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Herbstzeit ist Pilzzeit

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Viele Menschen führt es auch in der Grafschaft Bentheim im die Wälder, um einen Korb oder einen anderen Behälter für die nächste Mahlzeit mit unterschiedlichsten Pilzen zu füllen. Meist sind es Steinpilze oder Maronen – wohl nur eher selten landet eine „Krause Glucke“ im Kochtopf.

Krause Glucke
Krause Glucke im Baccumer Wald in Lingen, hier am Stumpf einer Douglasie Carl Hesebeck
Der Pilz, auch „Fette Henne“ genannt, hat einen auffälligen Fruchtkörper und ruft je nach Perspektive unterschiedliche Assoziationen hervor: Das Äußere erinnert wahlweise an einen Badeschwamm, ein Gehirn oder einen Klumpen Nudeln. Dabei setzt sich der Fruchtkörper aus mehreren Bestandteilen zusammen und kann sogar mehrere Kilogramm schwer werden.

Unlängst fanden Pilzsammler im Osten Niedersachsens ein Exemplar, das stolze 15 Kilogramm wog. Ganz so schwer wird die Krause Glucke, die Heinz Bavinck im Bentheimer Wald entdeckt und fotografiert hat, wohl nicht gewesen sein. „Sie wuchs in einem Mischwald, der überwiegend aus Laubbäumen bestand“, berichtet der Schüttorfer, der den Pilz bei einer Fototour entdeckt hat. Als Wirtsbaum bevorzugt der beige-gelbe Pilz Nadelbäume, dabei vor allem die Waldkiefer. Das grundsätzlich auch anderen Nadelbaumarten vorkommt, zeigt das zweite Foto: Hier wächst der Pilz am Stumpf einer Douglasie im Baccumer Wald bei Lingen, obwohl der Baum schon vor einigen Jahren gefällt wurde. Eigentlich ist die Douglasie keine heimische Baumart in Europa – die Krause Glucke kommt allerdings nicht nur in Deutschland und anderen europäischen Ländern vor, sondern auch in Asien, Nordamerika und Nordafrika.

Fruchtköper lassen sich teilweise mehrere Jahre hintereinander an der selben Stelle beobachten. Vorteilhaft für die Besiedlung eines Baumes sind Verletzungen im Bereich der Wurzeln oder des unteren Stammbereichs, von dort aus wird das Kernholz befallen und Lignin abgebaut. Wer nun selbst nach der Krausen Glucke Ausschau halten will, hat dazu von Juli bis Dezember Gelegenheit. Besonders gute Chancen bestehen allerdings im September und Oktober.

Der Pilz eignet sich auch gut zum Verzehr und lässt sich leicht mit einem Messer vom Boden lösen. Das weiße Fleisch hat einen würzigen Geruch und schmeckt etwas nach Nuss. Im Kühlschrank hält sich der Fruchtkörper mehrere Tage frisch, in Scheiben geschnitten und mit Salz und Pfeffer gewürzt lässt er sich gut in der Pfanne zubereiten. Vorher sollte der Pilz gründlich gereinigt werden, durch die vielen Windungen sammelt sich teilweise viel Dreck am Pilz – und auch so manche Kellerassel findet hier Unterschlupf. Ein Bad in kochendem Wasser macht die Krause Glucke elastischer, Fremdkörper können dann gut mit kaltem Wasser ausgespült werden. Wie immer bei der Pilzsuche gilt: Nur das ernten und mit in die Küche für die Zubereitung nehmen, was man selbst einwandfrei bestimmen kann.

Kontakte

Carl Hesebeck

Carl Hesebeck

Bezirksförster

0174 3789 298

carl.hesebeck~lwk-niedersachsen.de

Wolfriss-Begutachtung: 0511 3665-1500

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