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Fachkräfte suchen - mit Strategie zum Erfolg

Der Fachkräftemangel macht auch vor der Landwirtschaft nicht Halt. Geeignete Mitarbeitende nicht nur zu finden, sondern auch zu halten, entwickelt sich zunehmend zu einer echten Herausforderung für die Betriebe. Zudem hat sich das Blatt komplett gewendet – Umdenken ist angesagt. Heute sind es die Betriebe, die sich um qualifizierte und motivierte Arbeitskräfte bewerben müssen. Dazu bedarf es einer gut überlegten Strategie.

 

Fachkräfte suchen mit Strategie
 Suche Peggy und Marco Lachmann-Anke / pixabay.com
Von der Unternehmensstrategie zur Personalstrategie

Welche Werte und welches Grundverständnis liegen Ihrem unternehmerischen Handeln zugrunde? Nach welchem Leitbild arbeiten Sie in Ihrem Betrieb und welche Ziele verfolgen Sie? Beleuchten Sie aktuelle Stärken und Schwächen sowie Chancen und Risiken für Ihr Unternehmen? Welche Unternehmensprozesse erzielen die besten Ergebnisse? Welche könnten besser laufen?

Diese Fragen unterstützen Sie dabei, eine Unternehmensstrategie zu entwickeln und zu präzisieren. Schließlich soll darauf später Ihre Personalplanung aufbauen. Verantwortungsbereiche sind zu klären und welches Personal an welchen Stellen eingesetzt werden soll. Ein Organigramm ist hierfür eine gute Grundlage. Anschließend lässt sich herausarbeiten, welche Position zu besetzen ist und welche Fach-, Methoden- und Sozialkompetenzen für die jeweiligen Aufgaben erforderlich sind. Sie benötigen diese Informationen für die Formulierung eines Anforderungsprofils sowie einer Stellenbeschreibung. Beides ist Voraussetzung für eine gezielte Ausschreibung sowie eine passgenaue Besetzung der Stelle.

 

Aus Überzeugung in der Landwirtschaft arbeiten

Nur wer selbst überzeugt ist, einen interessanten Arbeitsplatz anzubieten, wird erfolgreich in der Suche nach Mitarbeitenden sein. Was also ist besonders und interessant an einer Tätigkeit in der Landwirtschaft? Machen Sie sich die Vorzüge bewusst und vertreten Sie diese positiv und motivierend nach innen und außen: Arbeit in und mit der Natur, Umgang mit moderner Technik, die Arbeit mit Tieren, spitzes Rechnen im Bereich Betriebswirtschaft. Außerdem viel Abwechslung, Eigenverantwortung, Arbeiten im Team, ein Arbeitsplatz ohne lange Anfahrtszeiten und Stau im Berufsverkehr, „sehen, was geschafft ist“ und anderes mehr.

 

Sind Sie als Arbeitgeber attraktiv?

Umfragen zeigen, dass Arbeitnehmer*innen gern arbeiten, wenn im Betrieb ein offenes und vertrauensvolles Betriebsklima gepflegt wird. Mitarbeitende wünschen sich Anerkennung für ihre Leistungen und vor allem Wertschätzung ihrer Person. Gleichzeitig kommen genau diese Aspekte oft zu kurz und das sollte zu denken geben. Mitarbeiter*innen sind motivierter, wenn sie nicht nur Anweisungen Folge leisten müssen, sondern selbstständig einen Verantwortungsbereich übernehmen können. In der modernen Arbeitswelt werden die Hierarchien flacher und es wird ein kooperativer Führungsstil gepflegt. Auch in der Landwirtschaft werden Sie so Mitarbeitende gewinnen, die sich engagieren und sich zielorientiert einbringen.     

Arbeitnehmer*innen legen zunehmend Wert auf flexible Arbeitszeitmodelle, damit Raum für Familie und Freizeit bleibt. Verlässliche Arbeitszeiten, Überstunden- und Urlaubsvereinbarungen sollten selbstverständlich sein.

 

Was macht Ihren Betrieb einzigartig?

Um motivierte Fachkräfte für den Betrieb zu interessieren, sollten Sie überlegen, womit Ihr Betrieb punkten kann.

Was bieten Sie den Interessierten und mit welchen Alleinstellungsmerkmalen können Sie Ihren Betrieb bewerben? Gemeint sind nicht Standard-Floskeln wie „gute Bezahlung“ oder „moderne Maschinen“. Vielmehr sind es die Besonderheiten Ihres Unternehmens, mit denen Sie sich von Ihren Mitbewerbern abheben und mit denen Sie konkret auf sich aufmerksam machen.

Oft sind es persönliche und soziale Aspekte, die hier den Ausschlag geben können. Ein Ansatzpunkt kann ein „Leitbild“ Ihres Betriebes sein. Was ist Ihre Unternehmensphilosophie, welche Werte sind Ihnen wichtig, was sind Ihre strategischen Ziele, wie gehen Sie mit Kunden und Mitarbeitenden um etc. Besonderheiten lassen sich mit konkreten Beispielen oder Aussagen von Mitarbeitenden/Kunden/Geschäftspartnern unterstreichen. Fotos und kleine Filme unterstreichen Ihre Aussagen, machen neugierig. Entwickeln Sie eine „Arbeitgebermarke“, die Ihren Betrieb einzigartig und attraktiv erscheinen lässt.

 

Betriebsklima, Benefits und Lohn

Um die Attraktivität zu erhöhen, können Sie Ihren Mitarbeiter*innen die Teilnahme an Fort- und Weiterbildungen ermöglichen oder gesundheitsfördernde Maßnahmen unterstützen. Verschenken Sie doch mal einen Gutschein für ein Berufsförderndes Seminar der Landwirtschaftskammer! Fachliche Weiterbildung und Austausch mit Berufskolleg*innen, abgerundet durch eine Exkursion – davon profitiert ganz sicher auch Ihr Betrieb.

Zum guten Betriebsklima können auch Veranstaltungen wie z.B. ein Grillabend, ein Erntefest oder ein kleines Fest zur Ehrung von langjährig Mitarbeitenden oder der gemeinsame Besuch von Ausstellungen beitragen. Solche Angebote fördern darüber hinaus die Teambildung und stärken die Bindung an den Betrieb. Fühlen sich Ihre Mitarbeitenden in Ihrem Betrieb wohl, arbeiten Sie nicht nur gerne, sie tragen auch ein positives Bild des Betriebes nach außen und unterstützen dadurch indirekt die Akquise künftiger Mitarbeiter*innen.

Unterschätzen Sie nicht die Bedeutung einer angemessenen Entlohnung bei der Suche nach Mitarbeitenden! Eine gute Orientierung zum Lohnniveau bietet der Entgeltatlas der Agentur für Arbeit. Mit wenigen Klicks lassen sich hier die durchschnittlichen Löhne für einzelne Berufe und deren Fortbildungsstufen wie Meister*in recherchieren.
Die individuelle Lohngestaltung wird letztlich durch die im Stellenprofil formulierten Anforderungen bestimmt und sollte diesen auch entsprechen. Einige Betriebe bieten attraktive Zusatzleistungen zum Lohn, z.B. Tankgutscheine, ein Smartphone oder die Mitgliedschaft in einem Sportstudio an. Solche sogenannten „Benefits“ sind gern gesehen. Zu bedenken ist jedoch, dass solche Zusatzleistungen für Arbeitnehmer*innen nicht rentenwirksam sind.

 

Weiter geht es im 2. Teil: Fachkräfte finden - nicht nur im Netz

Kontakte

Heinke Blankenforth
Dipl.oec.troph. (FH)
Heinke Blankenforth

Ausbildungsberaterin in den Berufen Hauswirtschafter/in und Fachpraktiker/in Hauswirtschaft, Arbeitnehmerberatung

 0511 4005-2265

  heinke.blankenforth~lwk-niedersachsen.de


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