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Fachinformation des Pflanzenschutzamtes - Kartoffelzystennematoden

Die Kartoffelzystennematoden (PCN) Globodera rostochiensis und Globodera pallida sind gefährliche Schaderreger der Kartoffel und gehören zu den so genannten Quarantäneschaderregern. Die EU hat mit der Richtlinie 2007/33/EG eine neue rechtliche Grundlage für die Feststellung der Verbreitung, die Verhinderung der Ausbreitung und die Bekämpfung von Kartoffelzystennematoden geschaffen. In Deutschland sind diese Regelungen mit der Verordnung zur Bekämpfung des Kartoffelkrebses und der Kartoffelzystennematoden am 06. Oktober 2010 in nationales Recht umgesetzt worden.
Die beiliegende Fachinformation des Pflanzenschutzamtes der Landwirtschaftskammer Niedersachsen klärt auf. Verschiedene Dokumente können als PDF-Datei heruntergeladen werden.

Für Kartoffeln produzierende und verarbeitende Betriebe, sowie für Betriebe, die Pflanzen zum Anpflanzen erzeugen, ergeben sich in Niedersachsen durch die neue Verordnung eine Reihe von Änderungen, die in einer Fachinformation des Pflanzenschutzamtes zusammengefasst sind.

Starke Beeinträchtigung des Jugendwachstums in Kartoffeln durch Zystennematoden
Starke Beeinträchtigung des Jugendwachstums in Kartoffeln durch Zystennematoden - © Dr. Stefan KrüsselDr. Stefan Krüssel
Neu bei der Bekämpfung ist u. a. eine amtliche Erhebung zur Feststellung der Verbreitung der Kartoffelzystennematoden auf Konsumflächen sowie Vorschriften für die Behandlung von Resterden aus der Kartoffelverarbeitung. Eine weitere wichtige Änderung betrifft die Produktion von Pflanzkartoffeln. Die Verschleppung mit dem Pflanzgut ist ein bedeutender Ausbreitungsweg für Kartoffelzystennematoden. Mit der Anhangerde können die Zysten der Nematoden auch über sehr weite Entfernungen verbreitet werden. Felder, die zur Erzeugung von Pflanzkartoffeln bestimmt sind, müssen daher befallsfrei sein. Schon nach bisherigem Recht war die Produktion von Kartoffelpflanzgut strengen Regelungen unterworfen.

Neu ist, dass jetzt alle Kartoffeln zum Anpflanzen unter die neue Verordnung fallen. Dies betrifft damit auch den eigenen Nachbau.

Feststellung der Befallsfreiheit
Die Befallsfreiheit wird durch eine amtliche Untersuchung des Pflanzenschutzamtes der Landwirtschaftskammer Niedersachsen festgestellt. Die Probenahme zur amtlichen Untersuchung darf ausschließlich von verpflichteten / vereidigten Probenehmern für Nematodenproben der Landwirtschaftskammer vorgenommen werden. Die Einzelheiten des Probenahmeverfahrens sind in der „Richtlinie für die Entnahme von Bodenproben zum Zweck der amtlichen Untersuchung auf Kartoffelzystennematoden – Pflanzkartoffelproduktion“ beschrieben. Diese Richtlinie liegt dem Artikel als Anlage bei. Weitere Informationen sowie Auskünfte zu Probenehmern sind bei der zuständigen Bezirksstelle erhältlich (siehe Übersicht in beiliegender PDF-Datei) .

Ausnahmeregelung für den Nachbau
Im Rahmen einer Ausnahmeregelung können Kartoffeln für die hofeigene Vermehrung von Pflanzkartoffeln (Nachbau) unter besonderen Umständen auch ohne amtliche Untersuchung der Fläche angebaut werden. Diese Ausnahme von der Untersuchungspflicht gilt nur, wenn die zum Zwecke des Nachbaus erzeugten Kartoffeln innerhalb eines Betriebes und nur innerhalb eines Umkreises von 20 km um die Erzeugungsfläche ausgepflanzt werden. Die Produktion und Verwendung des eigenen Nachbaus ist vom Landwirt zu dokumentieren. Dazu sind die Lage und Größe der Flächen der zum Nachbau bestimmten Pflanzkartoffeln sowie der Anbauflächen, auf der diese Kartoffeln im Folgejahr angepflanzt werden sollen, und der Lagerort aufzuzeichnen.Das Pflanzenschutzamt hat dazu ein Formular erstellt, dass im Anhang heruntergeladen werden kann. Erstmalig aufzuzeichnen sind die Produktionsflächen für den eigenen Nachbau für das Anbaujahr 2011. Die Dokumentation verbleibt beim Landwirt und ist auf Anforderung der Landwirtschaftskammer als zuständige Behörde vorzulegen.

Weitere Informationen entnehmen Sie bitte der beiliegenden Fachinformation des Pflanzenschutzamtes.
Anliegende PDF-Dateien können heruntergeladen werden. 
 

 

Kontakte

Dr. Stefan Krüssel

Leiter Sachgebiet Zoologie

 0511 4005-2166

  stefan.kruessel~lwk-niedersachsen.de


Hermann Warnecke
Dipl.-Ing. agr.
Hermann Warnecke

Zoologie

 0511 4005-2171

  hermann.warnecke~lwk-niedersachsen.de


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