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Maisdüngung 2026 –Rahmenbedingungen und PraxisempfehlungenEinleitung

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Die Maisaussaat rückt mit großen Schritten näher. Die Düngung erfolgt i.d.R. zeitnah vor der Aussaat. Was zu beachten ist, welche Nährstoffe berücksichtigt werden müssen und wo noch Potentiale für eine Optimierung schlummern können, wird im Folgenden betrachtet.

Ziel der Düngung ist das Ausschöpfen der Ertragsfähigkeit des Bodens bei gleichzeitig optimiertem Nährstoffeinsatz. So werden unnötige Kosten einerseits, und potenzielle Umweltbelastungen andererseits vermieden. 
Die Düngeverordnung regelt dabei die Menge und Anwendung der Nährstoffe Stickstoff und Phosphat. Eine Düngebedarfsermittlung muss vor der ersten Düngemaßnahme des Jahres auf Schlagebene durchgeführt werden. Aus dieser ergibt sich der Düngebedarf der genannten Nährstoffe. Die ermittelten Mengen dürfen dann im laufenden Düngejahr nicht überschritten werden. Die P-Düngung kann dabei auch im Rahmen einer Fruchtfolgedüngung erfolgen. Wichtig ist hierbei, dass der P-Bedarf für die gesamte Fruchtfolge berechnet wird und das Startjahr immer das Jahr der Aufbringung ist. Diese Dokumentation muss auf den Betrieben vorliegen.
Die flächenbezogenen Bodenuntersuchungsergebnisse geben wertvolle Hinweise zur Nährstoffversorgung der Böden. Aus ihnen leitet sich nicht nur der Düngebedarf für die Makronährstoffe Phosphor, Kalium und Magnesium ab, sie zeigen auch die pH-Werte der jeweiligen Böden und den Kalkbedarf auf. Der zur Bodenart passende pH-Wert bildet die Grundlage für eine effiziente Düngung und hohe Erträge. Gleichzeitig sorgt er dafür, dass die Böden ihre Funktionen wie Nährstoffspeicherung und -bereitstellung, Niederschlagsaufnahme, Tragfähigkeit und Gefügestabilität bei gleichzeitig gutem Garezustand erfüllen können. 
Darüber hinaus müssen Vor- und Zwischenfruchtwirkungen, der Nmin-Wert sowie Mindestanrechenbarkeiten von Stickstoff aus Wirtschaftsdüngern und deren Nachlieferung bei der Stickstoff-Düngung berücksichtigt werden. 
Diese Vorgaben dienen dazu, negativen Einflüssen auf Umwelt und Grundwasser vorzubeugen und können letztlich auch den Landwirten helfen, unnötig hohe Kosten für den Betriebsmittelaufwand zu vermeiden. 
Nährstoffbedarf Mais
Mais hat aufgrund seiner starken Massebildung und des daraus resultierenden hohen Ertragsvermögens auch ein relativ hohen Nährstoffbedarf. Es gilt, pflanzenbaulich zu differenzieren, zu welchen Teilen dieser aus der Nachlieferung des Bodens kommt und zu welchen Teilen er über die Düngung zugeführt werden muss.
N-Düngung
Eine Differenzierung der Düngung in Bezug auf die angestrebte Nutzungsrichtung ist beim Mais nicht erforderlich, da eine Qualitätsdüngung, wie beispielsweise beim Weizen, keine entsprechenden Effekte bringt. 
Insbesondere bei Stickstoff muss der Bedarf nicht immer voll ausgedüngt werden, die standörtliche Nachlieferung aus langjähriger organischer Düngung, hohen Humusgehalten oder Zwischenfruchtanbau durch die lange Vegetationszeit des Maises sehr effizient genutzt werden können. Mais hat bei an Bedarf und Standort angepasster Düngung daher immer eine deutlich negative Stickstoffbilanz, woraus deutlich wird, dass Mais sehr gute Stickstoffeffizienz erzielen kann. Dies gilt auch und im Besonderen für die organische Düngung. Werden verlustmindernden Maßnahmen bei der Ausbringung konsequent umgesetzt, das heißt, dass gerade, wenn Gülle und Gärreste, aber auch separierte „feste“ Wirtschaftsdünger mit nennenswerten NH4-N-Gehalten unverzüglich eingearbeitet werden, Mais i.d.R. problemlos die in der DüV anzusetzenden Mindestanrechenbarkeiten erreicht. Mehrjährige Versuche zeigen darüber hinaus auch, dass der Einsatz von Nitrifikationsinhibitoren (NI) zu höheren Wirkungsgraden der organischen Düngung führen. Gerade auf leichten Standorten und bei hohen Organik-Mengen kann dies eine Art Versicherung gegen auftretende Starkregenereignisse, aus denen eine Verlagerung von Nitrat entstehen kann, gesehen werden.
Durch die rel. lange Wachstumsperiode des Maises innerhalb der jährlichen Vegetationszeit reagiert dieser auf eine knappe Stickstoffversorgung kaum mit Qualitätsveränderungen und verhältnismäßig gering mit Mindererträgen, sofern die Mineralisierung im Boden entsprechend abläuft. So nutzt der Mais die natürliche Mineralisation in den Böden effizient aus, was auch aus Sicht des Grundwasserschutzes zu begrüßen ist. 
Vor diesem Hintergrund hat sich über Jahre gezeigt, dass ein Düngeniveau von rund 120 – 140 kg/ha anrechenbaren Stickstoffs i.d.R. ausreicht, um annähernd Maximalerträge zu erzielen. Gleichzeitig erreichen bei diesem moderaten Düngeniveau die Reststickstoffgehalte nach der Ernte nur ein niedriges Niveau.
P-Düngung
Der Phosphorbedarf des Maises hängt von der Ertragserwartung und der Bodenversorgung ab. In der Düngeverordnung ist festgelegt, dass auch bei erhöhter Bodenversorgung eine P-Düngung in Höhe der Abfuhr zulässig ist. Darüber hinaus ist bei geringer Bodenversorgung eine erhöhte Düngung möglich (Stufe A + 100%, Stufe B + 50 %). Nicht selten führen zu geringe pH-Werte zu einer Festlegung von Phosphat im Boden. Die Gabe von frischem Phosphat über die Düngung ist eine kurzfristige Lösung, kann langfristig aber nicht die Kalkung ersetzen! D

er Entzug des Maises liegt bei rund 80 kg/ha (Silomais mit 45 t Ertragsniveau; Körnermais mit 10 t Ertragsniveau). Abweichende Erträge führen zu entsprechend anderen Werten, die aus der Düngebedarfsermittlung für Phosphor hervorgehen. So steigen die Entzüge je Hektar pro Tonne Körnermais bzw. pro 5 Tonne Silomais um ca. 9 kg. 
Mais wird i.d.R. zu hohen Anteilen über Wirtschaftsdünger mit Nährstoffen versorgt. Nicht selten wird hierbei die im Betriebsdurchschnitt geltende Obergrenze von 170 kg/ha Norg erreicht. Durch das relativ fixe Verhältnis von N zu P in Rindergülle bedeutet dies, dass dann auch bereits gut 80 kg/ha Phosphat gedüngt worden sind, was eine mineralische Ergänzung rechnerisch überflüssig macht. Mais benötigt allerdings vor allen Dingen in der Jugendentwicklung wasserlösliches Phosphat in Wurzelnähe, da dieser Nährstoff im Boden sehr immobil ist.
Startdüngung
Eine besondere Beachtung in Bezug auf die P-Versorgung erfordert also die Unterfußdüngung (UFD) zur Förderung der Jugendentwicklung. Sie gilt als „Ertragsversicherung“ im Maisanbau und stellt besonders in kühleren Regionen wie Norddeutschland im allgemeinen und Höhenlagen eine Standardmaßnahme dar. Ihre Wirkung beruht auf der Applikation von wasserlöslichem Phosphat in der Nähe des Keimlings, so dass die Maispflanze in der Jugendentwicklung ab spätestens dem 3-Blattstadium leicht Phosphor aufnehmen kann. Effekte werden hierbei über die klassische Applikation leicht neben und unter der Saatrille erzielt (5 x 5 cm), wobei i.d.R. mindestens 15 - 20 kg/ha P2O5 gegeben werden sollten, um eine sichere Wirkung zu erzielen. Als Unterfußdünger kommen zumeist NP-Dünger zum Einsatz, wobei die Wirkungssicherheit nicht davon abhängt, ob es sich um sogenannte „Einkorndünger“ mit gleichmäßiger Nährstoffverteilung in jedem Korn oder um Mischdünger (häufig mit DAP als P-Quelle) handelt. Jedoch macht es einen Unterschied, ob nur ein P-haltiger Dünger zum Einsatz kommt, oder eine Kombination aus Stickstoff und Phosphat. Die üblicherweise eingesetzten NP-Dünger zeigen dabei in Versuchen regelmäßig eine bessere Wirkung als ein solo eingesetzter P-Dünger. Um die betrieblichen P-Bilanzen zu entlasten, werden in der Praxis auch immer häufiger N-Dünger solo als UFD eingesetzt. Der Einsatz von reinen Stickstoffdüngern ohne Phosphat bringt jedoch annähernd keine Effekte im Sinne einer Ertrags- und Qualitätsabsicherung, erzielt jedoch zumindest optische Effekte.
Als Alternative zu den P-Gaben über die Unterfußdüngung, welche die Bilanzen bei ausgereizter organischer Düngung rel. stark belasten können, werden seit mehreren Jahren vermehrt Mikrogranulatdünger für die Saatbanddüngung (SBD) mittels Granulatstreuer angeboten. Auch diese haben eine positive Wirkung auf die Jugendentwicklung des Maises. Phosphatmengen von ca. 10 kg/ha bei ebenfalls sehr hoher Wasserlöslichkeit sollten bei diesem Verfahren angestrebt werden, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen.
Beide Verfahren, sowohl UFD als auch SBD, gründen ihre positive Wirkung auf die Jugendentwicklung und den Ertrag des Maises auf zugekauften mineralischen Phosphordünger. Ist der betriebliche P-Düngebedarf bereits über die einzusetzenden Wirtschaftsdünger abgedeckt, kann mitunter kein mineralischer P-Dünger mehr eingesetzt werden. Zur Förderung der Jugendentwicklung des Maises müsste folglich eine entsprechende Menge Wirtschaftsdünger abgegeben werden, oder aber dieser wird selbst als Unterfußdünger appliziert (Gülle-UFD) und auf einen P-Zukauf wird verzichtet. Durch dieses Verfahren besteht darüber hinaus die Möglichkeit, die im Betrieb vorhandenen Nährstoffe sehr effizient zu Nutzen. Die Gülleunterfußdüngung muss hierzu in exakter Tiefe ca. 5 – 7 cm unterhalb des Saathorizonts zu finden sein. Die Güllegabe sollte möglichst die volle zu Mais eingeplante Menge umfassen, um die notwendige Menge und Konzentration wasserlöslichen Phosphats zu erreichen. Um die P-Aufnahme zusätzlich zu begünstigen, sollte ein Nitrifikationshemmer in geringer Menge mit in die Gülle eingemischt werden (ammoniumbetone Ernährung).
Unter diesen Umständen erreicht dieses Verfahren gute Effekte und Erträge. Eine zusätzliche Starthilfe für den Mais und Absicherung bei nicht exakter Gülleplatzierung kann durch eine geringe Menge Phosphat (ca. 5 kg/ha) als Saatbanddüngung erzielt werden, da so einem häufig auftretenden Versorgungsengpass in der Jugendentwicklung vorgebeugt wird.  Außerdem erzielt diese Form der organischen Düngung nachweislich die höchste N-Effizienz, so dass auf eine mineralische N-Ergänzung häufig gänzlich verzichtet werden kann.
weitere Hauptnährstoffe
Die Düngergaben der weiteren Hauptnährstoffe lassen sich gut nach Bodenuntersuchung und Entzug berechnen, wobei die Gehalte der organischen Dünger an Kalium, Magnesium und Schwefel voll angesetzt werden können. Die Tabelle „Maisdüngung nach Bodenuntersuchung“ gibt hierbei die Spannweiten der Düngergaben für die jeweilige Bodenversorgungsstufe vor. Aus der Tabelle „Nährstoffentzüge“ geht die Abfuhr der Grundnährstoffe je nach Ertragsniveau und Nutzungsrichtung hervor. Grundsätzlich gilt für diese Nährstoffe, dass bei Bodenversorgungsstufe „C“ nach Abfuhr gedüngt werden sollte. der Schwefelentzug beträgt ca. 10% des N-Entzuges, was einen Schwefelbedarf von 20 – 25 kg/ha ergibt. Die Schwefelversorgung des Maises stellt für gewöhnlich keine Schwierigkeit dar. Die Schwefel-Mineralisation aus Boden und organisch gebunden Anteilen der Wirtschaftsdünger erfolgt in der Regel rechtzeitig zum Bedarf des Maises. Eine geringe Teilemenge des Schwefelbedarfs über die Unterfußdüngung zu geben, sichert die Verfügbarkeit in der Jugendentwicklung jedoch ab. 
Die Nährstoffgehalte, sowohl des Bodens als auch der organischen Wirtschaftsdünger, sollten regelmäßig durch Untersuchungen überprüft und beachtet werden. Nicht selten reichen die Kaliumgehalte nicht aus, um den Bedarf des Maises zu decken. Auf Standorten mit niedriger Versorgungsstufe und einer an den Stickstoffbedarf angepassten Güllegabe können allein durch Kalimangel Ertragsverluste in einer Größenordnung um 20 % entstehen. 
Spurennährstoffe
Bei den Spurenelementen ist besonders Bor zu nennen, welcher nicht ausreichend über die übliche organische Düngung zugeführt wird. Die Versorgung wird häufig über den Zusatz von 1 % Bor in Unterfußdüngern für Mais gewährleistet. Die Zinkverfügbarkeit wird durch hohe P-Bodengehalte eingeschränkt. Auch hier kann eine Ergänzung über die Unterfußdüngung vorgenommen werden. 
Auch eine Spritzung ist möglich, allerdings wird bei früher Anwendung rel. wenig Blattmasse tatsächlich getroffen. 
Bei optimalem pH-Wert und guter, verdichtungsfreier Bodenstruktur ist außerhalb von Witterungsextremen kaum mit Spurenelementmangel zu rechnen. Die Sicherstellung der Versorgung in der Jugendentwicklung über Nährstoffbeizen oder Startdünger hilft dem Mais insbesondere bei ungünstigen Standort- und Witterungsverhältnissen, führt aber i.d.R. nicht zu messbaren Ertragseffekten.
Fazit
Die Düngung von Mais erfordert eine sorgfältige Abstimmung aller Nährstoffe, wobei die organische Grunddüngung häufig die Basis darstellt. Die Verlustrisiken bei der Anwendung sollten nicht unterschätzt werden. Sowohl eine unverzügliche Einarbeitung zur Vermeidung gasförmiger Verluste als auch die Vermeidung von Auswaschung durch den Einsatz von Nitrifikationsinhibitoren helfen dabei, eine hohe Stickstoffeffizienz der organischen Düngung zu erreichen. Weitere Informationen und Hinweise zur organischen Düngung finden Sie auch aus www.lwk-niedersachsen.de unter dem Webcode 01045185.
Eine standortangepasste Düngeplanung unter Berücksichtigung von Bodenuntersuchungen und gesetzlichen Vorgaben ist entscheidend für nachhaltigen und erfolgreichen Maisanbau.