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Bilanz zum Ausbildungsjahr 2022/2023 - Grüne Berufe weiterhin im Trend

Webcode: 01042409 Stand: 02.11.2023

Die Agentur für Arbeit Oldenburg - Wilhelmshaven, die Handwerkskammer, die IHK Oldenburg und die Landwirtschaftskammer haben die aktuellen Zahlen vorgestellt. Die Zahlen in der Landwirtschaft sind mit 1.832 Auszubildenden stark, auch stark gefragt ist der Beruf Gärtner*in mit aktuell 2.035 Auszubildenden.

Ausbildung in der Landwirtschaft
Ausbildung in der LandwirtschaftAndreas Teichler
Oldenburg – Die Agentur für Arbeit Oldenburg - Wilhelmshaven hat Bilanz gezogen zum Ausbildungsjahr 2022/2023: Den insgesamt 5.156 jungen Leuten, die sich von der Berufsberatung der Agentur für Arbeit Oldenburg-Wilhelmshaven unterstützen ließen, stehen 5.802 von Unternehmen gemeldete freie Ausbildungsstellen gegenüber, 238 Stellen weniger als im Berichtsjahr 2021/22.

"Nie waren die Möglichkeiten für Ausbildungssuchende so groß", resümiert Dr. Thorsten Müller, Leiter der Agentur für Arbeit Oldenburg - Wilhelmshaven. Noch jetzt gibt es viele freie Stellen: "An unserem klassischen Stichtag, dem 30. September, waren 632 Ausbildungsstellen noch unbesetzt."

Müller wirbt deshalb bei jungen Leuten dafür, bereits jetzt an einen Ausbildungsvertrag für 2024 zu denken: "Wer die Möglichkeit hat, beginnt am besten noch in diesem Jahr mit der Suche und nimmt Kontakt mit Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern sowie den Berufsberaterinnen und -beratern auf. Es gibt vielfältige Unterstützung." Die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt und das Angebot an Ausbildungsstellen sind hoch und vielfältig.

Insgesamt haben sich im Ausbildungsjahr 2022/2023, das vom 1. Oktober des Vorjahres bis zum 30. September 2023 lief, 84 junge Leute mit Ausbildungswunsch weniger an die Berufsberatung der Arbeitsagentur gewandt als im Vorjahr. Von ihnen waren am 30. September 2023 noch 314 als unversorgt gemeldet, im Vorjahr waren es 277 unversorgte Bewerberinnen und Bewerber zum Stichtag.

Der Bestand an unbesetzten Berufsausbildungsstellen lag an diesem Tag bei 632 Stellen, vergangenes Jahr waren es 133 unbesetzte Stellen weniger.

Müller appelliert an die Ausbildungssuchenden: "Berufswünsche und Stellen passen nicht immer ideal zusammen. Manchmal ist die Stelle nicht mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. Manchmal passen die eigenen Fähigkeiten nicht gut zum Wunschberuf. Deshalb raten wir: Lassen Sie sich von der Agentur für Arbeit beraten, schauen Sie nach möglichen Alternativen und probieren Sie sich – auch zum Beispiel im Rahmen eines Praktikums – aus. Nehmen Sie die Chancen auf dem Ausbildungsmarkt wahr."

Die Berufsberatung der Agentur für Arbeit unterstützt dabei Jugendliche auf dem Weg in ihre berufliche Zukunft. Hierzu hat sie viele Möglichkeiten. Ein Beispiel ist die Assistierte Ausbildung. "Die Arbeitsagentur kann bei der Suche und auch beim Lernen helfen", erklärt Müller. "Auch das Selbsterkundungstool CheckU und unsere anderen Förder- und Onlineangebote helfen auf dem Weg zur Ausbildung."

Das sagt die Landwirtschaftskammer Niedersachsen

Grüne Berufe liegen nach wie vor im Trend, wie Erhebungen der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) zeigen. Die Ausbildungsverträge sind über die Jahre hinweg auf einem stabilen Niveau: Für 2023 liegt die Anzahl landesweit bei rund 5.590 Ausbildungsverträgen (2022: 5.289).

Die Zahlen in der Landwirtschaft sind mit 1.832 Auszubildenden stark, auch stark gefragt ist der Beruf Gärtner*in mit aktuell 2.035 Auszubildenden. Die übrigen Grünen Berufe zeichnen sich weitgehend durch normale Schwankungen in der Ausbildungsnachfrage aus.

"Die Chancen auf eine Übernahme in dem erlernten Beruf und auch auf eine Beschäftigung in den vor- und nachgelagerten Bereichen der Land- und Forstwirtschaft, des Gartenbaus sowie der Fischerei, Milchwirtschaft und Hauswirtschaft sind sehr gut", sagt Rudolf Fuchs, Leiter des LWK-Fachbereichs Aus- und Fortbildung. Er hebt außerdem hervor, dass für die Jugendlichen die Fort- und Weiterbildungsmöglichkeiten nach der qualifizierten Berufsausbildung von großer Bedeutung seien.

Berufsausbildung in der Hauswirtschaft
Berufsausbildung in der HauswirtschaftAndreas Teichler
Kritischer sind allerdings die Ausbildungszahlen in der Hauswirtschaft zu sehen. Der Rückgang der Zahlen hängt auch damit zusammen, dass viele Ausbildungsbetriebe wie Seniorenheime oder Tagungshäuser durch die Pandemiesituation betroffen waren und sind. Das erschwert die Kontaktaufnahme und das Kennenlernen zwischen Ausbildungsplatzsuchenden und den Betrieben.

Gemeinsam mit dem Zentrum für Ernährung und Hauswirtschaft – kurz ZEHN – möchte die LWK vermitteln, wie wichtig dieser Beruf ist, und auf dessen Vielseitigkeit aufmerksam machen: Es geht in der Hauswirtschaft um das gesamte Lebensmanagement und um anspruchsvolle logistische Fragen. Außerdem ist davon auszugehen, dass die Bedeutung dieses Berufs zunehmen wird: Immer mehr Familien und ältere Menschen brauchen Unterstützung in der Haushaltsführung und Betreuung im Alltag.

Noch ist es möglich, Ausbildungsverträge für 2023/24 abzuschließen. Wer sich einen Grünen Beruf aussuchen will, kann sich auf der "Talente gesucht"-Webseite der LWK zur Berufsorientierung umsehen. Dort sind auf einer interaktiven Landkarte auch die Ausbildungsbetriebe und freie Plätze in der Nähe zu finden: www.talente-gesucht.de.

Das sagt die Handwerkskammer

"Es gibt wieder mehr Schulabgänger, die sich mit dem Handwerk beschäftigen, Praktika machen und in die Ausbildung gehen", freut sich Kai Vensler. Der Geschäftsbereichsleiter Berufsbildung berichtet, dass 2.542 junge Menschen im Bezirk der Handwerkskammer Oldenburg in diesem Jahre ihre Lehre begonnen haben. Das Plus von 7,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr führt er unter anderem darauf zurück, dass die Attraktivität des Handwerks in der öffentlichen Wahrnehmung gestiegen sei. "Von erneuerbaren Energien bis hin zur Mobilitätswende: Klimaziele werden nur mit dem Handwerk erreicht", so Vensler.

Zu den Ausbildungsberufen mit steigenden Zahlen gehören Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, Elektroniker, Kfz-Mechatroniker, Metallbauer, Dachdecker und Bäcker. "Die Betriebe bleiben in Sachen Ausbildung am Ball. Die Unternehmen und auch die Gesellschaft sind auf qualifizierten Fachkräftenachwuchs angewiesen", sagt Vensler. Weniger Auszubildende als im Vorjahr melden diesmal die Gewerke Maler und Lackierer sowie Maurer. "Wir setzen unser breites Spektrum an Maßnahmen zur Berufsorientierung fort", kündigt Geschäftsbereichsleiter Vensler unter anderem Veranstaltungen und Social-Media-Aktivitäten an.

Die IHK Oldenburg sagt

Der Ausbildungsmarkt hat sich im Bereich der Oldenburgischen Industrie- und Handelskammer (IHK) sehr positiv entwickelt. Die IHK hat bis Ende September dieses Jahres 4.057 neue Ausbildungsverträge registriert. Wegen einer technischen IT-Störung vor einem Jahr werden die Zahlen deshalb mit dem 31.12.2022 verglichen.

Auf dieser Basis insgesamt ein Plus von 4,7 Prozent (+ 183 Ausbildungsverträge). Bei den gewerblich-technischen Berufen registrierte die IHK eine Steigerung von 9,1 Prozent (+ 118 Stellen) und im kaufmännischen Bereich ein Plus von 2,5 Prozent (+ 65 Stellen). Die Branchen haben sich dabei sehr unterschiedlich entwickelt. Positiver Spitzenreiter sind die Berufe der Elektrotechnik mit einem Plus von 88 Ausbildungsverträgen (+ 22 %) gefolgt von den Metallberufen mit 43 zusätzlichen Verträgen (+ 8,3 %). Einen negativen Trend meldet die IHK in den Handelsberufen mit einem Minus von 4,7 Prozent (- 47 Verträge). Regional gesehen ergibt sich eine Spannbreite von plus 16,2 Prozent im Landkreis Wesermarsch bis zu einem Minus von 15 Prozent in Delmenhorst.

"Die Berufsorientierung in den Schulen, im Praktikum und auf Messen funktioniert wieder besser und die Ausbildungsbetriebe konnten in diesem Jahr mehr Stellen besetzen - aber nicht alle! Deshalb dürfen wir nicht in unseren Anstrengungen zu einer besseren Berufsorientierung nachlassen", erläutert Stefan Bünting, Leiter des Bereiches Bildung bei der IHK. "Wir müssen den Schulabgängern auch weiterhin die tollen Chancen einer dualen Ausbildung – als Basis für das Berufsleben - aufzeigen. Die TOP 3-Berufe im gewerblich-technischen Bereich sind Industriemechaniker/-in, Mechatroniker/-in und Elektroniker/-in für Betriebstechnik. Die kaufmännischen Berufe führen die Industriekaufleute, die Fachinformatiker/-innen und die Kaufleute für Büromanagement an. Nicht nur diese Berufe garantieren eine gute Zukunft, denn es gibt regional mehr als 120 verschiedene IHK-Berufe, in denen Karrieren entstehen können!" so Bünting.

Zur Ausbildungswerbung haben die deutschen Industrie- und Handelskammern in diesem Jahr die Ausbildungskampagne www.ausbildung-macht-mehr-aus-uns.de gestartet. Sie zeigt mit Erfolg, dass eine Ausbildung absolut keine Einbahnstraße ist und man eine optimale Basis für das Berufsleben schafft. Egal, ob nach der Ausbildung eine berufsbegleitende Weiterbildung zur Industriemeisterin, zum Fachwirt oder ein Studium folgt.

 


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