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Pflanzenschutzmittel-Reduzierungsstrategie im Rahmen des Niedersächsischen Weges

Webcode: 01043964

Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln ist ein zentraler Bestandteil der modernen Pflanzenproduktion, denn er sichert Erträge und trägt maßgeblich zur Qualität landwirtschaftlicher Produkte bei. Gleichzeitig stehen Pflanzenschutzmaßnahmen aufgrund möglicher Auswirkungen auf Umwelt und Biodiversität zunehmend in der Kritik und vor diesem Hintergrund wächst der Bedarf, den Einsatz gezielt und nachhaltig zu reduzieren.

Die Herausforderung besteht darin, den Pflanzenschutzmitteleinsatz zu verringern und gleichzeitig wirksame Alternativen zu etablieren, denn der Wegfall von Wirkstoffen und die zunehmende Ausbildung von Resistenzen erschweren die Produktion bereits heute. Um langfristig stabile Erträge und eine sichere Nahrungsmittelproduktion zu gewährleisten, sind daher neue Lösungsansätze, integrierte Verfahren und innovative Strategien erforderlich.


Strategien für die Zukunft
Die Reduzierung chemischer Pflanzenschutzmittel in Niedersachsen ist ein gemeinsames Ziel verschiedener Programme und Vereinbarungen. Grundlage bilden das Zukunftsprogramm Pflanzenschutz (BMEL) sowie der Nationale Aktionsplan (NAP) zur nachhaltigen Anwendung von Pflanzenschutzmitteln, aber auch im Rahmen des „Niedersächsischen Weges“ haben sich zentrale Akteure darauf verständigt, konkrete Maßnahmen umzusetzen. Beteiligt sind:
•    das Land Niedersachsen, vertreten durch die zuständigen Ministerien,
•    der NABU Landesverband Niedersachsen e. V.
•    der BUND Landesverband Niedersachsen e. V.
•    das Landvolk Niedersachsen – Landesbauernverband e. V.
•    die Landwirtschaftskammer Niedersachsen
Gemeinsames Ziel ist es, praktikable und wirtschaftlich tragfähige Lösungen zu entwickeln, die den Einsatz von Pflanzenschutzmitteln reduzieren, Resistenzentwicklungen entgegenwirken und den Wegfall von Wirkstoffen kompensieren. Gleichzeitig sollen Biodiversität, Gewässer- und Klimaschutz gestärkt und eine langfristig sichere landwirtschaftliche Produktion gewährleistet werden.

In der anschließend erstellten Pflanzenschutzmittel-Reduktionsstrategie, veröffentlicht im Februar 2023, wurde eine Verringerung des Einsatzes und des Risikos von Pflanzenschutzmittelanwendungen um mindestens 25 % bis zum Jahr 2030 im Vergleich zum Durchschnitt der Wirtschaftsjahre 2015/16-2020/21 als strategisches Ziel festgelegt.

Kreisdiagramm mit Symbolen: Pfeil, DNA-Strang, Sprühgerät, Marienkäfer. Text: Pflanzenschutzmittel-Reduzierungsstrategie Niedersachsen & Bremen.
Logo Pflanzenschutzmittel-Reduzierungsstrategie Niedersachsen und BremenDr. Iris Schaper

Umsetzung in der Praxis
Entscheidend für den Erfolg der Strategie ist die praktische Umsetzbarkeit unter realen Betriebsbedingungen. Unser Ziel ist es, Maßnahmen zu identifizieren, die sich in bestehende Produktionssysteme integrieren lassen, wirtschaftlich tragfähig sind und gleichzeitig zur Weiterentwicklung des Pflanzenschutzes beitragen.
Ein zentraler Ansatz ist dabei der integrierte Pflanzenschutz, denn viele Betriebe nutzen bereits eine Kombination verschiedener Maßnahmen und passen diese kontinuierlich an neue Anforderungen an. Aufbauend auf diesen Erfahrungen gilt es, vorhandene Potenziale weiter auszuschöpfen und praxisnah zu erweitern.
Im Fokus stehen Lösungsansätze, die…

  • den Pflanzenschutzmitteleinsatz gezielt optimieren,
  • vorhandene Wirkstoffe möglichst effizient nutzen,
  • und gleichzeitig alternative Verfahren sinnvoll in die Praxis einbinden!

Demonstrationsvorhaben: Erkenntnisse aus der Praxis
Um konkrete Ansätze unter Praxisbedingungen zu erproben, wurde im April 2022 das Demonstrationsvorhaben „PSM-Reduktionsstrategie“ bei der Landwirtschaftskammer Niedersachsen gestartet: Auf ausgewählten Demonstrationsbetrieben wurden unterschiedliche Verfahren getestet und unter realen Bedingungen bewertet. Ziel war es, belastbare Ergebnisse zu liefern und Betrieben eine Orientierung zu geben, welche Maßnahmen unter welchen Voraussetzungen sinnvoll eingesetzt werden können.
Im Mittelpunkt standen dabei unter anderem folgende Fragestellungen:

  • Welchen Beitrag können unterschiedliche Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Pflanzenschutzes leisten?
  • In welchen Kulturen und Regionen bieten sich bestimmte Verfahren an?
  • Wie lassen sich betriebliche Ziele mit Anforderungen aus Umwelt-, Klima- und Ressourcenschutz in Einklang bringen?

Erfahren Sie mehr über das Demonstrationsvorhaben PSM-Reduzierungsstrategie:

Pflanzenschutzeinsatz im Überblick

Niedersachsen verfügt über rund 2,5 Mio. ha landwirtschaftliche Fläche. Etwa 27 % entfallen auf Dauergrünland. Im Ackerbau dominiert der Mais (Silo- und Körnermais) mit rund 24 % der Fläche, gefolgt von Winterweizen mit etwa 14 %. Weitere wichtige Kulturen sind Wintergerste, Winterroggen, Kartoffeln, Zuckerrüben und Raps.

Zwei Kreisdiagramme zeigen Anteile landwirtschaftlicher Nutzflächen. Hauptkategorien: Grünland, Mais, Winterweizen, Sonstige.
Anteil der Kulturen an der LF (%) in Niedersachsen (links MW 2018-2020) und Bremen (rechts, MW 2020-2022)Dr. Iris Schaper

Zur Einordnung der Pflanzenschutzintensität wird häufig der Behandlungsindex des Julius-Kühn-Instituts verwendet, welcher die Intensität der Anwendungen beschreibt und Kulturen untereinander vergleichbar macht. Ein Behandlungsindex von 1,0 entspricht dabei einer Flächenbehandlung mit der maximal zugelassenen Aufwandmenge. Die Intensität des Einsatzes unterscheidet sich deutlich zwischen den Kulturen:

  • Mais gilt als vergleichsweise pflanzenschutzextensiv (meist 1–2 Herbizidanwendungen)
  • Winterweizen und Wintergerste liegen im mittleren Bereich
  • Winterraps erfordert häufig einen höheren Insektizideinsatz
  • Kartoffeln weisen einen vergleichsweise intensiven Fungizideinsatz auf
    Balkendiagramm zeigt Behandlungsindizes für verschiedene Kulturen, unterteilt in Fungizide, Herbizide, Insektizide und Wachstumsregler.
    Mittlere Behandlungsindizes der landwirtschaftlichen Hauptkulturen im Basiszeitraum 2016-2021 in Deutschland (Daten JKI)Dr. Iris Schaper

Was bestimmt das Einsparpotenzial?
Welchen Beitrag einzelne Maßnahmen zur Weiterentwicklung des Pflanzenschutzes leisten können, hängt im Wesentlichen von zwei Faktoren ab:
1.    Anteil der Kultur an der landwirtschaftlichen Fläche
2.    Reduzierung des Behandlungsindexes oder eines vergleichbaren Bewertungsindexes durch die Maßnahme

Die Demo-Betriebe

Folgende Betriebe beteiligen sich an der Umsetzung der PSM-Reduzierungsstrategie in Niedersachsen und Bremen:

Demo-Betriebe der PSM-Reduzierungsstrategie

Ackermann Dairy GbR
Landkreis Leer

Betriebsfläche: 160 ha
Betriebsschwerpunkt: Ackerbau, Ackerfutterbau
Hauptfrüchte: Grünland, Silomais, Winterweizen, Wintergerste, Kleegras
Tierhaltung: 125 Milchkühe

Präsentation der umgebauten Spritze Verlagerung der Düsen auf 75 cm Reihenabstand Vorführung 2. Mal Hacken im Maisbestand


Stephan Specker-Dünhöft (ab 2025)
Landkreis Emsland

Betriebsfläche: 140 ha
Betriebsschwerpunkt: Ackerbau, Ackerfutterbau
Hauptfrüchte: Grünland, Silomais, Winterweizen, Raps
Tierhaltung: 180 Milchkühe

Hacke-Bandspritze Spot Spray im Mais Flächenspritzung + Spot Spraying Feldbesichtigung Mais Technik Hacke-Bandspritze


Oorlog GbR (bis 2024)
Landkreis Leer

Betriebsfläche: 115 ha
Betriebsschwerpunkt: Ackerfutterbau
Hauptfrüchte: Grünland, Mais, Ackergras, Kleegras
Tierhaltung: 135 Milchkühe

Feldtag im Mais Demonstrationsbetrieb Oorlog GbR Feldtag im Mais Demonstrationsbetrieb Oorlog GbR


Nordseeferienhöfe Mushardt, Hans-Heinrich Mushardt
Landkreis Cuxhaven

Adresse: Wesermünder Str. 28, 21762 Otterndorf
Betriebsfläche: 290 ha
Betriebsschwerpunkt: Ackerbau, Landtourismus, Lohnbetrieb, Mutterkuhhaltung
Hauptfrüchte: Winterweizen, Wintergerste, Winterraps, Ackerbohnen, Mais, Triticale, Hafer, Kleegras
Tierhaltung: Mutterkühe (Rasse Limousin), Freizeitpferde
für Direktvermarktung: Kaninchen, Hühner und Schweine
Website: Nordseeferienhöfe Mushardt

Hof Lafrenz Fruchtfolgeversuch Otterndorf Maishacke im Bestand Ernte Getreide Ernte Ackerbohnen


Specker-Dünhöft (ab 2025)
Landkreis Emsland


Henning Gottschalk
Landkreis Gifhorn

Adresse: Warmse 2, 38536 Meinersen
Betriebsfläche: 135 ha
Betriebsschwerpunkt: Ackerbau
Hauptfrüchte: Speisekartoffeln mit Lagerung, Zuckerrüben, Grassamenvermehrung, Sommergerste, Weizen, Hafer
Tierhaltung: keine
Sonstige Produktion: Seit über 20 Jahren wird eine Biogasanlage betrieben, die Energie ausschließlich aus Bioabfällen gewinnt.

Beregnung von Kartoffeln Hacken im Nachauflauf Kartoffelfeldtag 2023, Gottschalk Kartoffeln pflanzen im Beetverfahren Wir machen mit - Versuch Bewässerung Kartoffelfeldtag 2023, Gottschalk Tropfbewässerung im Vorgewende


Deister-Sünteltal GbR
Landkreis Hameln-Pyrmont

Adresse: Dessauer Str. 4, 31848 Bad Münder
Betriebsfläche: 530 ha
Betriebsschwerpunkt: Ackerbau
Hauptfrüchte: Winterweizen, Mais, Zuckerrüben, Erbsen
Tierhaltung: keine

Feldbegehung im Frühjahr 2023, Deister-Sünteltal GbR Feldtag im Juni 2023 bei Böbber Feldtag im Juni 2023 bei Böbber Feldtag im Juni 2023 bei Böbber Feldtag im Juni 2023 bei Böbber


Dreiländereck GmbH & Co. KG
Landkreis Göttingen

Adresse: Deideröder Str. 13, 37133 Friedland
Betriebsfläche: 1100 ha
Betriebsschwerpunkt: Ackerbau und Dienstleistungen
Hauptfrüchte: Wintergetreide (Gerste, Weizen, Durum, Roggen), Raps, Mais, Zuckerrüben, Erbsen und Bohnen
Tierhaltung: keine

Feldtag 2023, Dreiländereck GmbH & Co. KG Feldtag 2023, Hacke-Bandspritzung in Zuckerrüben Feldtag 2023, Bandspritzung in Zuckerrüben Feldtag 2023, Hacken in Zuckerrüben Feldtag 2023, Hacken in Zuckerrüben


Hof Stackkamp
Bremen

Adresse: Stackkamp 1, 28309 Bremen
Betriebsfläche: 150 ha
Betriebsschwerpunkt: Ackerbau, Legehennenhaltung
Hauptfrüchte: Winterweizen, Wintergerste, Winterraps
Tierhaltung: Legehennen
Sonstiges: Wissen wo’s herkommt - Hofladen Stackkamp

Bodenbearbeitung Hof Stackkamp Feldtag Mai 2023


Morisse GbR
Bremen

Adresse: Rekumer Straße 118, 28777 Bremen
Betriebsfläche: 180 ha
Betriebsschwerpunkt: Ackerfutterbaubetrieb
Hauptfrüchte: Grünland, Ackergras, Silomais
Tierhaltung: Milchvieh und Jungviehaufzucht

Feldtag Morisse 2023 Streifenspritzung Hacke-Streifenspritzung

Maßnahmen zur Einsparung von Pflanzenschutzmitteln

Die im Demonstrationsvorhaben gewonnenen Erkenntnisse wurden gezielt aufbereitet und für die Praxis nutzbar gemacht. Ziel ist es, Betrieben eine fundierte Orientierung zu geben, welche Maßnahmen unter welchen Bedingungen sinnvoll eingesetzt werden können. Maßnahmen des integrierten Pflanzenschutzes lassen sich vereinfacht in drei Bereiche einordnen:
1.    Vorbeugende Maßnahmen
2.    Entscheidungshilfen
3.    Direkte Pflanzenschutzmaßnahmen
Welche Maßnahmen infrage kommen, ist kulturabhängig, denn nicht jede Maßnahme ist in jeder Kultur sinnvoll oder praktikabel:

IPS-Pyramide Maßnahmenpyramide für den integrierten Pflanzenschutz in Mais Maßnahmenpyramide für den integrierten Pflanzenschutz in Winterraps Maßnahmenpyramide für den integrierten Pflanzenschutz in Winterweizen/Wintergerste Maßnahmenpyramide für den integrierten Pflanzenschutz in Zuckerrüben Maßnahmenpyramide für den integrierten Pflanzenschutz in Kartoffeln

Aus einer Vielzahl möglicher Ansätze wurden im Rahmen des Vorhabens besonders praxisnahe, vielversprechende und innovative Verfahren ausgewählt, auf Demonstrationsbetrieben erprobt und bewertet. Eine Übersicht finden Sie im Downloadbereich, unten auf der Seite, in den jeweiligen Steckbriefen.
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Sortenwahl: einfache Maßnahme mit großer Wirkung
Die Wahl gesunder und toleranter Sorten gehört zu den wichtigsten vorbeugenden Maßnahmen im integrierten Pflanzenschutz, denn sie ist vergleichsweise gut umsetzbar und verursacht nur geringe Zielkonflikte. Gerade in Kulturen mit großem Flächenanteil wie Winterweizen, Wintergerste oder Zuckerrüben lassen sich hier relevante Einsparungen erzielen  (►Steckbriefe - Sortenwahl). Neben der Pflanzengesundheit sind allerdings Kriterien wie Ertrag, Qualität, Winterhärte und Co. zu berücksichtigen! Aus diesem Grund ist die Wahl gesunder Sorten im Kartoffelanbau nicht ohne Weiteres umzusetzen, da neben der Pflanzengesundheit insbesondere der Faktor Vermarktung entscheidend ist. Im Winterraps wurden zudem Sorten mit erhöhter Toleranz gegenüber Schädlingen oder Krankheiten untersucht, wobei die tatsächliche Wirkung stark vom jeweiligen Befallsdruck und den Standortbedingungen abhängig ist.

Luftaufnahme eines großen Getreidefeldes mit parallelen Fahrspuren und unterschiedlichen Farbtönen der Pflanzen.
Sortenwahl Winterweizen: Sorten-Demo in LuttringhausenTorben Windheim
Zwei benachbarte Felder mit unterschiedlichen Pflanzenzuständen, links braun und rechts grün, mit Schildern in der Mitte.
Sortenwahl Zuckerrüben: anfällige und gesunde SorteJoerg Schaper
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Untersaaten als Reduzierungsansatz
Untersaaten können helfen, Unkraut zu unterdrücken und den Pflanzenschutzmittelbedarf zu senken:

  • Mais: Untersaaten senken den Unkrautdruck im Folgejahr durch die Unterdrückung über die Wintermonate. Zudem bieten sie einen Erosionsschutz, reduzieren die N-Auswaschung und können zur Futtergewinnung beitragen (►Steckbrief - Grasuntersaat Mais)
  • Winterraps: Der Einsatz von Bockshornklee zur Reduktion des Rapserdflohbefalls wurde untersucht, ein eindeutiger positiver Effekt konnte allerdings bislang nicht bestätigt werden.

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Monitoring und Prognose: Grundlage für den gezielten Einsatz
Ein wesentlicher Grundsatz des integrierten Pflanzenschutzes ist die Überwachung der Schadorganismen und Einschätzung eines eventuellen Befalls, um rechtzeitig und sachgerecht entgegenwirken zu können. Zur Beurteilung der Überwachungsergebnisse sollten Bekämpfungsschwellen und Prognosemodelle herangezogen werden. Die Schaderregerüberwachung erfolgt im Winterrapsanbau u. a. mit Hilfe von Gelbschalen. Insbesondere bei Flächen mit größerer Entfernung zum Hof können digitale Gelbfangschalen bei der Schaderregerüberwachung unterstützen (►Steckbrief - Schaderregerüberwachung Winterraps).
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Kartoffelanbau: begrenzte Einsparpotenziale
Aufgrund des hohen Schadpotenzials des Erregers der Kraut- und Knollenfäule (Phytophthora infestans) sind Fungizideinsparungen im Kartoffelanbau schwer umzusetzen. Prognosemodelle (Simblight, www.isip.de) liefern wichtige Informationen zum Spritzstart, zu Infektionswahrscheinlichkeiten und zum Infektionsdruckverlauf. Zusätzlich wurde der Einfluss von Bewässerungsverfahren (z. B. Tropfbewässerung) untersucht  (►Steckbrief - Phytophthora Kartoffel). Zur Wirksamkeit in Bezug auf die Pflanzenschutzmittel-Reduktion liegen noch keine aussagekräftigen Ergebnisse vor.
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Mechanische Verfahren
Insbesondere im Maisanbau lässt sich der Einsatz von Herbiziden durch mechanische Unkrautbekämpfung zwischen den Reihen in Kombination mit einer Bandapplikation in der Reihe deutlich reduzieren. Neben guter Umsetzbarkeit und hohen Einsparpotenzialen ergeben sich auch Zielkonflikte wie eine Erhöhung der Erosionsgefahr, höhere Verdunstung, verstärkter Humusabbau und eine schlechtere CO2-Bilanz durch höheren Treibstoffeinsatz. Das Verfahren der Hacke/Bandapplikation kann in Mais, Zuckerrüben und Winterraps eingesetzt werden. Als Hackfrucht mit weiten Reihenabständen lassen sich mechanische Unkrautregulierungsmaßnahmen mit einer Hacke auch im Kartoffelanbau sehr gut umsetzen 
​​​​​ (►Steckbriefe - mechanische Unkrautbekämpfung).


Video: Streifenapplikation von Herbiziden mit abgewinkelten Düsenkappen in Zuckerrrüben (45 cm Reihenabstand)

Neue Technologien: Großes Potenzial
Im Bereich der Applikationstechnik bieten Spot Spray-Verfahren große Einsparpotenziale, welche vor allem vom Unkrautdruck abhängig sind. Das Einsparpotenzial hängt dabei besonders von Unkrautdichte, Teilbreitengröße, Düsenschaltzeit und Fahrgeschwindigkeit ab und kann vorab im Online-Anwendungsimulator geschätzt werden: Spot-Applikation Simulator - FarmerSpace. Beim Spot Spraying werden zwei grundlegende Verfahren unterschieden:

  • Online-Verfahren: Die Erkennung von Unkraut erfolgt in Echtzeit während der Überfahrt mittels Sensoren und Kameratechnik. Herbizide werden direkt und gezielt ausgebracht, sobald Unkraut erkannt wird.
  • Offline-Verfahren: Die Unkrautverteilung wird vorab, z. B. durch Drohnenbefliegung, erfasst und daraus eine Applikationskarte erstellt. Die Ausbringung erfolgt anschließend teilflächenspezifisch anhand dieser Daten.

Spot Spraying mit Hilfe von Präzisionsfeldspritzen z. B. zur Ampferbekämpfung im Grünland oder zur Unkrautbekämpfung in Zuckerrüben stößt bereits auf großes Interesse in der landwirtschaftlichen Praxis. Aktuell reichen die Einsparungen jedoch häufig noch nicht aus, um zusätzliche Kosten vollständig auszugleichen. Wirtschaftliche Vorteile zeigen sich am ehesten bei hohen Einsparpotenzialen in Kombination mit hohen Herbizidkosten, z. B. in Zuckerrüben (►Steckbriefe - Spot Spraying).

Die Ergebnisse zeigen: Es gibt keine Universallösung, sondern eine Vielzahl an Ansätzen mit unterschiedlichen Stärken und Grenzen. Entscheidend ist die betriebsindividuelle Kombination geeigneter Maßnahmen!

Veranstaltungen

Im Rahmen der Pflanzenschutzmittel-Reduzierungsstrategie finden regelmäßig Feldtage und Info-Veranstaltungen in den verschiedenen Regionen Niedersachsens statt. Weitere interessante Angebote finden Sie unter:

Veranstaltungskalender der LWK Niedersachsen


Veranstaltungen 2026
Getreidefeldtag der Bezirksstellen Hannover und Northeim (Landkreis Hildesheim)
Datum: 25.06.2026
Uhrzeit: 09:30-12:30 Uhr
Treffpunkt: Versuchsstation Poppenburg, Reichsstraße 38, 31171 NordstemmenAuf der Versuchsstation Poppenburg zeigen die Bezirksstellen Northeim und Hannover in Winterweizen und Wintergerste verschiedene Versuche zur Sortenwahl (Landessortenversuche) sowie Fungizid- und Wachstumsreglerversuche. Für das leibliche Wohl sorgt das Team der Versuchsstation Poppenburg.

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Getreidefeldtag der Bezirksstelle Hannover in Seelze (Region Hannover)
Datum: 26.06.2026
Uhrzeit: 09:30-13:00 Uhr
Treffpunkt: Betrieb von Alten, Auf der Dunau 1, 30926 Seelze
Auf Flächen des Betriebes von Alten in Dunau zeigt die Bezirksstelle Hannover in Winterweizen verschiedene Versuche zur Sortenwahl (Landessortenversuche) sowie Fungizid- und Wachstumsreglerversuche. Für das leibliche Wohl wird gesorgt.

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Getreidefeldtag der Bezirksstelle Hannover in Deensen (Region Hannover)
Datum: 26.06.2026
Uhrzeit: 14:00-16:30 Uhr
Treffpunkt: Versuchsschlag Christof Möller, Hauptstraße, 37639 Bevern
Auf dem Betrieb von Christof Möller zeigt die Bezirksstelle Hannover im Winterweizen verschiedene Versuche zur Sortenwahl (Landessortenversuche) sowie Fungizid- und Wachstumsreglerversuche.


Zurückliegende Veranstaltungen:

1. Feldtag des Projektes SUNRISE (Landkreis Schaumburg)
Datum: 17.06.2026

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Feldtag der Versuchsstation Borwede (Landkreis Diepholz)
Datum: 18.06.2026
Uhrzeit: 13:30 Uhr

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Feldbegehung mit Maschinenvorführung: Spotspraying im DGL (Landkreis Aurich)
Datum: 15.06.2026

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Feldbegehung Zuckerrüben (Region Hannover)
Datum: 09.06.2026

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Innovationsfeldtag Hollenbeck (LK Stade)
Datum: 05.06.2026

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Zwischen Acker und App - Digitalisierung Ihres Pflanzenbaus (LK Helmstedt)
Datum: 03.06.2026

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Feldbegehung Zuckerrüben (LK Northeim)
Datum: 28.05.2026

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Smarte Unkrautbekämpfung im Silomais - Hacke/Band und SpotSpraying im Vergleich (LK Emsland)
Datum: 26.06.2025
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Feldtag zum Thema Pflanzenschutzmittel-Reduktion in Kartoffeln (LK Gifhorn)
Datum: 16.07.2025
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Feldtag zum Thema PSM-Reduktion in Luttringhausen (LK Hameln-Pyrmont)
Datum: 05.06.2025

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Rapsrundfahrt der Bezirksstelle Northeim in Niedernjesa (LK Göttingen)
Datum: 24.04.2025

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Maschinenvorführung der PSM-Reduzierungsstrategie (LK Gifhorn)
Datum: 15.08.2024
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Feldtag der PSM-Reduzierungsstrategie (LK Gifhorn)
Datum: 17.07.2024
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Grünlandfeldtag in Bremen
Datum: 06.08.2024
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Feldtag der PSM-Reduzierungsstrategie zum Thema Mikroblüstreifen im Mais (LK Leer)
Datum: 04.07.2024
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Feldtag der PSM-Reduzierungsstrategie (LK Leer)
Datum: 17.06.2024
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Feldtag zum Thema mechanische Beikrautregulierung, Punkt- und Streifenapplikation von Herbiziden in Zuckerrüben (LK Göttingen)
Datum: 31.05.2024
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Feldtag der Pflanzenschutzmittel-Reduzierungsstrategie (LK Hameln-Pyrmont)
Datum: 30.05.2024


Ausführliche Artikel zu Verfahren, die im Rahmen der PSM-Reduzierungsstrategie getestet wurden, stehen Ihnen am Seitenende als Downloads zur Verfügung. Über eine Teilnahme an unseren Veranstaltungen freuen wir uns sehr. Bei Fragen können Sie sich gerne an folgende Ansprechpartner wenden:

Kai-Hendrik Howind

Dr. Jens Wienberg (Bremen)

Finn Großmann

Jana Schwermann


Grafik erstellt von Steffen Konnemann für Vortrag KI-Helfer entlang des integrierten Pflanzenschutz

Das Demonstrationsvorhaben "Pflanzenschutzmittel-Reduzierungsstrategie" in Niedersachsen und Bremen erfolgt im Auftrag von

Logo des Niedersächsischen Ministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz mit Wappen eines weißen Pferdes.
 Nds Landwirtschaftsministerium
Logo der Freien Hansestadt Bremen mit Text: Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft.
 Die Senatorin für Umwelt, Klima und Wissenschaft der freien Hansestadt Bremen (SKUW)