen und deren Chlorophyllgehalt werden die Messwerte des N-Testers als Chlorophyllgehalte interpretiert und können Aufschluss über die Stickstoffversorgung der Pflanzen geben, da Stickstoff ein Hauptbestandteil von Chlorophyll ist und somit der Blattchlorophyllgehalt, die Photosyntheseleistung und der N-Gehalt in einem engen Zusammenhang stehen.
In Abbildung 1 sind die an den unterschiedlichen Vegetationszeitpunkten erhobenen Drohnenaufnahmen dargestellt. Dabei erfolgte die Ausbringung der unterschiedlichen Düngemittel am 01.03.2023.
Bereits ab der Aufnahme vom 06.04.23 wird der Einfluss der ausgebrachten Stickstoffmenge auf die Pflanzenentwicklung sichtbar. Es ist zu erkennen, dass sowohl stark gedüngte mineralische, organische und mineralische, als auch organische Varianten tendenziell am dunkelsten erscheinen. Außerdem unterscheiden sich die Varianten mit der flüssigen separierten Gülle augenscheinlich nicht von den Rohgüllevarianten. Im Gegensatz dazu heben sich die Varianten mit der festen separierten Gülle und die Nullvariante deutlich von den anderen ab, da die Pflanzen dieser Parzellen wesentlich heller und weniger stark entwickelt sind.
Die zusätzlich dazu mit einem N-Tester erhobenen Blattchlorophyllgehalte sind teilweise in Abbildung 3 dargestellt und bestätigen zunächst, dass eine dunkelgrüne Farbe der Pflanzen in der Regel mit einem hohen Blattchlorophyllgehalt einhergeht.

Zur besseren Veranschaulichung sind in Abbildung 4 die Verläufe der Blattchlorophyllgehalte von 4 charakteristischen Düngevarianten dargestellt.
Zunächst wird deutlich, dass wesentliche Unterschiede zwischen den Düngevarianten bestehen. Dabei weist die mineralische Düngung tendenziell höhere Chlorophyllgehalte auf.
Die Chlorophyllgehalte der Varianten mit separierter flüssiger Gülle liegen zu den späten Zeitpunkten leicht über denen der Rohgüllevariante. Das könnte auf den leicht höheren Ammoniumanteil der flüssigen Phase von ca. 75 Prozent zurückzuführen sein. Im Vergleich dazu liegt dieser Wert bei unseparierter Mastschweinegülle bei ca. 70 Prozent.
Demgegenüber fallen die Chlorophyllgehalte bei der festen Phase deutlich ab. Der Grund dafür könnte in der insgesamt geringeren N-Zufuhr liegen, da einerseits die Ausbringmenge durch die hohen P-Gehalte der festen Phase auf lediglich 60 kg N/ha begrenzt wird. Andererseits weist die feste Phase einen Anteil an Ammonium von lediglich 44 Prozent auf. Über die Hälfte des Stickstoffs der festen Phase liegt somit in organischer Form vor und muss zunächst mineralisiert werden bevor dieser pflanzenverfügbar wird.
Des Weiteren fällt bei der Betrachtung der Verläufe auf, dass die Chlorophyllgehalte bei allen Varianten über die Vegetation tendenziell abnehmen. Der Grund dafür könnte in der Nährstoffverlagerung von der Pflanze ins Korn infolge der beginnenden Abreife liegen.
In Tabelle 1 sind alle weiteren erhobenen Blattchlorophyllgehalte dargestellt.

Wie zu vermuten weist die Nullvariante (keine Düngung) die niedrigsten Chlorophyllgehalte an allen Terminen auf. Des Weiteren zeigt sich, dass eine Erhöhung der N-Zufuhr in der mineralischen N-Düngestaffel mit einem Anstieg der Chlorophyllwerte einhergeht.
Die Varianten "Gülle nach NIRS 120 Ges.-N" und "Gülle 120 Ges.-N" weisen durchgehend ähnliche Chlorophyllgehalte auf. Diese Ergebnisse sind naheliegend, da die mit dem NIRS-Sensor ermittelten Stickstoffgehalte in diesem Fall auf einem ähnlichen Niveau liegen wie bei der unmittelbar vor der Ausbringung durchgeführten Laboranalyse.
Auffallend ist jedoch, dass die Zugabe von 80 kg N in Form von KAS zu „Gülle 120 Ges.-N“ und „flüssige Phase 120 Ges.-N“ keinen deutlichen Anstieg der Blattchlorophyllgehalte mit sich bringt. Bei der Ernte wird sich zeigen, ob die zusätzlichen 80 kg N einen Einfluss auf den Ertrag und die Qualitätsparameter haben.
Da die Düngevariante der separierten festen Phase durchgehend die niedrigsten Chlorophyllgehalte aufweist, ist nicht verwunderlich, dass die mineralische Zugabe von 80 kg N in diesem Fall zu einer deutlichen Steigerung der Chlorophyllwerte geführt hat.
Im Rahmen dieses Versuchs können bislang über die erhobenen Drohnenaufnahmen und Blattchlorophyllgehalte bereits deutlich vor der Ernte erste Tendenzen der Pflanzenentwicklung und damit der Wirksamkeiten der unterschiedlichen Düngevarianten aufgezeigt werden.
Die hohe Wirksamkeit der mineralischen Düngung zeichnet sich durch dunkelgrüne Pflanzen und hohe Chlorophyllgehalte bereits kurz nach der Ausbringung ab.
Die Varianten mit separierter flüssiger Gülle, unseparierter Gülle und Gülle nach NIRS weisen bislang eine ähnliche Pflanzenentwicklung auf.
Im Vergleich dazu fällt die Variante mit der festen Phase der separierten Gülle deutlich ab, insbesondere wegen der geringeren Ausbringmenge und des geringeren Ammoniumanteils.
Die erhobenen Blattchlorophyllgehalte bestätigen die optischen Eindrücke aus den Drohnenaufnahmen.
Allerdings kann eine endgültige Bewertung hinsichtlich der Wirksamkeit der unterschiedlichen Düngemittel mit Sicherheit erst nach der Ernte vorgenommen werden.
Die Modell- und Demonstrationsvorhaben MuD SlurryUpgrade und MuD NIRS werden von der BLE gefördert und haben die Zielsetzung, praxistaugliche Maßnahmen zur Steigerung der Nährstoffeffizienz von organischen Düngemitteln aufzuzeigen. Dabei liegt der Schwerpunkt in dem MuD SlurryUpgrade auf der Optimierung von Düngeeigenschaften durch die technische Aufbereitung und im MuD NIRS auf der Nährstoffermittlung in Echtzeit bei der Ausbringung.
Auf der Versuchsstation der Landwirtschaftskammer Niedersachsen in Wehnen ist ein Parzellenversuch im Winterroggen angelegt worden. Dieser wird im Rahmen der Projekte MuD SlurryUpgrade und MuD NIRS aus dem Fachbereich Landtechnik, Energie, Bauen, Immissionsschutz in Zusammenarbeit mit der Düngebehörde der LWK Niedersachsen durchgeführt.
Die Zielsetzung des Versuchs besteht darin, Richtwerte für die Effizienz und somit die Wirksamkeit von unterschiedlichen organischen Düngern zu ermitteln. Auf deren Grundlage können organische Düngemittel exakter und bedarfsgerechter eingesetzt werden. Außerdem soll geprüft werden, ob Gülle durch eine Bestimmung der Nährstoffgehalte mit NIRS-Technik exakter ausgebracht werden kann.
Die Basis des Versuchs bildet eine mineralische N-Düngestaffel mit Kalkammonsalpeter, welche von 0 bis 200 Kilogramm Stickstoff pro Hektar reicht (s. Abbildung). Diese maximale Düngemenge ist notwendig, um eine Ertragskurve zu erzeugen und daraus die Mineraldüngeräquivalente der organischen Düngemittel abzuleiten. Dementsprechend sind die hohen Düngemengen keinesfalls als Düngeempfehlung zu verstehen.

Auf den Varianten 9-12 wurde separierte Mastschweinegülle in flüssiger oder fester Phase ausgebracht. Dafür wurde die Gülle mit einem an der Versuchsstation in Wehnen eingesetzten Pressschneckenseparator aufbereitet. Der Phosphorbedarf der festen Phase war bei 60 Kilogramm Stickstoff pro Hektar erreicht.
Um den gesamten Stickstoffbedarf zu decken und dadurch praxisüblich zu düngen, wurde in den Varianten 10 und 12 ebenfalls eine mineralische Ergänzungsdüngung vorgenommen. Im Gegensatz dazu soll durch die organisch gedüngten Varianten der ausschließliche Effekt der organischen Düngung auf das Pflanzenwachstum und die Ertragsbildung ermittelt werden.
Bei der späteren Beerntung der Versuchsfläche lässt sich die Nährstoffeffizienz der unterschiedlichen Düngevarianten feststellen. In diesem Zuge können Richtwerte für die Mindestwirksamkeiten der unterschiedlichen Phasen Mastschweinegülle ermittelt werden. Neben der Betrachtung der Ertrags- und Qualitätsbildung werden die Auswirkungen auf die N-Dynamik im Boden untersucht. Dafür werden die Nmin-Gehalte im Boden nach der Ernte sowie im Herbst zu Beginn der Sickerwasserperiode erfasst. Außerdem laufen begleitende Nmin-Untersuchungen über die gesamte Vegetationsperiode.
Für den Schutz des Grundwassers ist eine möglichst genaue Kenntnis der Wirksamkeit organischer N-Dünger sowie ihrer Nachlieferung wichtig. Dadurch kann eine Überschätzung des N-Düngebedarfs vermieden und auswaschungsgefährdete Reststickstoffgehalte im Boden im Herbst reduziert werden. Dementsprechend tragen die effiziente Nutzung organischer Dünger und die Kenntnis ihrer Wirkung wesentlich dazu bei, Nitrateinträge ins Grundwasser zu minimieren.
Die Modell- und Demonstrationsvorhaben MuD SlurryUpgrade und MuD NIRS werden von der BLE gefördert und haben die Zielsetzung, praxistaugliche Maßnahmen zur Steigerung der Nährstoffeffizienz von organischen Düngemitteln aufzuzeigen. Dabei liegt der Schwerpunkt von MuD SlurryUpgrade in der Optimierung von Düngeeigenschaften durch die technische Aufbereitung und der von MuD NIRS in der Nährstoffermittlung in Echtzeit bei der Ausbringung.