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TiPP

Digitale Rückverfolgbarkeit und Transparenz entlang der Wertschöpfungskette Schwein in der Region Oldenburger Münsterland - Transparency in Pig Production

Beginn: 01.01.2023 / Ende: 31.12.2025

Projekt TiPP
Projekt TiPPDr. med. vet. Marc-Alexander Lieboldt

Ausgangslage
Die Schweinehaltung sowie die ihr vor- und nachgelagerten Bereiche durchleben gegenwärtig einen tiefgreifenden technischen, logistischen, sozialen und wirtschaftlichen Strukturwandel. Zudem mehren sich Forderungen seitens Gesellschaft, Handel und Kontrollbehörden nach stärkerer Regionalisierung, größerer Transparenz und schnellerer Rückverfolgbarkeit in der Wertschöpfungskette (WSK) hinsichtlich Lebensmittelsicherheit sowie Tier- und Verbraucherschutz. Zwingende Voraussetzung hierfür ist ein gut funktionierender Datenaustausch zwischen allen Kettenbeteiligten, der angesichts der fortschreitenden Digitalisierung WSK-übergreifend großes Optimierungspotential birgt.

Ziel des Projekts
Ausgehend vom Experimentierfeld DigiSchwein verfolgt das Vorhaben TiPP als Zukunftsregion folgende Ziele:

  • Optimierung von Transparenz und Rückverfolgbarkeit from farm to fork in einer regionalen WSK für Schweinefleisch mittels digitaler Strategien
  • Erprobung in der Nutztierhaltung noch unerforschter Digitalkonzepte einschließlich ihrer technologischen Grundlagen anhand praxisrelevanter Anwendungsfälle zur Ableitung repräsentativer Transparenz-Indices für Verbraucher
  • Technologie- und Wissenstransfer in die landwirtschaftliche Beratung und Praxis, die ihr vor- und nachgelagerten Bereiche sowie ländliche Räume

Projektdurchführung
Für die Erprobung und spätere Ableitung von Transparenz-Indices werden Tier-, Betriebs- und Prozessdaten entlang der WSK erhoben. Um die Datenebene „Einzeltier“ auf Erzeugerbetrieben zu erreichen, werden ausgehend vom Projekt DigiSchwein Versuchsbetriebe mittels RFID-gestützter, kompakter Sensortechnik digital transformiert. Im Zentrum der Untersuchungen steht dabei der bei Nutztieren gänzlich unerforschte Einsatz sog. Self Sovereign Identity (SSI), die die Sicherheit und Qualität sowie die Transparenz und Flexibilität im bidirektionalen Datenaustausch einer WSK nachhaltig erhöhen können. Im Fall aufwändiger Dokumentationspflichten und Kontrollen von Ketteninformationen zum Zwecke des Verbraucher- und Tierschutzes sowie der Nachhaltigkeit und Wirtschaftlichkeit birgt dieses Verfahren ein enormes Automatisierungspotential.

Die LWK koordiniert das Verbundvorhaben und ist für die Teilprojekte „Tierhaltung – Digitales Klima- und Nachhaltigkeitsmanagement“ sowie „Wissenstransfer regional/überregional“ verantwortlich. Für die Projektarbeit besteht eine enge Kooperation mit der Goldschmaus Gruppe, die ihre regionale WSK bestehend aus schweinehaltenden Betrieben sowie vor- und nachgelagerten Bereichen als Forschungsinfrastruktur zur Verfügung stellt.

Kontakt


Dr. med. vet. Marc-Alexander Lieboldt

Leiter Fachbereich Tierzucht, Tierhaltung, Versuchswesen

marc-alexander.lieboldt~lwk-niedersachsen.de

Ass.-Ing. agr.
Henrike Renner

Projektkoordination TiPP

henrike.renner~lwk-niedersachsen.de

Beiträge aus dem Projekt-Blog

08.02.2023

Das Projekt bearbeitet in Teilprojekten mehrere Problemstellungen des Agrar- und Ernährungssektors am Beispiel einer regionalen WSK Schwein im Oldenburger Münsterland: Digitalisierung und Datenmanagement, Einsatz von Sensortechnik (Betrieb/WSK), Transparenz und Prozesskontrolle in Bezug auf Tiergesundheit, Tierwohl sowie Klimaeffizienz und Nachhaltigkeit einschließlich Evaluation des Verbraucherverhaltens.

Projektaufbau:

Projektaufbau TiPP
Projektaufbau TiPPDr. med. vet. Marc-Alexander Lieboldt

Arbeitspakete des Projekts:

Arbeitspakete des Projekts TiPP
Arbeitspakete des Projekts TiPPDr. med. vet. Marc-Alexander Lieboldt

08.02.2023

Das von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen koordinierte Verbundprojekt „TiPP“ zur Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten zur Erzeugung von Lebensmitteln tierischen Ursprungs erhält rund 4,5 Millionen Euro.

Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (rechts) überreichte die Förderurkunde an Vertreter*innen des 'TiPP'-Projektkonsortiums.
Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir (von rechts) überreichte die Förderurkunde auf der Internationalen Grüne Woche in Berlin an Gerhard Schwetje, Präsident der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK), Prof. Dr. Nicole Kemper von der Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover, Dr. Marc-Alexander Lieboldt vom Fachbereich Tierzucht, Tierhaltung/ökologische Tierhaltung und Versuchswesen der LWK, Prof. Dr. Christina Umstätter vom Johann Heinrich von Thünen-Institut sowie Prof. Dr. Imke Traulsen von der Georg-August-Universität Göttingen.Alexandra Koch
Berlin – Mit insgesamt 4.493.871,13 Euro fördert das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL) das von der Landwirtschaftskammer Niedersachsen (LWK) koordinierte Verbundprojekt „TiPP“ über eine Laufzeit von 36 Monaten. Gerhard Schwetje, LWK-Präsident, nahm die Förderurkunde am 24. Januar von Bundeslandwirtschaftsminister Cem Özdemir auf der Internationalen Grünen Woche in Berlin entgegen.

„TiPP“ beschäftigt sich mit der Erprobung neuer digitaler Ansätze zur Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten zur Erzeugung von Lebensmitteln tierischen Ursprungs; konkret am Beispiel der Schweinefleischproduktion. Offizieller Projektbeginn war am 1. Januar 2023. Das Projekt trägt den Langtitel „Digitale Rückverfolgbarkeit und Transparenz entlang der Wertschöpfungskette Schwein in der Region Oldenburger Münsterland – Transparency in Pig Production“.

Aufbauend auf der Fördermaßnahme der „Digitalen Experimentierfelder in der Landwirtschaft“ fördert das BMEL mit dem Programm der „Zukunftsbetriebe und Zukunftsregionen“ Projekte, die digitale Technologien nutzbringend für die Landwirtschaft, die vor- und nachgelagerten Bereiche sowie die ländlichen Räume erproben. Das Programm fördert insgesamt zehn Verbundprojekte mit einer Gesamtzuwendung von etwa 22 Millionen Euro.

Glückliche Vertreterinnen und Vertreter des Verbundprojekts „TiPP“
Glückliche Vertreterinnen und Vertreter des Verbundprojekts „TiPP“: Prof. Dr. Christina Umstätter (Johann Heinrich von Thünen-Institut, von links), Dr. Marc-Alexander Lieboldt (LWK), Prof. Dr. Nicole Kemper (Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover), Prof. Dr. Imke Traulsen (Georg-August-Universität Göttingen) und Kammerpräsident Gerhard Schwetje“Katrin Steinmetz, KTBL e. V.
In seiner Begrüßungsrede zur Förderurkundenübergabe betonte Bundesminister Özdemir: „Die Digitalisierung hat das große Potenzial, sowohl eine ressourcenschonendere Landwirtschaft möglich zu machen als auch ländliche Regionen zu stärken. Jeder Cent der rund 22 Millionen Euro, die wir nun ergänzend in die Forschung investieren, ist gut investiertes Geld. Wir treiben so die digitale Transformation im Agrarbereich und den ländlichen Räumen nachhaltig voran.“

Sechs Verbundprojekte als Zukunftsbetriebe und vier Verbundprojekte als Zukunftsregionen, zu denen auch „TiPP“ gehört, erhielten die Forschungsförderung. „TiPP“ baut auf den Zwischenergebnissen sowie der sehr guten Zusammenarbeit der Projektpartner im „Experimentierfeld DigiSchwein“ auf. Das Projektkonsortium setzt sich daher aus denselben Einrichtungen wie im DigiSchwein-Projekt zusammen:

  • Landwirtschaftskammer Niedersachsen
  • OFFIS e. V.
  • Carl von Ossietzky Universität Oldenburg
  • Johann Heinrich von ThünenInstitut
  • Stiftung Tierärztliche Hochschule Hannover
  • Georg-August-Universität Göttingen.

Mehr Infos zu „TiPP“ unter bit.ly/projekt-tipp.


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