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Pflanzenschutz-Sachkundelehrgänge und -prüfungen

!!! Sehr geehrte Kunden, auf Grund der Corona-Krise sind bis auf weiteres alle Pflanzenschutzsachkunde-Lehrgänge der Landwirtschaftskammer Niedersachsen abgesagt. Wir bedauern dieses sehr und bitten um Ihr Verständnis. Lehrgangstermine für das Winterhalbjahr 2020/2021 werden im Sommer 2020 veröffentlicht !!!

Für die Lehrgangstermine 2020/2021 können Sie sich gerne Online vormerken lassen.

Wer Pflanzenschutzmittel einsetzen, über den Pflanzenschutzmitteleinsatz beraten oder Pflanzenschutzmittel verkaufen will, muss die Sachkunde dazu haben. 
 

HABEN SIE EINEN ANERKENNUNGSFÄHIGEN BERUFSABSCHLUSS (LANDWIRT, GÄRTNER, FORSTWIRT, ATA, PFLANZENTECHNOLOGE, ETC.) ? DANN INFORMIEREN SIE SICH BITTE UNTER FOLGENDEM WEBCODE 01026098.


Unvorhergesehene Änderungen von Terminen oder Lehrgangsorten bleiben vorbehalten!

Datum Zielgruppe Veranstaltungsort
 
Warteliste Lehrgangstermine 2020/2021
>>hier bitte vormerken lassen<<

 
Orte werden noch bekannt gegeben!

*AN/AB = Kombinierter Lehrgang, Anwendung oder Abgabe jeweils auch einzeln möglich

Nach erfolgter Anmeldung erhält der Teilnehmer eine Anmeldebestätigung per E-Mail.
Ca. 4 Wochen vor Lehrgangsbeginn wird das Anmeldeformular und zur Vorbereitung Schulungsunterlagen in Form einer Broschüre „Sachgerechter Umgang mit Pflanzenschutzmitteln“ der LWK Niedersachsen verschickt.
Ohne Teilnahme am Lehrgang wird die Broschüre mit 41,20  € in Rechnung gestellt. Die Kosten für das Unterrichtsmaterial sind ansonsten in den Lehrgangsgebühren enthalten und werden bei Rücktritt von einer Lehrgangsteilnahme nach dem Postversand in jedem Fall erhoben.

Für Rückfragen steht Ihnen Frau Wohlberg 0511 4005-2427 (sylvia.wohlberg@lwk-niedersachsen.de) zur Verfügung.


Die Pflanzenschutz-Sachkunde ist nicht erforderlich für die:

  • Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, die im Haus- und Kleingartenbereich für nicht berufliche Anwender zugelassen sind,
  • Anwendung von Pflanzenschutzmitteln im Ausbildungsverhältnis unter Anleitung einer sachkundigen Person im Sinne von § 9 PflSchG oder
  • Anwendung von PSM zur Wildschadensverhütung durch nicht berufliche Anwender.

Bereits seit 1986 verlangt der Gesetzgeber die persönliche Sachkunde für Verkäufer und Anwender von Pflanzenschutzmitteln – es handelt sich also durch das neue Pflanzenschutzgesetz vom 14.02.2012 nicht um eine veränderte Rechtslage.

Eine fehlende Pflanzenschutzsachkunde bei den oben genannten Tätigkeiten kann ordnungsrechtlich durch Bußgeld und parallel dazu durch Abzug von EU-Direktzahlungen (Cross Compliance-Verstoß!) geahndet werden.

Sachkunde-Lehrgänge für Anwender und Verkäufer von Pflanzenschutzmitteln
Die von der LWK angebotenen Lehrgänge bereiten die Teilnehmer umfassend und gezielt auf die bevorstehende Sachkundeprüfung und die anschließende Tätigkeit vor. Dabei werden Prüfungsthemen schwerpunktmäßig behandelt und mehrfach wiederholt, um eine optimale Prüfungsvorbereitung zu gewährleisten.

Bei den angebotenen Lehrgängen ist zwischen der Anwendung und der Abgabe von Pflanzenschutzmitteln zu unterscheiden. Der Lehrgang für Anwender richtet sich auch an Personen, die über den Pflanzenschutz beraten sowie Personen, die Auszubildende anleiten/beaufsichtigen wollen. Eine bestandene Prüfung für die Anwendung berechtigt nach der neuen Sachkundeverordnung nicht mehr zur Abgabe von Pflanzenschutzmitteln. Der Lehrgang für die Anwendung dauert drei Tage, wobei der dritte Tag für die Vermittlung von praktischen Fertigkeiten am Pflanzenschutzgerät dient. Abgeber können an dem dritten Tag freiwillig teilnehmen.

Bei der Abgabe von PSM wird in der mündlichen Prüfung zusätzlich geprüft, ob der Prüfling ausreichende Fähigkeiten zur sachgerechten Unterrichtung des Erwerbers hat. Dies erfolgt durch ein simuliertes Verkaufsgespräch, bei dem wichtige Hinweise auf eine bestimmungsgemäße und sachgerechte Anwendung der PSM gegeben werden müssen.

Die 3-tägigen Anwender-Sachkundelehrgänge des Pflanzenschutzamtes der Landwirtschaftskammer Niedersachsen sind gemäß § 10 Abs. 1 des Niedersächsischen Bildungsurlaubsgesetzes mit dem Bescheid vom 02.12.2016 (Az.: 1213/506, VA-Nr. 17-58337) in Niedersachsen als Bildungsurlaub anerkannt. Somit können Arbeitnehmer gegebenenfalls mindestens 4 Wochen vor Lehrgangsbeginn nach Vorlage der Anmeldebestätigung bei ihrem Arbeitgeber Bildungsurlaub beantragen.

Die Schulungsinhalte der Lehrgänge richten sich nach den gesetzlich geforderten fachlichen Themen, die für die Erlangung der erforderlichen fachlichen Kenntnisse und Fertigkeiten notwendig sind. Dies sind insbesondere

  • Rechtsvorschriften (u. a. Pflanzenschutzgesetz, Pflanzenschutz-AnwendungsVO, Bienenschutzverordnung, Chemikalienrecht, Naturschutzrecht, Wasserrecht)
  • die „Gute fachliche Praxis im Pflanzenschutz“ und der „Integrierte Pflanzenschutz“
  • Eigenschaften von Pflanzenschutzmitteln
  • Schadorganismen und Schadursachen bei Pflanzen und Pflanzenerzeugnissen und deren Bekämpfung
  • Aufbewahrung, Lagerung, Transport
  • Anwenderschutz
  • Verhüten schädlicher Auswirkungen (auf Mensch, Tier und Naturhaushalt)
  • Beseitigung von Pflanzenschutzmitteln
  • Speziell für Anwender:Gerätetechnik - Grundlagen der Ausbringung von Pflanzenschutzmitteln (Vermeiden von Abdrift, Bedienung der Geräte, Dosierung von PSM, Reinigung, Wartung etc.)
  • Speziell für Abgeber:Grundlagen für ein Verkaufsgespräch mit ordnungsgemäßer Beratung.

Sachkunde-Prüfungen
Im Anschluss an den Lehrgang kann die Sachkundeprüfung gemäß §§ 3, 4 der Sachkundeverordnung in Verbindung mit der Prüfungsordnung der Landwirtschaftskammer Niedersachsen abgelegt werden. Dazu wird ein vom Pflanzenschutzamt berufener Prüfungsausschuss gebildet, der aus hauptamtlichen und den Berufsstand vertretenden Personen besteht. Die schriftliche Prüfung besteht aus einem 50 Fragen umfassenden Teil im Multiple-Choice-Verfahren und einer anschließenden 10- bis 15-minütigen mündlichen Befragung im Einzelprüfverfahren. Für  Anwender kommt eine etwa ebenso lange praktische Prüfung am Gerät hinzu. Die Prüfung ist bestanden, wenn in jedem Prüfungsteil eine Prüfungsleistung von mindestens „ausreichend“ erreicht wird. Ein Ausgleich zwischen den einzelnen Prüfungsteilen ist nicht möglich. Eine nicht bestandene Prüfung /ein nicht bestandener Prüfungsteil kann unter bestimmten Voraussetzungen wiederholt werden.
Über die bestandene Prüfung wird ein Zeugnis angefertigt. Das Zeugnis über eine bestandene Sachkundeprüfung dient für die Beantragung des neuen bundeseinheitlichen Sachkundenachweises.


Lehrgänge und Prüfungen der Sachkunde nach Chemikalienrecht (früher „Giftprüfung“)
Für die Abgabe von gefährlichen Stoffen nach Gefahrenstoffkennzeichnung an den Endverbraucher, ist zusätzlich die Sachkunde nach § 11 (vormals §5) Chemikalienverbots-Verordnung (ChemVerbotsV) erforderlich. Diese Prüfung (Gewerbeaufsichtsamt) ist auch erforderlich für die Erteilung der Erlaubnis zum Handel mit giftigen Stoffen.
Eine Anerkennung der Sachkundeprüfung nach § 11 (vormals §5) ChemVerbotsV als vergleichbarer Nachweis der Sachkunde nach Pflanzenschutzrecht (und umgekehrt) ist nicht möglich. Ein wesentlicher Grund hierfür sind die unterschiedlichen Inhalte der Ausbildung und Prüfung.
Da häufig Lehrgangs- und Prüfungsinteressenten aus dem Bereich des Handels mit Gefahrstoffen und Pflanzenschutzmitteln (Einstufung "giftig") an beiden Prüfungen interessiert sind, bietet das Pflanzenschutzamt in Zusammenarbeit mit der Bundeslehranstalt Burg Warberg nach Bedarf 5-tägige Lehrgänge mit anschließender Prüfung zur Erlangung der Sachkunde nach Pflanzenschutzrecht und ChemVerbotsV an. Für Interessenten, die ausschließlich die Sachkundeprüfung nach ChemVerbotsV benötigen, ist eine Lehrgangsteilnahme von 2 1/2 Tagen mit anschließender Prüfung möglich. Die Anmeldungen zu den beiden nacheinander durchgeführten Lehrgängen erfolgen direkt bei der Bundeslehranstalt Burg Warberg in 38378 Warberg, Tel. 05355/961-0 (Fax -200), oder der GenoAkademie in Hannover, Tel: 0511/9574-320.


Weitere Anforderungen
Nach erfolgreicher Prüfung sollte beim Pflanzenschutzamt zeitnah der neue Sachkundenachweis im Scheckkartenformat (Webcode 01026098  auf unserer Webseite) beantragt werden, denn nur dieser gilt seit dem 27.11.2015  als Nachweis der Pflanzenschutz-Sachkunde. Darüber hinaus bekommt nur derjenige beim Landhandel Pflanzenschutzmittel (außer „nichtberufliche Anwendung“), der einen neuen Sachkundenachweis (elektronischer Datenträger/Scheckkarte) besitzt.

Weiterhin muss jeder Sachkundige regelmäßig und erstmalig innerhalb eines Zeitraums von 3 Jahren ab Ausstellung des neuen Sachkundenachweises an einer anerkannten Fortbildungsveranstaltung teilnehmen. Termine zu Fortbildungsveranstaltungen in Niedersachsen können unter dem Webcode 01026220 eingesehen werden.


Gebühren
Für Sachkundelehrgänge und -prüfungen werden Gebühren nach der jeweils geltenden Gebührenordnung der Landwirtschaftskammer erhoben. Die Gebühren der Sachkundelehrgänge entnehmen Sie bitte der PDF-Datei am Ende der Seite.

 


Kontakt:
Joerg Garrelts
Berater Anwendungstechnik, Gerätekontrolle, Sachkunde
Telefon: 0511 4005-2196
Telefax: 0511 4005-3196
E-Mail:


Stand: 03.06.2020